Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 800x600Das Wort Krankenstand kommt im Vokabular von Webentwickler Rainer Imb nicht vor. Dafür teilt er sich seine Pausen in seinem kleinen Büro selbst ein.
Als Künstler Geld zu verdienen gelingt nur wenigen. Der Wiener Rainer Imb entdeckte neben der (Überlebens-)Kunst das Internet als Herausforderung, erzählte er Karin Tzschentke.
***
"Eigentlich wollte ich immer was Künstlerisches machen. Malerei, Film, Cartoons. Damit habe ich bis in meine Mittzwanziger die Zeit 'vertrödelt'. Über den Versuch, meine Cartoons zu verkaufen, kam ich zum Journalismus. Die Gelegenheit, 1997 ein Online-Medium mitzugestalten, habe ich beim Schopf gepackt, weil ich seit Teenager-Tagen programmiert habe. Internet bietet eine Fülle an Komponenten: Technik, Grafik, Kreativität.
Der Verlag, bei dem ich seinerzeit arbeitete, wurde Jahre später übernommen. Die Basis für mein Content-Management-System Webfruits, ein Verwaltungstool für Webinhalt, hatte ich damals schon fertig. Das war ein gutes Fundament, um mich 2004 selbstständig zu machen. Allerdings brauchte ich anfangs Nebenjobs, um mich über Wasser halten zu können.
Das Schwierige am Anfang war, dass ich ein Produkt anzubieten hatte, das nicht leicht erklärbar und dadurch schwer zu verkaufen war. Das habe ich unterschätzt. Denn im Gegensatz zu einem Webdesigner umfasst Webentwicklung die vollständige Programmierung und Webarchitektur. Meine Verkaufserfolge waren zuerst nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Durch Mundpropaganda kamen dann so nach und nach Aufträge rein.
Grundsätzliche Problematik für Solisten wie mich ist das äußerst unregelmäßige Einkommen. Es gibt Monate, in denen man nicht einmal das Mindesteinkommen lukriert, hohe Ansprüche stellen darf man also nicht. Dann gibt es wieder Monate, in denen sich das Füllhorn öffnet. Aber man weiß nie genau, wie lange man davon zehren muss. Hätte ich eine Familie, wäre das nicht gerade nervenschonend.
Ein große Bürde ist die Krankenversicherung. Ich fühle mich zwar in bester Gesundheit, möchte aber nicht wissen, wie es wäre, wenn ich ernsthaft krank würde. Das Wort Krankenstand gibt es bei mir nicht. Das ist ein Risiko, das man sich immer vor Augen halten muss, oder man schließt eine Zusatzversicherung ab.
Prinzipiell denke ich schon immer wieder über einen Job im Angestelltenverhältnis nach. Aber die Vorstellung, im Acht-Stunden-Trott zu arbeiten oder einen inkompetenten Chef vor der Nase zu haben, bringt mich davon schnell wieder ab.
Mein Ziel ist eine größere Firma. Aber das ist eine langwierige Sache aufgrund der schwankenden Kundennachfrage. Viel verspreche ich mir derzeit von einer neuen Branchenlösung für die Gastronomie. Restaurants mit Tagesmenüs können damit ganz einfach auf Wochen hinaus ihr Angebot auf die eigene Webseite stellen. Da es mit barrierefreien Firmenwebseiten in Österreich noch sehr im Argen liegt, sehe ich auch hier ein wachsendes Potenzial.
Was mir an meiner Arbeit besonders gefällt, ist, dass ich alle Entscheidungen selbst treffe. Manchmal verzettelt man sich zwar dabei, aber das muss drin sein. Ein längerer Urlaub ist auf der anderen Seite wieder schwierig. Denn die Services müssen für Kunden natürlich rund um die Uhr aufrechterhalten werden.
