Deutscher Polizist wegen Porno-Mail arbeitsunfähig

7. Jänner 2011, 10:02
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Beamter sei nach E-Mail seines Chefs mit Powerpoint-Präsentation "nachhaltig traumatisiert"

In Deutschland wurde ein Polizist aus Wesel wegen einer pornografischen E-Mail seines Chefs vom Verwaltungsgericht Düsseldorf als arbeitsunfähig eingestuft. Die Mail habe ihn so traumatisiert, dass es zu einer "psychiatrischen Erkrankung" gekommen sei, wie der Spiegel Online berichtet.

"WG: Highlight zum Wochenende!!"

Die E-Mail sei bereits 2003 verschickt worden, der Polizist habe sie jedoch erst Ende 2005 beim Aufräumen seiner Inbox entdeckt. Die Nachricht mit der Betreffzeile "WG: Highlight zum Wochenende!!" habe eine Powertpoint-Präsentation mit dem Titel "perfektesdate1.pps" enthalten. Auf der ersten Folie der Präsentation sei eine nackte Frau und ein Sportwagen zu sehen gewesen. Das letzte Bild habe die "Abbildung des Unterleibs einer weiblichen Person mit eitrigen, blutigen Wunden" gezeigt.

Zwangsvorstellungen

Laut den Gerichtsunterlagen habe dieses Bild bei dem Mann eine "psychiatrische Erkrankung, Zwangsstörung und Zwangsvorstellungen" verursacht. Er habe sich daraufhin in ärztliche Behandlung begeben müssen, weshalb das Gericht den Vorfall als Dienstunfall eingestuft habe. Sogar seine Ehe sei geschieden worden, da er sich nach dem Vorfall ständig gefragt habe, ob die Symptome auch bei seiner Frau auftreten könnten. Das habe sein Sexualleben gestört. Auch noch 2009 hätten ihn "beim intimen Kontakt mit einer Frau die Zwangsvorstellung mit dem Bild aus der E-Mail überfallen".

Weitere Klage möglich

Der Chef der zuständigen Kreispolizeibehörde habe vor Gericht argumentiert, die Folgen seien nicht nachvollziehbar und würden "jeder Lebenserfahrung" widersprechen. Es sei zudem unklar, wieso der Mann den Vorfall nicht bereits früher gemeldet habe. Das Gericht habe diese Argumentation jedoch nicht anerkannt. Die Kosten für die ärztlichen Behandlungen und Spätkosten müsse nun das Land Nordrhein-Westfalen tragen. Der mittlerweile in eine andere Polizeibehörde versetzte Mann wolle gegebenenfalls in einer weiteren Klage auch Schadensersatz wegen Karrierenachteilen geltend machen. Gegen den Verfasser der E-Mail sei wegen Beleidigung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt worden, ebenfalls habe es ein Disziplinarverfahren gegen den Hauptkommissar gegeben. Beide Verfahren seien jedoch eingestellt worden. (red)

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    Der Inhalt einer Powerpoint-Präsentation kann ungeahnte Folgen haben.

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