Senioren als Zivildiener-Ersatz

6. Jänner 2011, 18:00
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Khol sieht Problem bei Abschaffung der Wehrpflicht

Wien - Der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes, Andreas Khol, warnte im Ö1- Mittagsjournal eindringlich davor, die Folgen einer Abschaffung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes zu unterschätzen.

Zwar könnte ein freiwilliger Sozialdienst auch für Senioren geöffnet werden, aber: "Diese harte Arbeit, die die Zivildiener leisten - wenn ich mir nur anschaue, was in der Krankenpflege geleistet wird -, da glaube ich nicht, dass da Senioren 1:1 einspringen können. Also da darf man sich nicht in den Sack lügen. Wenn die Wehrpflicht abgeschafft wird, haben wir ein veritables Kostenproblem, die 13.000 Zivildiener ersetzen zu können." Khol verweist darauf, dass derzeit in Deutschland diskutiert wird, Freiwilligenarbeit mit etwa 500 Euro im Monat abzugelten.

Das wäre ein Zubrot, für das nur für wenige Pensionisten in einen 40-Stunden-Sozialjob zurückkehren würden. Und junge Freiwillige könnte man erst recht nicht gewinnen. Die Grünen-Jugendsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill plädiert nach Abschaffung der Wehrpflicht für den Umbau des "freiwilligen sozialen Jahres" in einen freiwilligen Zivildienst. Statt des derzeitigen Taschengelds beim freiwilligen sozialen Jahr (150 Euro für maximal zehn Monate) sollen die freiwilligen Zivildiener künftig Familienbeihilfe erhalten und sozialversichert sein. (red, DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2011)

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