Tarantinos Top-20-Liste zu 2010

5. Jänner 2011, 17:27
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Weiters: Sean Penn will im Iran aktiv werden, Brad Pitt in einer Gaunerkomödie - und die großen Studios weiter in 3D-Comics

Los Angeles/New York/Albuquerque/Rom - Quentin Tarantino veröffentlichte, vermittelt von der Webseite  www.tarantino.info, eine persönliche Top-20-Liste der Filme von 2010. Darin liegt Pixars computeranimierter Kinderfilm "Toy Story 3" an der Spitze, auf Platz zwei folgt die Facebook-Geschichte "The Social Network", auf dem dritten Platz der australische Krimi "Animal Kingdom" mit Ben Mendelsohn und Guy Pearce. Der derzeit in den USA gefeierte "True Grit" - die Gebrüder Coen werden ihr Western-Remake bei der Berlinale präsentieren -  kommt bei Tarantino auf Platz sechs.

Sean Penn will Panahi treffen

Sean Penn wolle in den Iran reisen, um den verurteilten iranischen Filmregisseur Jafar Panahi zu treffen. "Amnesty International hat offiziell für uns ein Visum beantragt", kündigte Filmemacher Paul Haggis, Mitgründer der Bewegung "Artists for Peace and Justice", beim Capri Hollywood Film Festival an. Haggis rief alle Künstler auf, eine Petition zur Befreiung des bekannten iranischen Regisseurs und seines Mitarbeiters Mohammad Rasoulof zu unterzeichnen: "Es ist wichtig, dass Künstler aller Länder die Petition unterzeichnen, die ich und Penn gern persönlich in den Iran bringen würden".

Brad Pitt in "Cogan's Trade"

Im Gefolge der "Ocean's"-Filme bleibt Brad Pitt im Fach der Gaunerkomödie. In "Cogan's Trade" will der 47-Jährige nicht nur die Hauptrolle übernehmen, sondern den Film auch mitproduzieren, meldet "Variety". Regie soll Andrew Dominik führen, der mit Pitt 2007 schon "Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford" gedreht hatte. Von dem Regisseur stammt auch das Drehbuch. Die Dreharbeiten sollen im März in Louisiana beginnen.

Drehvorbereitung für "The Avengers"

Nach Jahren der Vorbereitung sollen im April die Dreharbeiten zum Film "The Avengers" ("Die Rächer") beginnen. Das Projekt ist die neueste Umsetzung eines Comics aus dem legendären Marvel-Verlag ("Spider-Man", "The Fantastic Four", "X-Man"). Der Film ist eine Ansammlung von Superhelden und so auch von Superstars: Robert Downey Jr., Samuel L. Jackson, Scarlett Johansson und andere sollen dabei sein. Gedreht wird, dank großzügiger Subventionen, in New Mexico, Kinostart soll Sommer 2012 sein.

Kinostarts 2011

Auf 3D-Filmen mit lukrativ erhöhten Ticketpreisen ruhen die Geschäftshoffnungen der Studios auch für 2011, und weiterhin auf Sequels: Anlaufen werden Teil 2 von "Hangover", "Kung Fu Panda", "Cars" und "Sherlock Holmes", Teil 3 von "Transformers" und "Paranormal Activity", Teil 4 von "Fluch der Karibik", "Mission Impossible" und Teil 5 von "Fast and Furious" und "Final Destination". Comicverfilmungen finden meist in 3D statt - "The Green Hornet" (ab 14.1.) unter anderen mit Christoph Waltz als Bösewicht, gefolgt von "Green Lantern", "Captain America" und "Thor" -, und auch die cartooneske Literaturadaption "Gullivers Reisen" mit Jack Black. Strikt 2D bleiben Werke zweier Regielegenden: "Hereafter - Das Leben danach", ein Todes-Drama vom 80-jährigen Regieveteranen Clint Eastwood, startet im Frühjahr, Terrence Malicks Generationenfilm "The Tree of Life" Brad Pitt und Sean Penn im Sommer.

Vielbeschäftigte

Daniel Craig, der budgetbedingt bis 2012 als James Bond pausieren muss, war in der Zwischenzeit vielbeschäftig: Neben "Tim und Struppi", mit dessen Verfilmung in Motion-Capture-Tricktechnik sich Steven Spielberg einen langgehegten Traum erfüllte wird er am Jahresende im ersten der "Millennium"-Krimis zu sehen sein; außerdem tritt er mit Harrison Ford in der Western-Sci-Fi-Kreuzung "Cowboys und Aliens" auf. Fleißig war auch Natalie Portman, die neben Darren Aronofskys Psychostudie "Black Swan" (Start am 21.1.) in der Abenteuerkomödie "Your Highness" und in "Thor" als Amazone auftreten wird - und nicht zuletzt Christoph Waltz, der in "Green Hornet" er den von Selbstzweifeln geplagten Bösewicht Chudnofsky darstellen wird, in der deutsch-französischen Koproduktion "Die drei Musketiere" (in 3D mit Milla Jovovich und Orlando Bloom; Start: 1.9.) den Kardinal Richelieu und in "Water for Elephants" (Start: 15.4.) den eifersüchtigen Zirkusdirektor an der Seite von "Twilight"-Idol Robert Pattinson und Reese Witherspoon. Neben Kate Winslet wird er außerdem gegen Jahresende in Roman Polanskis Yasmine-Reza-Verfilmung "Der Gott des Gemetzels" zu sehen sein.

Cameron kritisiert "Sequel-Business"

Regisseur James Cameron, 56, konstatierte gengenüber dem dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" eine "Story-Krise". Hollywood werde vom "Sequel-Business" regiert. "Das bedeutet, man dreht von irgendetwas schon Erfolgreichem eine Fortsetzung, denn jeder in Hollywood weiß, wie wichtig es ist, dass der Film, bevor er in die Kinos kommt, bereits eine Marke ist", so Cameron, der mit Werken wie "Titanic" und "Avatar" die Kinokassen klingeln ließ. Wenn dies der Fall sei, wie etwa bei der im Juli endenden "Harry Potter"-Serie, "dann sind sie Lichtjahre voraus". Doch hier liege das Problem: "Denn leider werden diese Marken immer lächerlicher", beklagte Cameron. Sogar aus dem Spiel "Schiffe versenken" solle ein Film gemacht werden: "Das degradiert das Kino." Hollywood ist für ihn nur noch eine "Geisteshaltung". "Wenn wir über Hollywood reden, sprechen wir von einem Prinzip." Es lohne sich immer weniger, hier zu leben. Weil er ein hübsches Haus in Malibu habe, lebe er selbst zwar noch hier - "aber ich werde vielleicht auch bald wegziehen." (APA)

  • QTs Favorit "Toy Story 3(D)"
    foto: pixar

    QTs Favorit "Toy Story 3(D)"

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