Seehofer verpasst sich Maulkorb

6. Jänner 2011, 16:36
1 Posting

CSU-Chef will bis Herbst kein Wort mehr über mögliches Duell mit Guttenberg um Parteivorsitz verlieren

Wildbad Kreuth - CSU-Chef Horst Seehofer will bis zum nächsten Parteitag der deutschen Christsozialen im Herbst kein Wort mehr über ein mögliches Duell mit Karl-Theodor zu Guttenberg um den CSU-Vorsitz verlieren. "Von mir hören Sie bis zum Einzug in die Parteitagshalle in Nürnberg dazu nichts mehr", sagte Seehofer am Donnerstag bei der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth vor Journalisten.

Seehofer hatte zu Beginn der Klausurtagung am Mittwoch nicht ausgeschlossen, sich zur Not auch einer Kampfkandidatur mit Deutschlands Verteidigungsminister Guttenberg um den CSU-Vorsitz zu stellen. Der in Umfragen als beliebtester deutsche Politiker geführte Guttenberg selbst hat bisher aber keine Erklärung in die Richtung gegeben, dass er den CSU-Vorsitz anstrebt.

"Hervorragend aufgestellt"

"Wir sind einhellig der Meinung, dass wir die Personaldebatte nicht wollen", sagte Seehofer. Er hob zudem hervor, dass die CSU insgesamt personell hervorragend aufgestellt sei und für alle Positionen über Alternativen verfüge. Als "Gewinner des Jahres 2010" lobte Seehofer Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich - im vergangenen Jahr noch hatte es immer wieder Verstimmungen zwischen Seehofer und Friedrich gegeben.

Seehofer äußerte sich besorgt über die Lage der FDP. Der CSU-Chef sagte sogar, er habe die Befürchtung, dass die schwarz-gelbe Mehrheit wegbrechen könne, wenn sich die FDP nicht fange. Den Vorschlag der deutschen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für einen leichteren Zuzug von Fachkräften sieht die CSU mit großer Skepsis. "Das muss sehr eng begrenzt sein, sehr gut begründet sein", forderte Friedrich.

Seehofer und Friedrich äußerten sich zudem begeistert über das Gespräch mit der in der CSU umstrittenen früheren EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann am Vorabend. Das sei ein "wunderbarer Abend" gewesen, sagte Friedrich. Seehofer sprach von einem "offenen und herzlichen Gespräch". Käßmann will nach CSU-Angaben das Angebot von Guttenberg für einen Truppenbesuch in Afghanistan annehmen. "Ich fahre schon mit, wenn es eine Gelegenheit gibt", wurde sie zitiert. Sie habe aber zu Bedenken gegeben, dass sie heute kein Amt bekleide, das einen näheren Bezug dazu hat. Käßmann äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) nicht.

Sie hatte vor einem Jahr als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in einer Predigt gesagt: "Nichts ist gut in Afghanistan." Diese Kritik nahm sie bei der CSU nicht zurück. Sie sagte: "Ich denke, dass sich die Lage in Afghanistan nicht fundamental verbessert hat." (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schweigen ist Gold: Horst Seehofer

Share if you care.