"Politiker dürfen nie zugeben, dass sie die Materie nicht verstehen"

Rosa Winkler-Hermaden, 7. Jänner 2011, 09:40
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    Juristin, Agrarökonom, Studienabbrecher und Volkswirt.

Berufspolitiker oder Quereinsteiger - wer sind die besseren Minister? derStandard.at hat nachgefragt

Die Frauenministerin war einmal Lehrerin, die Justizministerin Richterin. Der Verteidigungsminister war Pressesprecher und der Sozialminister Gewerkschaftsboss. Die Berufe, die die Mitglieder der Bundesregierung vor ihrer Tätigkeit als Politiker ausgeübt haben, könnten unterschiedlicher nicht sein. User "Dante" wünscht sich: "Das Regierungsteam muss aus Fachleuten bestehen, wobei jedes Mitglied seine persönliche Kompetenz in seiner bisherigen Karriere nachweisen muss." Und User "Gleiches Recht für alle" stellt folgende Frage: "Warum wird von Politikern nicht ein Höchstmaß an wirtschaftlicher und juristischer Ausbildung verlangt?" derStandard.at hat beim Politologen Reinhard Heinisch von der Universität Salzburg nachgefragt.

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Für Minister werde keine Ausbildung vorgeschrieben, "weil es in einer Demokratie um die Vertretung des Volkes geht", sagt Heinisch. Würde ein bestimmtes Bildungslevel vorausgesetzt, bestünde die Gefahr, so der Politologe, dass nur eine bestimmte Personengruppe von den Politikern vertreten würde - etwa Juristen oder Techniker - und das "gemeine Volk" nicht.

Es stimmt, sagt Heinisch, dass man von einem Politiker möchte, dass er sehr gut ausgebildet ist und sich genau auskennt: "Politiker dürfen nie zugeben, dass sie die Materie nicht verstehen." Gleichzeitig werfe man den Politikern dann aber oft vor, sie seien abgehoben und vertreten nicht die Interessen der Leute, die eigentlich betroffen sind, sondern die Interessen der Eliten.

Großbritannien versus USA

Man unterscheidet zwischen Berufspolitikern und Quereinsteigern. In den unterschiedlichen Demokratien gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. In Großbritannien etwa müssen Minister gewählt sein, sie müssen aus dem Unterhaus stammen. Sie sind nicht immer Experten in ihrem Bereich - also eher Berufspolitiker, agieren dafür aber näher am Menschen. In den USA sind Politiker oft Quereinsteiger: "Man muss schon etwas geleistet haben, sich bewährt haben", sagt Heinisch.

Zivildiener wird Verterteidigungsminister

In Österreich gebe es ein Mischsystem: "MinisterInnen sind nicht immer ExpertInnen, aber es sind in der Regel Leute, die eine Affinität für einen bestimmten Bereich haben." Für Heinisch macht das durchaus Sinn, "weil man auch Politiker möchte, die sich in die Leute hineinversetzen können, die nicht nur abgehoben sind." Dass es dann oft zu skurrilen Konstellationen kommt, etwa wenn mit Norbert Darabos ein ehemaliger Zivildiener Verteidigungsminister wird, bestätigt der Politologe: "In jedem System gibt es Grenzfälle."

"Zick-Zack-Bewegung"

Kritisch sieht Heinisch, dass in Österreich eher Leute in der Politik aufsteigen, die innerhalb der Partei sehr erfolgreich sind, "die gute Parteiarbeit leisten". Das sei momentan wieder verstärkt der Fall, "wie schon in den 60er- oder 70er-Jahren." Es folgte eine Zeit in Richtung Öffnung für Quereinsteiger. Als Beispiel nennt Heinisch den ehemaligen Bundeskanzler Viktor Klima (SPÖ), der vor seiner politischen Tätigkeit Manager bei der OMV war. Sein Nachfolger Gusenbauer war wiederum ein "Parteiarbeiter". Heinisch hat für diese "Zick-Zack-Bewegung" folgende Erklärung: "Man sucht den Berufspoltiker. Hat man mit ihm Schwierigkeiten, sucht man den Quereinsteiger. Das geht sukzessive fort." (rwh, derStandard.at, 7.1.2011)

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Pol e Mike
01
17.1.2011, 14:26
Insoferne ist Faymann ja unfreiwillig ehrlich!

