Weiter heftige Kritik rund um WKÖ-Ausstieg bei Österreich Werbung

4. Jänner 2011, 13:20
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Kammer kündigte Vertrag per Ende 2011 - "Fahrlässige Gefährdung" des Tourismusstandortes Österreich

Wien - Die Vertragskündung der Wirtschaftskammer (WKÖ) mit der Österreich Werbung (ÖW) per Ende 2011 sorgt weiter für Aufregung. Die Kammer hat kürzlich angekündigt, ihre Förderung ab 2012 zu streichen und das Geld selbst in die Tourismuswerbung zu stecken. Nimmt die WKÖ ihre Kündigung nicht zurück, stehen der ÖW künftig 8 Mio. Euro - 6 Mio. Euro davon in bar - weniger zur Verfügung.

Franz Hörl, ÖVP-Tourismussprecher und Bundes-Fachverbandsobmann der Seilbahnwirtschaft, kritisiert den Austritt scharf und spricht von einem "Alleingang in die falsche Richtung". Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner hält die Vertragskündigung als "fahrlässige Gefährdung" des Tourismusstandortes Österreich. Kritik kommt auch von FPÖ, Grünen und der Niederösterreich-Werbung.

"Nicht im Blindflug unterwegs"

Erstmals hat sich nun auch ÖW-Chefin Petra Stolba zu Wort gemeldet. "Wir wissen, was wir tun. Wir sind nicht im Blindflug unterwegs", sagte sie dem "WirtschaftsBlatt" (Dienstagsausgabe). So halte sich die ÖW per Monitoring der 40 wichtigsten Märkte auf dem Laufenden und habe eine Prognose derselben bis 2015. Damit könne man marktgerecht agieren. "Wir decken 95 Prozent aller Nächtigungen ab und sind damit auf den wichtigsten Märkten präsent." Selbstverständlich sei man auch in den Bundesländern aktiv. Allerdings mache es keinen Sinn, standardmäßig Österreich-Werbung im Inland anzubieten, außer in Krisenzeiten, meinte sie.

Die WKÖ fordert dennoch mehr Werbung im In- und Ausland. Stolba gewinnt Märkten wie Brasilien, China oder Indien einiges ab, dennoch dürfe man die "natürlichen Märkte" vor allem in Europa nicht vergessen. Die Wirtschaftskammer hatte kritisiert, dass sich die ÖW zu wenig um neue Märke wie Brasilien, China und Indien kümmere. Außerdem wünscht sich die Kammer von der ÖW mehr Werbung im Inlandsmarkt Österreich und mehr Mitspracherecht. (APA)

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