Intel startet neue Chip-Generation mit Kopierschutz

6. Jänner 2011, 10:34
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"Sandy Bridge" auf Messe in Las Vegas vorgestellt - Rasche und sichere Verarbeitung von Videosignalen

Intel hat eine neue Generation seiner "Intel Core"-Mikroprozessoren ("Sandy Bridge") vorgestellt, die besonders auf die schnelle und sichere Verarbeitung von Videosignalen ausgelegt ist. Zusammen mit den Hollywood-Studios Warner Bros. und Fox sowie einigen indischen Bollywood-Studios präsentierte Intel auf der Messe Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas ein in dem "Sandy Bridge"-Chip integriertes digitales Rechtemanagement, mit dem Filme in HD oder 3D kopiergeschützt über das Internet auf den PC und den heimischen Fernseher gebracht werden können.

"Nicht sichere Plattform"

"Wir haben den Personal Computer in der Vergangenheit als "nicht sichere Plattform" für unsere hochwertigen Inhalte angesehen und deshalb Filme online für den PC nur in einer Standard-Auflösung angeboten", sagte Kevin Tsujihara, Vizepräsident bei Warner Bros. Mit einer sicheren Übertragung von Inhalten in hoher Auflösung, wie sie von der neuen Chip-Generation von Intel ermöglicht werde, könne die Filmindustrie nun "früher" Kinoneuheiten digital verbreiten.

Mit "Sandy Bridge" hat Intel eine Chip-Architektur entwickelt, bei der erstmals der eigentliche Prozessor (CPU) mit dem Grafikchip (GPU) und dem PCI-Controller auf einem Mikroprozessor integriert wurden. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Intel-Wettbewerber AMD mit seiner Chip-Serie "Fusion". Systeme mit "Sandy Bridge" benötigen keine spezielle Grafikkarte, wie sie von Firmen wie Nvidia oder AMD angeboten werden.

Schneller

Intel-Manager Shmuel "Mooly" Eden sagte auf der CES, die neuen Chips von Intel seien über 60 Prozent schneller als die bisher leistungsstärksten "Intel Core"-Prozessoren. Im Vergleich zu einem drei Jahre alten Personal Computer betrage die Leistungssteigerung sogar bis über 800 Prozent. Die neue Chip-Generation von Intel ist nach den Worten von Eden auch besonders für die Umkodierung von Audio- und Videodaten geeignet, wie sie beispielsweise auch beim Bestücken eines iPods oder eines iPads mit Inhalten vom PC aus notwendig sei.

Zum Mobile World Congress in Barcelona im Februar kündigte Intel-Chef Paul Otellini in Las Vegas eine Produkt-Offensive bei Smartphones und Tablet Computern an. In diesen besonders wachstumsstraken Segmenten spielt Intel bisher eine völlig untergeordnete Rolle und musste sie in der Vergangenheit Mitbewerbern wie Qualcomm überlassen. Otellini hatte zuvor bereits angekündigt, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2011 "mindestens 35" Tablet-Computer mit Atom-Prozessoren auf den Markt kommen sollen. Neben größeren Herstellern wie Acer, Asus, Cisco, Dell, Fujitsu, Lenovo oder Toshiba setzten auch kleinere Firmen wie OpenPeak oder WeTab auf die Intel-Chips. (APA)

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