Der besondere Genuss des Selbstständigseins: Die partielle Sonnenfinsternis am Dienstag konnte ich in aller Ruhe beobachten, ohne einen Chef um Erlaubnis bitten zu müssen. Wenn man wie ich seine Freiheit braucht, ist das einfach ein gutes Gefühl." (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.1.2011)
RAINER IMB, geboren 1969 in Wien, hat sich 2004 mit einer Firma für Webdevelopment in Wien-Erdberg selbstständig gemacht.
Geringe Zuverdienstgrenzen und fehlende Kinderbetreuung in der Karenz zwingen zum reinen Hausfrauendasein
Finanzielle Barrieren für Kleinstunternehmer
Geringere Selbstbehalte treiben mehr Unternehmer zur Vorsorgeuntersuchung. Viele können sich den Arztbesuch dennoch nicht leisten
Selbstbehalte beim Arzt oder Arbeitsunterbrechung zehren Ersparnisse auf
Die Arbeiterkammer ortet in Österreich 30.000 Scheinselbstständige, von frei erwählt und echter Selbstständigkeit weit entfernt
Zwischen Arbeitnehmerinnen und Selbstständigen tut sich in der Karenz eine tiefe finanzielle Kluft auf. Das Bild der reichen Unternehmerin ist Vergangenheit
Die Sozialversicherungsanstalt lässt jeden zehnten Kleinstbetrieb exekutieren. Die meisten kommen mit Ratenzahlung davon
Sie arbeiten auf eigenes Risiko und fühlen sich im sozialen Netz gefangen: Die Zahl der Einzelkämpfer unter den Unternehmern steigt
Viele Kleinstunternehmen geraten in eine Todesspirale, Gutverdiener sind aus der Solidarität entlassen, sagt der Arbeits- und Sozialrechtswissenschaftler Martin Risak
Christa Auderlitzky hat einen Weltvertrieb für Filme in Wien gegründet - STANDARD-Serie, Teil 8
Manfred Häfele wagte nach drei Jahrzehnten bei Bösendorfer einen Neubeginn in der Klavierbranche
Stefan Lechner über das Filmemachen als One-Man-Show, den Weg zur eigenen Filmproduktion und das Zittern um neue Projekte
Edith Ploss ist Pionierin: Sie ist Vorarlbergs einzige selbstständige Sozialarbeiterin
Gerhard Forstner hat sich schon in allen möglichen Berufen versucht, als Brauer von Bierspezialitäten hat er seine Berufung gefunden
Der Oberösterreicher Dietmar Spöcker ging einen für Zeitungsleute nicht untypischen Weg
Ergotherapeut Christian Andergassen ist seit fünf Jahren selbstständig und hat mehr berufliche Freiheiten
Kleinstunternehmer, Neue Selbstständige, Ein-Personen-Unternehmen: Immer mehr Menschen kommen ohne Anstellung aus
Das Hauptproblem der meisten Jungunternehmer ist das fehlende Knowhow im Bereich Marketing & Sales.
Fachlich ist der Großteil sicherlich genügend qualifiziert, aber effizientes Verkaufen hat fast niemand gelernt.
Wirklich gute Verkauftrainings kosten zwangsläufig viel Zeit und Geld, daher wird gerne darauf verzichtet - falls überhaupt der Bedarf bei der Gründung des EPU erkannt wird.
Egal welches Produkt oder welche Dienstleistung - wer nicht verkaufen kann, wird nie erfolgreich sein.
Jene, die diese These herumtrompeten, leben meist selbst vom Verkauf dieser "Marketingstrategien".
Letztlich wird sich aber immer nur gute Ware - egal ob Gegenstände oder geistige Leistung - durchsetzen.
Aufschwatzen kann man jemandem vielleicht einmal etwas, aber DauerkundInnen bekommt man nur mit entsprechender Leistung.
Pimperlkurse zu diffusen Beratungsleistungen werden langfristig sicher nicht genügen, um selbständig genügend Einkünfte zu erzielen, egal wie intensiv das "Marketing" ist.
und habe inzwischen mehrere Unternehmen aufgebaut.
