Senioren verärgert über Sparpaket

5. Jänner 2011, 15:46
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Khol: Fehlende Wertanpassung führt zu Austritten und erregt Unverständnis

Wien - Die Proteste der betroffenen Pensionisten seien zahlreich und wütend. Das berichtet der Obmann des Seniorenbundes Andreas Khol (ÖVP) im Gespräch mit dem Ö1-Mittagsjournal. "Es gibt viele Austritte. Es gibt viel Verärgerung", sagt Khol, der täglich zahlreiche E-Mails erhalte, in denen zum Ausdruck kommt, dass "die Menschen eigentlich verständnislos sind".

Ein Teil der Pensionisten ärgert sich darüber, dass er im Jänner weniger netto aufs Konto bekam als im Dezember. Ein anderer beschwert sich darüber, dass die Pension im neuen Jahr nicht wertangepasst wurde. Dies sei laut Ö1 bisher nicht bekannt gewesen. Die Seniorenvertreter seien davon ausgegangen, dass die Wertanpassung nicht in vollem Maße gestrichen werde und erst für die neuen Pensionisten im Jahr 2011 gilt.

Khol kritisiert "weitgehende und harte Maßnahme"

"Im schlimmsten Fall bekommt ein Pensionist, wenn er am 1. Februar 2010 in Pension gegangen ist, nicht nur jetzt keine Pensionsanpassung, sondern im nächsten Jahr erst. Das sind dann 23 Monate, die jemand warten muss", sagt Khol. Dies sei eine sehr weitgehende Maßnahme, die so nicht mit dem Seniorenrat vereinbart gewesen sei.

Auch der Präsident des sozialdemokratischen Pensionistenverband, Charly Blecha, der derzeit im Ausland weilt, ist dem Vernehmen nach unzufrieden mit der Situation.

Macht der Senioren "stark übertrieben"

Wurden die Verschlecherungen an den Seniorenvertretern vorbeigeschwindelt? "Ich würde diese harten Ausdrücke nicht wählen. In den Verhandlungen in Loipersdorf haben wir einer anteilsmäßigen Pensionserhöhung in solchen Fällen zugestimmt. Herausgekommen ist dann in der Regierungsvorlage eine komplette Streichung, auch rückwirkend", sagt Khol. "Wir haben dagegen protestiert, aber es hat nichts genutzt."

Auf die Frage von Ö1, ob die Macht der Pensionistenvertreter schwinde, meint Khol: "Die Macht der Seniorenvertreter ist immer stark übertrieben worden." An einer Verfassungsklage gegen das Budget würden die Seniorenvertreter jedenfalls festhalten, bestätigte Khol. (red, derStandard.at, 5.1.2011)

  • Seniorenbund-Obmann Khol: "Wir haben dagegen protestiert, aber es hat nichts genutzt."
    foto: standard/cremer

    Seniorenbund-Obmann Khol: "Wir haben dagegen protestiert, aber es hat nichts genutzt."

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