Deutsche Bahn erlebte Aufstand gegen fixe Tickets

4. Jänner 2011, 18:57
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Als die DB vor acht Jahren ihre Kunden schon beim Ticketkauf festlegen wollte, ging sie baden

Wien - Die Deutsche Bahn (DB) hat bereits vor acht Jahren versucht, die Kunden dazu zu bewegen, sich schon beim Ticketkauf auf einen bestimmten Zug festzulegen. Bei den Kunden hat das damalige Preissystem freilich zu heftigen Protesten geführt.

Die DB wollte damals die Nachfrage auf vielbefahrenen Strecken besser steuern und verstopfte Züge vermeiden. Dazu wurde Ende 2002 ein Frühbuchermodell eingeführt. Je früher man buchte, desto höher fiel der Rabatt aus. Die Nachlässe betrugen bis zu 40 Prozent, sie galten aber jeweils nur für einen festgelegten Zug.

Wer dann doch zu einem anderen Zeitpunkt fahren wollte, musste eine Stornogebühr von bis zu 45 Euro zahlen. Die "normalen" Ermäßigungen mit der Bahncard wurden gleichzeitig von 50 auf 25 Prozent reduziert.

Notbremse gezogen 

Bei den Fahrgästen kam das neue Modell gar nicht gut an, Verbraucherschützer kritisierten, dass Bahnfahren unterm Strich oft teurer geworden sei. Nur ein halbes Jahr später zog die Deutsche Bahn daher die Notbremse. Die Stornogebühren wurden drastisch reduziert (auf 15 Euro). Das für Personenverkehr zuständige DB-Vorstandsmitglied Christoph Franz und Marketing-Vorstandsdirektor Hans-Gustav Koch wurden entlassen. Im August 2003 wurde schließlich auch wieder die alte Bahncard mit 50 Prozent Rabatt eingeführt. Das zuvor eingeführte Preissystem sei einfach "zu komplex" gewesen, räumte DB-Chef Hartmut Mehdorn damals ein. Mehdorn ist mittlerweile selbst Geschichte. (go, DER STANDARD Printausgabe, 5.1.2011)

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