Gute Produkte sind eine notwendige Voraussetzung für den langfristigen Erfolg.
Aber noch wesentlich wichtiger (nicht im Sinne von entweder oder) sind ein guter vertrieb, da der Rezipient die Güte der Produkte hauptsächlich vom Vertrieb entnimmt. Oder glauben Sie wirklich dass in unser spezialiserten Welt ein Käufer ein Produkt nach der Güte beurteilen kann?
Ja, so wie das €ierphone? Ist gemessen an dem was geboten wird, teurer Schrott, und trotzdem stellen sich die iSheep immer wieder in der Nacht vor dem AppleStore an, um zwei Tage später über die Medien über die Macken ihres gerade erworbenen Geräts zu erfahren!
Man kann auch ehrlich Marketing und Verkauf betreiben!
Igendwie muss das Angebot vom potenziellen Kunden auf jeden Fall wahrgenommen werden - also durch Marketing (Werbung, Preisgestaltung, etc,....).
Wenn dann Interessenten auftauchen, muss man nicht lügen sondern die richtigen Fragen stellen, gut zuhören und sich einfühlen können.
Die Probleme verstehen, eingrenzen und Lösungsvorschläge erarbeiten und auf den Kunden eingehen.
Wir wahrscheinlich jeder sagen: Eh klar!
Ist es aber leider nicht.
Manche Interessenten kommen trotzdem nie wieder und da ist in den seltensten Fällen der Preis schuld.
Hier ist doch von EPUs die Rede - nicht von Großkonzernen!
Wenn ein Wirt zum Beispiel einen Aufsteller mit den Tagesmenüs vor die Türe stellt, dann ist das Werbung.
Preisgestaltung, Umfang (1 Gang, 2 Gang oder 3 Gang Menü), Portionsgröße, etc......ALLES Marketing.
Wenn der Wirt dann aber den Gästen eine andere, teuerer Speiße schmackhaft machen kann, dann kann er einfach gut verkaufen.
Das muss nicht zwangläufig heißen, dass dem Gast etwas aufgeschwatzt wurde oder dass die Speiße den Preis nicht Wert ist. Man hat einfach gemeinsam ein passenderes Angebot gefunden.
Das hat nichts mit Betrug zu tun, den im Idealfall bedankt sich der Gast noch für den guten Tipp.
Wenn es geschmeckt hat - eh klar.
Ein Einpersonen-Unternehmen kann sich sowieso nur von Mundpropaganda und guten Beziehungen zu bestehenden Kunden erfolgreich über Wasser halten. Andererseits kenne ich ein paar Typen, die selbstständig sind, eine nette Website mit all den wichtigen Statements haben die man haben muß, aber große Flaschen vor dem Herrn sind. Die machen die Kohle bei den Beschißgewohnten größeren Unternehmen.
Mundpropaganda und gute Beziehungen zu bestehenden Kunden setzt aber voraus, dass man bereits Kunden hat.
Wer ein EPU gründet hat aber selten bereits genügend Kunden an der Hand und muss in der Regel neue Kunden akquirieren.
Wer nur darauf wartet, bis durch Mundpropaganda neue Kunden durch die Tür kommen, warte oft vergebens.
(kommt natürlich auch auf die Branche an).
Man darf nicht vergessen, dass jene, die Marketing-, Betriebs- und sonstige Beratungen auch für Kleinstunternehmen propagieren, dieselben meist selbst verkaufen und dass das AMS Arbeitslose in diese Berufe auslagert.
Gute Leistung in einer Branche, die auch wirklich gebraucht wird (also keine AMS-Wifikurs-Phantasieberufe), qualifizierte Ausbildung und vernünftiges Arbeiten sind für EPUs noch immer die Basis des Erfolges.
Ich selbst möchte um keinen Preis der Welt mehr unselbständig sein, allerdings habe ich mich fundiert ausgebildet, empfange KlientInnen notfalls auch nach 20 h und an Feiertagen und interessiere mich wirklich für ihren Erfolg.
