Lettland ohne Strom, Deutschland auf Eis

6. Jänner 2011, 18:29
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Die lettische Regierung rief am Donnerstag den Notstand aus

Riga/Berlin/Moskau - Während in Mitteleuropa ein Föhnwettereinbruch mit bis zu 15 Grad erwartet wird, sorgen in nördlichen Regionen weiterhin Schnee und Kälte für Extremsituationen. Die lettische Regierung rief am Donnerstag wegen der durch das extreme Winterwetter bedingten Stromausfälle den Notstand aus. Die Verwaltung der am stärksten leidenden Region Rezekne hatte sich davor schon selbst zum Katastrophengebiet erklärt.

Ministerpräsident Valdis Dombrovskis bezeichnete die Ausrufung des Notstands für vorerst 40 Gemeinden angesichts der erwarteten, erneuten Verschlechterung der Wetterlage als erforderlich, um bestimmte Sonderregelungen wie das ausnahmsweise Fällen von Bäumen in Schutzzonen zu ermöglichen sowie um die schleppenden Reparatur- und Räumarbeiten zu beschleunigen. Rund 16.000 lettische Haushalte sind seit mehr als einer Woche ohne Strom.

In weiten Teilen Deutschlands sorgte am Donnerstag Regen für spiegelglatte Straßen. Chaotische Verhältnisse gab es vor allem im Norden, aber auch in Teilen Bayerns. In Schleswig-Holstein bildeten sich auf einigen Autobahnen zentimeterdicke Eisschichten. Gebietsweise wurde der Busverkehr eingestellt, in den meisten Landkreisen Niedersachsens fiel die Schule aus. Bei hunderten Unfällen wurden dutzende Autofahrer und Fußgänger verletzt

Russischer Eisbrecher blieb stecken

Die russischen Behörden wiederum versuchen seit einer Woche vergeblich, mehr als 400 Fischer und Forscher zu befreien, deren Schiffe im Ochotskischen Meer im Eis festsitzen. Am Donnerstag entsandte das Verkehrsministerium bereits den dritten Eisbrecher zu den eingeschlossenen Schiffen. Aber auch der Eisbrecher Admiral Krasin habe auf seinem Weg mit "heftigem Schneefall, null Sicht und schneebedecktem Eis" zu kämpfen, hieß es. Einer der zuvor entsandten Eisbrecher ist selbst steckengeblieben und musste in sicheres Gewässer umkehren, der andere kommt auch nur extrem mühsam voran. (APA, AFP, Reuters)

 

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