Die Tops des Jahres

5. Jänner 2011, 19:45
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Von den New England Patriots über die Kansas City Chiefs, die Chicago Bears und die Atlanta Falcons zu Michael Vick

New England Patriots

Wenig überraschend finden sich die Herren aus Massachusetts nach dem Grunddurchgang am oberen Ende der NFL-Nahrungskette wieder. Was auch immer head coach Bill Belichick macht, er macht es richtig. Den Minneosta Vikings drehte er einen maroden Randy Moss (mittlerweile in der Rolle des Unsichtbaren bei Tennessee zu „sehen") als Schnäppchen an, nur um Deion Branch aus dem Hut zu zaubern, der dann prompt zum zweitbesten receiver des Teams avancierte. Den von den New York Jets wegen seiner Körpergröße (1.73m) dann nicht gewollten running back Danny Woodhead baute er zu einer brandgefährlichen Allzweckwaffe (sechs touchdowns, 926 offensive yards) um. Und wenn man bei den Patriots ein Rookie tight end ist, wie Rob Gronkowski und Aaron Hernandez, dann heißt das nicht auf der Bank sitzen und auf die nächste Saison warten, sondern yards (zusammen 1.156) und touchdowns (16) zu erzielen. Da half es den Gegnern auch nichts, dass die Defense der Patriots nicht mehr die Stärke vergangener Tage hat. Aaron Hernandez ist übrigens der kleine Bruder von DJ Hernandez, 2009 und 2010 quarterback in der Austrian Football League bei den Black Lions aus Kärnten.

Kansas City Chiefs

Gut Ding brauch Weile. Head coach Todd Haley übernahm 2009 ein Kansas Team am Boden und führte sie 2010 zum ersten Mal seit 2006 mit 10-6 und damit dem Divisionstitel der AFC West in die Playoffs. Trotz des einen oder anderen Durchhänger in der regular season dürfen sich die Chiefs, die in der Wild Card Runde Baltimore zu Gast haben, Hoffnungen auf ein Divisional Playoff machen. Dazu muss die starke Offense der Chiefs die nicht weniger starke Defense der Ravens knacken.

Chicago Bears

Danke Mike Martz, sagt ganz Illinois. Der Offense Guru verpasste den Bears die erste funktionierende Angriffsformation seit Menschengedenken. Die Defense war immer das Kernstück Chicagos und läuft 2010 so geschmiert wie damals 1985/1986, als die wieder erwachten „Monsters of the Midway" die Patriots in der Super Bowl XX fraßen. Defense wins championships (für die Phrasensau), aber mit einer Offense ist es dann doch deutlich einfacher. Chicago hat gute Karten für eine zweite Lombardi Trophy.

Atlanta Falcons

Ein ähnlicher Fall wie Kansas. Mike Smith übernahm in Georgia nach einer 4-12 Saison 2007. Das letzte Mal die Playoffs sah man in Atlanta im Jahr 2004. 2010 gewinnen sie mit 13-3 die NFC South noch vor dem regierenden Champion New Orleans. Matt Ryan, franchise quarterback und team leader, steht mit Roddy White die zweitbeste Anspielstation der Liga gegenüber. In der Defense erwies sich John Abraham mit dreizehn sacks als quarterback Jäger der Extraklasse. Ein exzellenter pass rush, der am Ende eine bye week einbrachte.

Michael Vick
Vom schlampigen Talent in Atlanta über den Buhmann der Nation zum Superstar in Philadelphia. Vick polarisiert abseits des Spielfelds, was er am gridiron macht, darüber kann man sich einig sein: ganz großes Footballkino. Green Bay wartet in der Wild Card Runde. (Walter Reiterer; 5. Jänner 2011)

Zur Person

Walter Reiterer ist Herausgeber und Chefredakteur des Online Football-Magazins "Football-Austria". Er schreibt für das Print Magazin „KICK OFF“ und ist Kommentator der NFL-Spiele auf PULS 4.

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    Michael Vick von seiner besseren Seite.

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