Schon mehr als 150 Kältetote in Polen

5. Jänner 2011, 14:53
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Polizei und Sozialeinrichtungen sehen Alkohol als Hauptproblem

Slubice/Warschau - In Polen sterben im Winter fast täglich Menschen an Unterkühlung oder Erfrierungen. Erst Mitte Dezember war ein 43-Jähriger in einem Dorf nahe Krosno auf einem Weg liegend entdeckt worden. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod durch Erfrieren feststellen. Und in dem südostpolnischen Dorf Bystrzyca bei Rzeszow erfror ein 77-Jähriger am zweiten Tag des neuen Jahres im Schlaf in seinem offensichtlich ungeheizten Haus.

Das Hauptkommando der polnischen Polizei in Warschau führt eine eigene Statistik zu den Kältetoten: Danach wurden seit Beginn der Frostperiode im November schon 154 Opfer gezählt. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Winter 2009/2010, als bis zum Jahreswechsel 121 Menschen starben. Für den gesamten vergangenen Winter waren insgesamt 289 Opfer zu beklagen. Im Jänner 2011 gab es schon acht Kältetote.

Viele Alkoholisierte unter den Opfern

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Opfern laut Polizei um Alkoholisierte. Die polnische Polizei mahnt, dass Passanten melden sollen, wenn sie hilflose Menschen sehen. Zudem würden Streifen häufig Orte wie leerstehende Gebäude oder Haltestellen ansteuern, wo sich Obdachlose aufhalten, und sie auf Übernachtungsmöglichkeiten hinweisen, sagt ein Polizeisprecher. (APA)

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