Tausende Vögel fielen vom Himmel - sie starben vermutlich vor Schreck

4. Jänner 2011, 14:12
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Rund 3.000 Rotschulterstärlinge verendeten in der Kleinstadt Beebe - Mysteriöses Fischsterben gibt weiter Rätsel auf

Beebe - Das Rätselraten um den plötzlichen Tod Tausender Vögeln am vergangenen Freitag im US-Staat Arkansas hat möglicherweise ein Ende. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass die Tiere wahrscheinlich am Stress durch Feuerwerkskörper verendeten - also gleichsam vor Schreck bzw. an dessen Folgen gestorben sind. "Wir sind jetzt fast sicher, dass ein Trauma ihren Tod verursacht hat", sagte George Badley, Vertreter des Veterinärmedizinischen Dienstes von Arkansas, am Montag. In der Silvesternacht waren in der Kleinstadt Beebe insgesamt bis zu 5.000 Vögel vom Himmel gefallen. Bewohner sprachen von einem regelrechten Regen toter Vögel.

Ein Einwohner habe vor dem Vorfall eine Reihe von Explosionen gehört, die womöglich von einem Feuerwerk oder einer von Bauern eingesetzten Vorrichtung zur Abschreckung von Vögeln gestammt hätten, sagte Badley. Darauf sei eine große Zahl von Vögeln ziellos umhergeflogen. "Er hat ihre Flügelschläge gehört und wie sie gegen Hindernisse flogen."

Weder Krankheit noch Gift

Bei den meisten gefundenen Vogelkadavern handelte es sich um Rotschulterstärlinge (Agelaius phoeniceus). Sie können laut Badley nachts relativ schlecht sehen und seien vermutlich gegen Bäume und Häuser geflogen, nachdem sie durch Lärm aufgeschreckt worden seien. Untersuchungen hätten jedenfalls gezeigt, dass die getöteten Vögel weder an Krankheiten gelitten hätten noch vergiftet worden seien.

Bereits zuvor hatten die staatliche Ornithologin Karen Rowe erklärt, einige der toten Rotschulterstärlinge wiesen Anzeichen physischer Verletzungen auf. Die Expertin spekulierte, dass der Schwarm möglicherweise von einem Blitz oder Hagel in großer Höhe getroffen worden sei. 

Bereits in der Vergangenheit waren Vögel in Arkansas tot vom Himmel gefallen. 2001 wurden in der Nähe der Stadt Hot Springs mehrere Enten im Flug vom Blitz erschlagen. Schwerer Hagel tötete 1973 zahlreiche Vögel in der Nähe der Stadt Stuttgart im Norden von Arkansas.

Mysteriöses Fischsterben ohne Zusammenhang

Rätselraten bereitet unterdessen in Arkansas weiterhin ein mysteriöses Fischsterben: Bereits am vergangenen Donnerstag (Ortszeit) waren rund 200 Kilometer von Beebe entfernt in einem Fluss etwa 100.000 tote Fische entdeckt worden. Massives Fischsterben komme jedes Jahr vor, zitierten Medien Keith Stephens von der Wild-und Fischbehörde in Arkansas. Aber ein derartiger Umfang sei ungewöhnlich.

Die toten Fische waren auf einem rund 30 Kilometer langen Abschnitt des Arkansas River gefunden worden - auf der Wasseroberfläche und am Ufer. Experten gehen in diesem Fall von einer Krankheit aus. Ein Zusammenhang mit dem Vogelsterben wurde ausgeschlossen. (red/APA)


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