Lebensmittelpreise auf Rekordhoch

5. Jänner 2011, 11:54
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Teures Getreide und Zucker sorgen für anhaltenden Preistrieb - Australische Flutkatastrophe dürfte schlechte Versorgungslage beim Weizen zusätzlich verschärfen

Rom/Sydney/Wien  - Die weltweiten Lebensmittelpreise liegen nach Berechnungen der Vereinten Nationen (UN) so hoch wie noch nie. Der "Food Price Index" der UN-Welternährungsorganisation FAO markierte im Dezember ein Rekordhoch, wie die UN am Mittwoch in Rom mitteilten.

Grund für den anhaltenden Preistrieb war den Angaben nach teureres Getreide sowie Zucker. 2008 war es in zahlreichen Ländern wegen annähernd hoher Preise zu Unruhen gekommen.

Der deutsche Bauernverband rechnet für dieses Jahr hierzulande mit steigenden Lebensmittelpreisen wegen der anziehenden Konjunktur. Die Steigerung dürfte aber nicht höher als die Inflationsrate liegen.

Die Teuerung in der Euro-Zone kletterte im Dezember überraschend stark und überschritt erstmals seit mehr als zwei Jahren wieder die Marke von zwei Prozent. Wesentlicher Preistreiber waren Lebensmittel.

Australische Flutkatastrophe vernichtet Weizen

Nach der Flutkatastrophe in Australien droht weiteres Ungemach. Etwa die Hälfte der australischen Weizenernte dürfte so stark verdorben sein, dass sie nicht mehr für Lebensmittel geeignet ist. Bis zu 50 Prozent könnten nur noch als Tierfutter oder für andere minderwertige Zwecke genutzt werden, schätzten Experten am Dienstag. Bei einer üblichen Ernte sind demnach maximal zehn Prozent von solch geringer Qualität.

"Der hochwertige Weizen wird auf der ganzen Welt sehr knapp", sagte Getreidelandwirt Richard Clark aus dem Bundesstaat New South Wales südlich des fast vollständig überfluteten Queensland. "Wir haben hier Probleme, in Argentinien war es heiß und in den USA dürfte der Winter eine Menge kaputt gemacht haben." Die Ernte in Australien ist zu 75 Prozent abgeschlossen, liegt aber wegen des schlechten Wetters rund fünf Wochen hinter dem Zeitplan.

Getreide-Experte Wayne Gordon von der Rabobank in Sydney rechnet in diesem Jahr mit einer Weizenernte von 22,6 Mio. Tonnen von den Feldern des weltweit viertgrößten Exporteurs. Rund 14,3 Mio. Tonnen dürften dabei ins Ausland gehen. Im vergangenen Jahr hat Australien 21,7 Mio. Tonnen geerntet und 16,9 Mio. Tonnen exportiert.

Die Ernteausfälle haben den Weizenpreis zuletzt weiter in die Höhe getrieben. Europäischer Weizen war zu Wochenbeginn mit 255,50 Euro je Tonne zeitweise so teuer wie seit drei Jahren nicht mehr. Bereits im vergangenen Jahr hat sich das Getreide deutlich verteuert. (Reuters/red)

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    Ernteausfälle haben den Weizenpreis zuletzt weiter in die Höhe getrieben.

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