Er kann gar nicht so tun, als würde er von irgendwas auch nur eine leichte Ahnung haben.
Umfassend und überall totale inkompetent-er repräsentiert seine Partei PERFEKT!

h 90
00

Darum ist er ja Kanzler weil er von allem gleich viel (oder wenig) Ahnung hat.

Donald McRonald
00
13.1.2011, 15:31
die Popolitikerinnen

Danke Hans, mehr oder weniger teile ich auch deine Einstellung. Man muß den Politikerinnen und Politikern, die im Hohen Haus stundenlang auf dem gemütlichen Sessel im Namen der Demokratie, Völkervereinigung und Menschenrechte einschlafen und faulen, mit dem Dorn der Massen in die Popopacke stechen, sonst geht gar nichts weiter.

misanthropie
00
13.1.2011, 14:33
Würde ein bestimmtes Bildungslevel vorausgesetzt, bestünde die Gefahr, so der Politologe, dass nur eine bestimmte Personengruppe von den Politikern vertreten würde - etwa Juristen oder Techniker - und das "gemeine Volk" nicht.

in dem fall:
wo sind die drogensüchtigen im parlament, dass der querschnitt passt??

sonst würde ja nur das klientel der nicht-drogis bedient, und das des "gemeinen volks" nicht......

pepitant
00
14.1.2011, 13:44
Machen Sie sich da

bloß keine Sorgen :-)

Romeo und Julia
00
13.1.2011, 12:48
Wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt,

dann darf man aber schon zugeben, siehe Dörfler?

samron
00
13.1.2011, 09:24

"Politiker dürfen nie zugeben, dass sie die Materie nicht verstehen"...

.... brauchen sie auch nicht. Bei einigen reicht es schon sie einfach reden zu lassen.

Daskleineichbinich1
00
12.1.2011, 16:09
Da wird was verwechselt

Minister sind Politiker
Fachleute sind Fachleute

Es schadet zwar nicht auch Expertenwissen in das Ministeramt einzubringen, das wichtigste ist aber die politische Umsetzung und das ist der Job des Politikers. Fachleute sitzen sowieso im Ministerium

Da würde ich eher die Frage stellen, wozu brauche ich eine Experten als Minister, da könnte ich gleich den ranghöchsten Beamten jedes Ressorts nehmen und bräuchte gar keinen Minister. Aber das schwierige ist eben die politische Umsetzung, dafür ist auhc die Einbettung in die politischen Parteien notwenig und darum sind alle Minister die "parteilos" sind - also die wirklich parteilos sind - gescheitert, da sie ihren ureigensten Job nicht machen können.

Erlaucht
00
12.1.2011, 14:56
Dafür steht ewiges Grinsen im Gesicht für "ich war's nicht"!

Ich bin der Meinung...
01
11.1.2011, 13:50
Wieso soll ein Politiker das nicht zugeben?

Dann hätte er/sie wenigstens die Tugend der Ehrlichkeit für sich gewonnen.

Und mag ganz ehrlich: Das fast alle Politiker keinen blassen Schimmer davon haben was sie tun weiß sowieso jeder.

Hinguckerl
00
10.1.2011, 23:37
Ich bin für das Instrument

der Volksabstimmungen. Diese Form der direkten Demokratie, die rechtsverbindlichen Charakter hat, zwingt alle Politiker zu mehr Engagement und Ehrlichkeit gegenüber dem Wahlvolk. Diese Schuldebatte z.B. dürfte nicht in einem zahnlosen Volksbegehren versandeln, das ist in meinen Augen ein klarer Fall für eine von der Regierung veranlasste Volksabstimmung.

also dann ...
02
also bitte : betrachten wir es einfach satirisch - kabarettistisch . . .

