"Wenn niemand um meinen Rat bittet, dann gebe ich ihn trotzdem"

6. Jänner 2011, 20:58
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Le Pen will auch nach Abschied aus Front National die Fäden ziehen

Nanterre - Der Parteichef der rechtsextremen französischen Partei Front National, Jean-Marie Le Pen (82), will auch nach seinem Abschied von der Parteispitze weiter die Fäden ziehen. Er werde sich zum Ehrenpräsidenten der Partei küren lassen und weiterhin Zugang zu allen Gremien haben, kündigte er am Donnerstag auf seiner letzten großen Pressekonferenz als Parteichef in Nanterre bei Paris an.

"Ich werde eine beratende Funktion haben, und wenn niemand um meinen Rat bittet, dann gebe ich ihn trotzdem", sagte er. "Ich habe schließlich auch noch andere politische Ämter und werde meine Meinung frei äußern", sagte Le Pen, der unter anderem Abgeordneter des Europaparlaments ist.

Le Pen sprach sich angesichts der für den 16. Jänner geplanten Wahl eindeutig für seine Tochter Marine (42) aus, die gegen seinen langjährigen Weggefährten Bruno Gollnisch antritt. "Sie ist von beiden einfach die bessere Kandidatin", sagte Le Pen. Das habe gar nichts mit der Verwandtschaftsbeziehung zu tun.

Gollnisch werde im Fall eines Wahlsiegs der Tochter weiterhin einen wichtigen Posten besetzen, versicherten beide Le Pens. "Politisch liegen wir voll und ganz auf derselben Linie", sagte Jean- Marie Le Pen. Seine Tochter Marine Le Pen hatte kürzlich Aufsehen erregt, als sie das öffentliche Beten von Muslimen auf der Straße mit der deutschen Besatzung verglich. (APA/dpa)

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    Jean-Marie Le Pen mit Bruno Gollnisch und seiner Tochter Marine.

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