JoWooD will von Ex-Hauptaktionär Millionen - "Finanzlage angespannt"

5. Jänner 2011, 19:27
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Klage gegen Koch eingebracht - Sacheinlage soll überbewertet gewesen sein

Der hohe Verluste schreibende börsenotierte steirische Spielhersteller JoWood streitet mit seinem ehemaligen Hauptaktionär Koch Media. JoWooD hat am heutigen Mittwoch ad hoc bekanntgegeben, dass sie mittels Klage von Koch 2,36 Mio. Euro inkl. Zinsen beim Handelsgericht Wien eingefordert hat.

Risken

Zur Begründung hieß es: "JoWooD macht geltend, dass die von Koch Media GmbH im Zuge der bei JoWooD im Jänner 2006 durchgeführten Sachkapitalerhöhung als Sacheinlage eingebrachten Forderungen überbewertet waren: Bei dieser Kapitalerhöhung gab JoWooD insgesamt 6,4 Mio. neue Aktien zu einem Gesamtausgabepreis von 6,4 Millionen Euro an Koch Media GmbH aus. Allerdings hatte die Gegenleistung der Koch Media GmbH nach aktuellen Berechnungen der JoWooD, die von einem Wirtschaftsprüfer bestätigt wurden, nur einen Wert von 4,04 Mio. Euro."

Weiters teilte das krisengeschüttelte Unternehmen mit: "Der Vorstand der JoWooD sah sich heute vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Lage der Gesellschaft (...) zu diesem Schritt (...) veranlasst. Die Steirer räumten in ihrer ad hoc von Mittwochabend allerdings auch ein, dass mit einem langwierigen, mehrjährigen Verfahren mit Risiken gerechnet werde. Der Spielehersteller versichert, dass "der Ausgang des Verfahrens auf die Wirksamkeit der im Jänner 2006 durchgeführten Sachkapitalerhöhung keinen Einfluss" hat.

45 Prozent

Die Tiroler Koch Media hatte zuweilen bis zu 45 Prozent an den Steirern gehalten. Als sie die Tiroler zurück gezogen hatten, sprachen sie davon, dass die "Rettungsaktion" geglückt sei.

In den ersten neun Monaten bis September 2010 schrieb JoWooD unterm Strich einen Konzernverlust von 25 Mio. Euro. Im abgelaufenen Jahr fielen Millionenabschreibungen auf den Beteiligungsansatz der Konzerntochter DreamCatcher (Goodwill) bzw. JoWooD Iberica S.L. (in Stilllegung) an.

Bei der Bekanntgabe der Drittquartalszahlen hatte die Gesellschaft Mitte Dezember gemeldet, gegenwärtig mit Investoren zu verhandeln, um die Eigenkapitalbasis und Liquidität zu stärken. Ende September 2010 beschäftigte JoWooD 88 Mitarbeiter. (APA)

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