Asylrecht

Rechtsberatung wird Asylwerberrecht

6. Jänner 2011, 18:17
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    foto: der standard/regine hendrich

    Beratung von Asylwerbern im Zentrum Traiskirchen. Bald soll jeder Flüchtling einen eigenen Rechtsvertreter bekommen.

Asylwerber sind den Asylgesetzen meist rechtlich unvertreten ausgesetzt - Nach einem Höchstgerichtsspruch muss das anders werden

Wien - Im Umgang mit Asylwerbern in Österreich stünden tiefgreifende Veränderungen bevor, sagt Christoph Riedl, Leiter des Flüchtlingsdienstes der evangelischen Diakonie, zum Standard: "Die Rechtsberatung in Asylverfahren muss komplett neu geregelt werden. Also sollte, was jetzt beschlossen wird, ein großer Wurf sein, denn es wird die kommenden zwanzig Jahre prägen."

Tatsächlich sollte es bald verzweifelte Situationen wie die Ousmane C.s nicht mehr geben, jenes jungen Guineers, der, wie berichtet, schon auf der Gangway seines Abschiebefliegers stand. In der Schubhaft hatte er, wie alle anderen dort Inhaftierten, keinen Zugang zu adäquater rechtlicher Beratung gehabt.

Kontakt nach draußen hatte C. nur durch den Zufall aufbauen können, dass ein Österreicher mit ihm in Polizeihaft in einer Zelle saß. Nur dadurch kam er an Rechtsanwalt Georg Zanger, der für ihn beim Europäischen Menschenrechtsgericht in Straßburg einen individuellen Abschiebestopp erwirkte: Rettung in letzter Minute.

Rechtlich ähnlich ratlos, weil unvertreten, seien derzeit auch Flüchtlinge bei Verfahren vor dem Asylgerichtshof, erläutert der Wiener Staats- und Verwaltungsrechtler Joachim Stern. Aber nicht mehr lange: "Im Oktober 2010 hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass jedem Asylwerber in Berufungsverfahren vor dem Asylgerichtshof kostenlos Rechtsberatung zur Verfügung gestellt werden muss. Das gilt für alle Betroffenen."

Mehr noch: "Ende 2011, also in spätestens einem Jahr, muss das Recht auf Rechtsberatung auch auf Schubhäftlinge ausgedehnt werden. Denn dann tritt die EU-Rückführungsrichtlinie auch in Österreich zwingend in Kraft." Auf Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) kämen so "große Herausforderungen" zu. Doch der bis 28. Jänner in Begutachtung befindliche Gesetzentwurf, mit dem man im Ministerium reagiert hat, sei "unzulänglich", meint Stern.

"Nur Bruchteil finanziert"

Besagte Änderungen der "Rechtsberatung bei Rückkehrentscheidungen", Abschiebung und Schubhaft" sowie "im Verfahren vor dem Asylgerichtshof" sind Teil jener Novelle, mit der auch - weitaus öffentlichkeitswirksamer - die sogenannte Rot-Weiß-Rot-Card eingeführt werden soll. Jedem infrage kommenden "Fremden" sei "eine rechtskundige Person mit Spezialwissen auf dem Gebiet des Fremdenwesens" zur Seite zu stellen, heißt es darin. "Das System muss aber erst aufgebaut werden. Derzeit wird nur ein Bruchteil vergleichbarer Rechtsberatung finanziert", meint Riedl.

Die Diakonie will zusammen mit anderen NGOs in Verhandlung mit dem Ministerium treten. Weniger kompromissbereit äußert sich Stern: "Die von Fekter geplante Rechtsberatung ist nur formal unabhängig. Die Rechtsberater sollen etwa vom Ministerium jederzeit absetzbar sein. (Irene Brickner/DER STANDARD, Prinausgabe, 7.1.2011)

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Posting 1 bis 25 von 102
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Manfred Discus
00
22.2.2011, 14:34
nach einem Höchstgerichtsbeschluss

ist doch eine Rechtsberatung nicht mehr notwendig!
Negativer Beschluss vom Höchstgericht sollte sofort vollzogen werden. So braucht auch die Polizei nicht mehr ausrücken um Leute die einen Höchstgerichtsbeschluss ignorieren abzuschieben.

Ravenhorst
15
14.1.2011, 15:23
Bravo!

die Kosten tragen eh die steuerzahlenden Deppen!

donaquijote
00
16.1.2011, 01:41

siehe "tassen im schrank".

parapente
03
11.1.2011, 14:34
Kann es nach "Dublin"

Asylwerber bei uns noch geben?

tassen im schrank
00
15.1.2011, 10:42
hmm, mal überlegen.

norden, süden, osten, westen,... überall grenzen. unten der boden. hmm. hab ich was vergessen?

dave66
13
12.1.2011, 10:55
@parapente -natürlich!

und sie werden noch mehr werden. Derartige Scheinverträge bzw. Abkommen in Brüssel sind ja nur Beruhigungspillen für die leidgeprüfte Bevölkerung. Sie wissen ja, dass die Südländer mit dem Problem schleißig umgehen und nur Geld fordern und damit die Eindringlinge erst wieder "in der Mitte der EU" landen. Den Scherzbolden war es nicht zu dumm, vorzuschlagen, die Schengen-Grenze auf Rumänien und Bulgarien (sic!) zu erweitern. Die beiden Länder, die nicht in der EU wären, würde sich Brüssel an die von ihr selbst aufgestellten Beitrittskriterien halten.

o glorioso pé de friedenreich
00
13.1.2011, 10:04
geh bitte

wenn die blöden sprüche wenigstens ein körnchen wahrheit enthalten würden. aber das ist ja purer quatsch was du da verzapfst.

dave66
00
13.1.2011, 22:07
@ fritz - inwiefern Quatsch?

a) Ist es etwa unrichtig, dass Schengen auf Bulgarien und Rumänien ausgeweitet werden soll?
b) Blieben wir etwas sein "Dublin" von Migranten aus Dritt-Ländern verschont?
c) Machen die Südländer etwa ihren Job gut, wo viele Organisationen darüber klagen, dass nicht einmal Mindestandards eingehalten werden und daher man die Migranten in den Westen weiterreichen soll?