Wenn der Wirt eine teurere Speise (schreibt man übrigens nicht mit ß) vermarkten will, dann wird er das wohl entweder selber schaffen.
Schafft er das nicht, dann wird ihm auch der Marketingstratege nicht viel bringen, da dieser - in solchen Dimensionen - mehr kostet als der Mehrgewinn ausmacht.
Was sich für große Konzerne rechnet auf EPUs umzuwälzen ist lächerlich.
Aber es war auch nie davon die Rede, dass ein Marketingstratege eingesetzt werden muss!
Wo haben Sie das in meinen Postings gelesen???
Ich bleibe dabei: die meisten EPUs haben von Marketing und Verkauf zu wenig Ahnung und verlieren dadurch schon im Ansatz eine Menge an potentiellen Kunden.
Das Knowhow lässt sich auch ohne teure Seminare mit den richtigen Büchern aufbauen.
Die größten Erfolge sind sowieso mit ausprobieren-messen-reflektieren-verbessern zu erreichen!
"...dann wird er das wohl entweder selber schaffen." - dort liegt der Irrtum, denn offentsichtlich haben wenige EPUs unabhängig von der Branche das entsprechende Knowhow um ihre Dienstleistungen zu einem guten Preis an den Mann zu bringen.
entscheidend ist die frage, wie wett-bewerbs-beständig das angebotene produkt ist.
wenn wir beim internet bleiben, so wird hier der trend zum mobilen-i gehen, mögen die kabel anbieter auch alles mögliche in die schlacht werfen.
Marketing - egal ob Internet, Mobile oder klassisch - führt nicht automatisch zu zahlenden Kunden.
Einen Interessenten durch Markting zu angeln und dann zum Kaufabschluss zu führen, ist ein schwieriger Weg der oft frustierend sein kann.
Dort bleiben zwangsläufig viele Nerven liegen, sodass die Kundenaquise immer mehr auf die lange Bank geschoben wird - einfach nach dem Motto:"wenn ich gut bin, spricht sich das von selbst herum".
Ein klassischer Fehler.
Übrigens: Der Beste muss man so gut wie NIE sein, sondern der Passende!
Das wird gerne verwechselt und führ zu frustierten Einzelunternehmer die sich den A**** aufreissen und nix verrechen trauen und die Welt nicht verstehen, wieso trotzdem die Kassa nicht klingelt ;-)
Seit Anbeginn der PC-Computerei war kaum ein 'User' - ob privat oder geschäftlich - bereit, für Software zu zahlen.
Eher noch gab/gibt es die Einsicht, dass für das Einrichten etwas zu bezahlen ist (wenn auch nicht viel, denn "das kann ja jeder"), aber wer das Einrichten vom Vorhandensein eines Original-Datenträgers samt Lizenz abhängig machte, war schnell aus dem Geschäft.
Wer gar dafür etwas verlangen will, dass er kostenfreie Software (z.B. Joomla) anpasst oder einrichtet, erntet beim Auftraggeber ungläubige Blicke.
Das ist leider auf dem Markt des "Webseiten mit einem Klick erstellen" nicht ganz so einfach.
Vor allem, weil "der Neffe des Bruders der Frau das ja auch macht und der studiert noch und verlangt nur ein Zehntel..."
Da kommen die Meisten erst hinterher drauf, dass das, was sie für das Zehntel bekommen haben, vollkommener Schrott ist...
Ergänzend möche ich noch sagen, dass es mörderisch für jene IT-Firmen ist, die eine gute Leistung erbringen, wenn der Markt mit "WebdesignerInnen" mit AMS-Kursen überschwemmt wird, die meist noch dazu die gleichen Preise verlangen.
Als Laie weiß man nämlich erst wenn die Website bereits in Arbeit ist, ob der Mensch fähig war oder ob er bloß gut schwatzen konnte.
Man ärgert sich und versucht, dann möglichst nichts mehr mit der Branche zu tun zu haben.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.