VOLKER PISPERS - der beste polit-kabarattist :

- z.b. purer sozialismus - FDP
http://www.youtube.com/watch?v=bYlNy6bQpB4

- das perverse weltbild des dr. opfer SCHÄUBLE
http://www.youtube.com/watch?v=1TbLxTCLCGo

- MERKEL - besser als erwartet
http://www.youtube.com/watch?v=h... re=related

- ausländer-integration
http://www.youtube.com/watch?v=U... re=related

- USA - a history of terrorism 1-5
http://www.youtube.com/watch?v=n... re=related

- neo-l i b e r a l e
http://www.youtube.com/watch?v=k... re=related

der Xote
02

Ich finde der Darabos macht seine Sache gar nicht mal so schlecht, zumindest fällt er nicht durch sein tun negativ auf.

Da erinnere ich mich an eine ehemalige Gesundheits- und Familienministerin die sich nach ihren Scheidungen dem Schreiben von Büchern über Schweinsbraten hingab.

Craig Christ
00
10.1.2011, 09:30

Und sich als Aerztin fuer den Schutz der Raucher einsetzte und keine kleinen Kinder in Restaurants oder Flugzeugen mag, da sie Laerm verursachen.

Mat Schreiber
00
"Politiker dürfen nie zugeben, dass sie die Materie nicht verstehen"

Merkt man bei der BO. Versteht es nicht einmal ein halbwegs brauchbares Urteil in ihrer Disziplin zu schreiben; gibts aber nicht zu.

Werner Stadlmann
02
Keine Notwendigkeit, etwas zuzugeben

Politiker brauchen auch nicht zuzugeben, dass sie nichts verstehen - das wissen wir ja längst!

das ist fix
01

Ein Verteidigungsminister muss kein "Militär-Fachmann" sein, jedoch sollte er sich mit der militärischen Landesverteidigung identifizieren - sonst ist er eine Fehlbesetzung.

take it easy1
12
12.1.2011, 17:57
Aber, er sollte wenigstens das Bundesheer absolviert haben!

leser 4712
00
wie die ehemalige steirische landeshaupt"mann"

schon sagte: er (grazer bürgermeister) ist genau der richtige für das (politische!) amt: er kann mit den leuten reden und sieht gut aus.

... und die prölls?

Wo woar mei Leistung?
02
Warum sollen sie nicht zugeben, was ohnehin jeder weiß?

Wenn man sich die Liste derer anschaut, die in den letzten 10 Jahren Ministerämter ausüben durften, dann kommt einem das Grausen.

Heimat ist ein von Nazis befreites Land!
01
Wir haben schon alleine durch die EU ein liberales Chaos!

Wir brauchen nicht mehr Liberal wählen.
Derzeit sieht es so aus, dass zwar der, der Arbeitet auch nichts gescheites bezahlt bekommt, aber die die zu Hause sind bald gar nichts mehr.
Hier handelt es sich um zu 90% der Leute die von der Wirtschaftskrise gestraft worden sind.Die Krise die wir auch mit verschuldet haben, da auch wir alles haben müssen und die Kredite dafür nicht mehr bezahlt werden können und auch dass man mit als Kleinanleger nicht zur Börse gehört. Dann wurde noch schwarz und blau in die EU gewählt und jetzt fehlt den Pensionisten Geld, Mindestsicherung die es gar nicht gibt, Arbeitslosengeld immer weniger, Familien trauen sich keine Kinder mehr machen, Kranke liegen dem Staat in der Tasche, man kann sich keine Ang. leisten!

AgentX
00
11.1.2011, 11:03

Wissen Sie überhaupt was Liberal heißt???

pepitant
00
14.1.2011, 13:49
Das ist ja nicht entscheidend,

wichtig wär, dass es die Liberalen wüssten.

parapente
02
Die brauchen nichts zugeben,

man weiss ja, dass sie ahnungslos sind!

dajonny
01

Wenn wirklich das gemeine Volk vertreten werden sollte wünsche ich mir auch Politiker ohne Matura - ist eh schon wurscht- und bitte auch ohne das schlimme Gendering im Fernsehen (alles doppelt aussprechen)

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