Großhandelspreise teils drastisch gestiegen

5. Jänner 2011, 11:30
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Im Dezember legten die Preise im Jahresvergleich um 9,1 Prozent zu, im Jahresdurchschnitt lagen sie 2010 um fünf Prozent über dem Vorjahr

Starke Verteuerungen bei Getreide und Mineralölprodukten ließen die Großhandelspreise in Österreich im Dezember 2010 um 9,1 Prozent gegenüber Dezember 2009 steigen. Dies geht aus dem Großhandelspreisindex (GHPI) für Dezember hervor, der am Mittwoch von der Statistik Austria veröffentlicht wurde. Gegenüber November 2010 legte der GHPI (GHPI 2005) um 1,4 Prozent zu.

Im November 2010 hatte das Plus im Jahresvergleich noch 7,7 Prozent betragen. Im Jahresdurchschnitt 2010 lagen die Großhandelspreise mit einem Indexstand von 110,8 um 5,0 Prozent über dem Preisniveau von 2009, nachdem es 2009 noch zu einem Minus von 7,5 Prozent gegenüber dem Jahresschnitt 2008 gekommen war.

"Altmaterial und Reststoffe" teurer

Im Jahresdurchschnitt 2010 haben sich vor allem die Großhandelspreise für "Altmaterial und Reststoffe" (+63,4%), "Häute, Felle und Leder" (+32,3%), "Kunstharze und Rohkunststoffe" (+25,2%), "Nicht-Eisen-Metalle" (+23,8%), "Sonstige Mineralölerzeugnisse" (+22,8%), "Getreide, Saaten und Futtermittel" (+16,7%), "Eisen und Stahl" (+15,8%) sowie "Motorenbenzin (inkl. Diesel)" (+14,1%) erhöht.

Deutliche Verbilligungen waren bei "Düngemitteln und agrochemischen Erzeugnissen" (-18,0%), "Nichtalkoholischen Getränken" (-6,9%), "Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen" (-6,0%), "Sportartikeln" (-4,4%) sowie "Datenverarbeitungsgeräten und peripheren Einheiten" (-4,3%) zu verzeichnen.

Auch im Vergleich zum Dezember 2009 waren vor allem die Großhandelspreise für "Altmaterial und Reststoffe" (+72,6%), "Getreide, Saaten und Futtermittel" (+65,0%), "Eisen und Stahl" (+30,3%), "Obst, Gemüse und Kartoffeln" (+24,9%), "Sonstige Mineralölerzeugnisse" (+23,6%), "Nicht-Eisen-Metalle" (+18,4%), "Motorenbenzin (inkl. Diesel)" (+17,2%)" sowie "Düngemittel und agrochemische Erzeugnisse" (+16,5%) gestiegen. Wesentliche Preisrückgänge verzeichneten "Nichtalkoholische Getränke" (-8,3%), "Rundfunk- und Fernsehgeräte, Bild- und Tonträger" (-5,2%), "Kaffee, Tee, Kakao und Gewürze" (-4,6%) sowie "Sonstige Nahrungs- und Genussmittel" (-4,0%).

Der Großhandelspreis-Index (GHPI) der Statistik Austria ist neben dem Verbraucherpreisindex (VPI) der wichtigste Indikator der Preisentwicklung. Aufgabe des GHPI ist es, die Entwicklung der Preise der vom Großhandel abgesetzten Waren darzustellen. Im Warenkorb sind 387 Waren enthalten, die Erhebung der Preise erfolgt bei rund 200 Großhandelsunternehmen, die auf freiwilliger Basis monatlich ca.1400 Großhandelsverkaufspreise (ohne Mehrwertsteuer) bereitstellen. (red)

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