Auch WM-Qualifikation angeblich betroffen

5. Jänner 2011, 18:19
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Ante Sapina soll Schiedsrichter vor Match zwischen Liechtenstein und Finnland mit 40.000 Euro bestochen haben

Bochum - Im Wettskandal rund um "Zockerkönig" Ante Sapina wird auch die WM-Qualifikation zum Thema. "Zwei Tore in der zweiten Hälfte - 40.000 Euro für den Unparteiischen", erklärte Sapina am Mittwoch im Zeugenstand des Bochumer Landgerichts zur Manipulation des WM-Qualifikationsspiels am 9. September 2009 zwischen Liechtenstein und Finnland. "In der zweiten Halbzeit hat der Schiedsrichter einen Elfmeter gepfiffen, der überhaupt keiner war", betonte der 34-jährige Berliner, der das Bestechungsgeld selbst übergeben hatte. Das Spiel Match endete 1:1 - beide Tore fielen nach der Pause.

Am Hotel-Parkplatz in Sarajewo

Laut Sapina fand das Treffen mit dem korrupten Schiedsrichter auf einem Hotel-Parkplatz in Sarajewo statt. "Ich habe ihn intensiv befragt, ob er das mit den zwei Toren in der zweiten Halbzeit überhaupt schaffen kann", sagte Sapina den Richtern. Ansonsten wäre es ihm wegen der hohen Wetteinsätze lieber gewesen, wenn er abgesagt hätte. Doch der Referee habe zugesagt. Die Partie sei allerdings sehr zäh verlaufen - bis dann plötzlich der Elfmeter gepfiffen wurde. Das zweite Tor sei dann allerdings zufällig gefallen. "Aber man hat trotzdem genau gesehen, dass der Schiedsrichter dazu beigetragen hat, dass unsere Wette gewinnt."

Demselben Unparteiischen ist laut Sapina außerdem eine Höherstufung in Aussicht gestellt worden. Beim europäischen Fußballverband UEFA habe man einen Schiedsrichter-Obmann mit 50.000 Euro bestochen. Derselbe Schiedsrichter sollte später auch die U21-EM-Qualifikation zwischen der Schweiz und Georgien manipulieren. Das sei allerdings schief gegangen.

Eine Gaststätte in Kiew

Einen anderen Schiedsrichter will Sapina in einer Gaststätte in Kiew getroffen haben. Der Unparteiische sollte die Europa-League-Partie zwischen Basel und Sofia manipulieren. Dafür seien ihm 30.000 oder 40.000 Euro gezahlt worden.

Chef einer Betrüger-Bande will Sapina trotzdem nicht gewesen sein. "Ich habe niemandem Befehle erteilt", sagte der 34-Jährige den Richtern. "Jeder hat jeden beschissen - es ging für jeden nur um den größtmöglichen Einsatz und den größtmöglichen Gewinn." Jeder habe immer nur für sich gearbeitet.(APA)

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    1:1 endete das Match zwischen Liechtenstein und Finnland. Auch Rapid-Spieler Markus Heikkinen stand auf dem Rasen.

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