Wesentliches (Un)Wesen
32

Gewaltenteilung und Grundrechte waren für 2/3+ der österreichischen PolitikerInnen immer schon ein Fremdwort.

In einem demokratischeren Land wäre sie mit so einer Forderung rücktrittsreif.

Malermeister Schiele
733
Wann wird denn endlich wieder Politik im Interesse

des Steuerzahlers gemacht, und nicht für die zahllosen von heimischen Asylin dustriegewinnlern "beratenen" Habenichtse dieser Welt die da - "Sozialstaat - Will haben!" - an die Tür klopfen?

King of Cowards
00
15.1.2011, 15:56
"Kontakt nach draußen hatte C. nur durch den Zufall aufbauen können, dass ein Österreicher mit ihm in Polizeihaft in einer Zelle saß. Nur dadurch kam er an Rechtsanwalt Georg Zanger..."

Es gilt solche Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Sind Sie, als Steuerzahler, für oder gegen solche Ungerechtigkeiten?

Ich sag's Ihnen gleich auf den Kopf zu: bei einem "Dagegen sein" können sie gleich den Mund halten, wenn man Ihnen irgendwann mal einen Rechtsbeistand verweigert und Sie eben keinen Anwalt an Ihrer Seite haben.

Kubi80
211
10.1.2011, 11:51
wann?

wenn die wahlen endlich die richtigen ergebnisse bringen. wird eh bald der fall sein :-)

Octopus Paul +
83
10.1.2011, 08:01

ich bin steuerzahler und begrüsse die entscheidung....
hätten sie nicht gedacht, dass nicht alle so denken wie sie?
willkommen in der demokratie!

die naive
34
12.1.2011, 12:59

Sie können ja privat weiterhin die Taschen diverser NGO´s füllen.

o glorioso pé de friedenreich
11
13.1.2011, 10:05

entweder ihr wollts demokratie oder nicht. wenn nicht dann ab nach nordkorea oder in den iran. wenn schon dann muss demokratie für alle gelten, auch für flüchtlinge.

die naive
21
13.1.2011, 16:34

Demokratie bedeutet sicher nicht, sich verblöden bzw. ausbeuten zu lassen. Demokratie bedeutet auch, demokratisch im eigenen Land zu agieren und zu verteilen.

Octopus Paul +
00
15.1.2011, 14:53
zustimmung

sie müssen sich wirklich nicht mehr verblöden lassen
;)

die naive
00
17.1.2011, 11:33

Können Sie mir Ihre Meinung über mich argumentieren?

belgma
 
83

jojo ... wer zahlt, schafft an ....

menschenrechte gibts nur für die, die es sich monetär leisten können.

Malermeister Schiele
226
"Beratung" über das Aufspüren und exzessive Ausnützen

juristischer Schlupflöcher mit dem Ziel endloser Verfahrensverschleppung und schlußendlichem Ersitzen des "humanitären" Bleiberechtes ist kein Menschenrecht.

Der österreichische Steuerzahler ist nicht das Weltsozialamt. Sie können Ihre Taschen gerne leermachen, aber nehmen Sie die Hände aus den meinen!

o glorioso pé de friedenreich
01
13.1.2011, 10:07
was grasser und co dürfen

das müssen alle anderen auch dürfen.

wb0711
13
10.1.2011, 10:15
vollkommen ihrer meinung!

hauptsache den österreichern hängt man ein sparpaket nach dem anderen um! ;-(

Octopus Paul +
150
10.1.2011, 09:02

wenn ihnen der staat österreich zuwiderhandelt gibt es immer noch die möglichkeit des auswanderns.
wo auch immer sie glauben es besser zu haben, viel erfolg dort...

belgma
 
201
besitz ist kein privileg, sondern verpflichtung!

unterdrückte und ausgebeutete haben sich in der menschheitsgeschichte immer aufgelehnt und zwar erfolgreich. da werden uns zäune und mauern auch nicht mehr schützen, wenn sich milliarden hungernder gegen die "zivilisierte welt" auflehnen und sich das holen, was ihnen zusteht.

juristische schlupflöcher werden weder von asylwerbern noch von rechtsbeiständen gemacht, sondern vom gesetzgeber ...wenden sie sich also an den mit ihren beschwerden!

Machtjan X
201

Was der Anstreicher "juristische Schlupflöcher" nennt, sind nichts als die gesetzlich vorgesehenen Rechte; diese mit Hilfe Rechtskundiger in Anspruch zu nehmen, ist kein "Ausnützen", sondern legitimer Rechtsanspruch. Bereits die Rede von "Schlupflöchern" zeigt nur, dass der Anstreicher Asylsuchende einfach rechtlos halten möchte.

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