Chemotherapie

Ursachen von Übelkeit und Erbrechen auf der Spur

4. Jänner 2011, 12:45
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    foto: apa/heiko wolfraum

    Bei einem Drittel der Krebs-Patienten wirken Anti-Brech-Mittel nicht

Brechreiz ist große Belastung für Chemo-Patienten - Genetische Unterschiede beeinflussen Wirkung von Anti-Brechmitteln

Heidelberg - Übelkeit und Erbrechen - das sich häufige Nebenwirkungen, mit denen Chemotherapie-Patienten zu kämpfen haben. Die Beschwerden belasten Krebs-Patienten oftmals mehr als der Tumor selbst. Prinzipiell schaffen medikamentöse Behandlungsverfahren Abhilfe. Doch bei rund einem Drittel aller Krebs-Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, sind diese Medikamente nicht ausreichend wirksam. Wissenschafter am Universitätsklinikum Heidelberg sind den Ursachen dafür auf der Spur, erklärt die Deutsche Krebshilfe in einer Aussendung: Bestimmte Bindungsstellen im Gehirn sind bei den betroffenen Patienten anders aufgebaut. Dadurch können die Arzneimittel nicht an ihrem Zielort im Gehirn andocken. Die Forscher arbeiten zurzeit daran, künftig eine auf jeden Patienten persönlich angepasste Arzneimitteltherapie gegen die Übelkeit zu entwickeln.

Belastung für Patienten

Auslöser für die Beschwerden ist der körpereigene Botenstoff Serotonin, der während der Krebs-Therapie vermehrt gebildet wird. Serotonin bindet an bestimmte Rezeptoren, die wie eine Antenne aus den Gehirnzellen hervor stehen. Medikamente gegen die Übelkeit (Anti-Emetika) können diese Rezeptoren blockieren, so dass das Serotonin nicht mehr andocken kann. Dadurch wird der Brechreiz unterdrückt.

Bei zwei Drittel aller Krebs-Patienten wirken die Serotonin-Rezeptorenblocker gut, etwa einem Drittel der Krebs-Patienten helfen diese Medikamente jedoch nicht. Zudem treten bei den Betroffenen häufig zusätzliche Beschwerden auf, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Verstopfung, in schweren Fällen sogar Darmverschluss.

Deutsches Forschungsprojekt

Aus welchem Grund die Medikamente gegen Übelkeit bei manchen Patienten nicht ansprechen, erforschen die Molekularbiologen um Beate Niesler vom Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Wissenschafter analysierten hierfür momentan die genaue molekulare Struktur der Serotonin-Rezeptoren. Der Grund für die unterschiedliche Wirksamkeit ist der bei jedem Patienten einzigartige genetische Bauplan für den Rezeptor. Die Unterschiede können dazu führen, dass der Wirkstoff nicht die entsprechende Rezeptor-Bindungsstelle erkennt und somit unwirksam ist. Die Heidelberger Wissenschafter wollen die Grundlage dafür schaffen, in Zukunft maßgeschneiderte Medikamente zu entwickeln, welche die unterschiedlichen Rezeptor-Typen erfolgreich blockieren können. Dadurch wollen sie die Lebensqualität und damit die Akzeptanz der Behandlung bei den Betroffenen deutlich verbessern. (red)

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15 Postings
Echinacea
00
24.2.2011, 20:16
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Orthomol immun

fertigprodukt
51

man vergiftet menschen und fragt sich dann, warum diese erbrechen müssen.....
die sog moderne medizin wird immer obskurer.

fluchtpunkt
01

Na da redet mal wieder einer mit Ahnung...
Man weiß natürlich sehr genau, warum Menschen, die eine Chemotherapie bekommen, erbrechen. Das kommt von der Chemotherapie.

Das Erbrechen und die Übelkeit sind je nach genauer Therapie sehr unterschiedlich. Es gibt Medikamente, die machen keine Übelkeit, und welche, die machen starke Übelkeit.
Darauf und auf den Patienten abgestimmt werden prophlyaktisch Medikamente gegen Übelkeit gegeben.

Bei den am schlimmsten übelkeitserrenden Therapien kann Erbrechen bei drei Vierteln der Patienten verhindert werden, bei anderen Therapien ist das noch besser.

Dass natürlich auch geforscht wird, wie man das noch besser machen kann, werden hoffentlich sogar Sie begrüßen.

Lucius_Verus
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Niemand fragt sich..

warum bei der Verabreichung von Zytostatika ein Mensch erbrechen muß. Das ist eben ein Symptom einer Vergiftung. Wenn sie als Krebskranker sich einer Chemo unterziehen (das kann von der Zyklenzahl open end sein), sind sie froh, wenn sie nicht so viel oder gar nicht brechen müßen. Das weiß nur einer, der einmal eine Chemo machen musste. Ich habe fast 2 Jahre Chemo gehabt (10 Zyklen)und ich war froh das ich nur beim ersten Zyklus mir die Seele aus dem Leib ko..en musste.
ich habe mich auch nie gefragt ob Chemo oder nicht. Ich hatte 2 Kinder zu Hause und von da her hat sich die Frage für mich erledigt.

Lucius_Verus
11
Ob sie so einen Schei..dreck..

verzapfen wenn sie krebskrank sind? Mir hat die Chemo geholfen! Ich wurde geheilt und lebe seit 15 Jahren ohne Krebs.

nik.2008
21

.. ich hatte einen gehirntumor, welcher in einer langen op von den neurochirurgen durch auffräsen der schädeldecke vollständig entfernt wurde. ich hätte mir gewünscht, dass es schon neuere medikamente geben würde, nachdem bei mir der brechreiz trotz permanenter medikation extrem war.

Lucius_Verus
11
Ich musste nur beim ersten Zyklus meiner Chemo...

brechen. Dann habe ich das Krankenhaus gewechselt und die dortigen Onkologen haben sich gewundert, warum ich bei der ersten Zyklus brechen musste. Beim zweiten Zyklus musste ich kein einziges Mal erbrechen. Auch nicht bei den folgenden Zyklen. Der behandelnde Onkologe mixte das Brechmittel (ich glaube NOVOBAN oder so ähnlich) mit Kortison, das potenziert die Wirkung des Antibrechmittels. So erlebte ich eine völlig "brechfreie" Chemo!

fluchtpunkt
01

Navoban oder ähnliche Präparate werden heutzutage standardmäßg mit Cortison (Dexamethason) kombiniert, jedenfalls bei allen Chemotherapien ab der mittleren Stufe der Übelkeitsnebenwirkungen.

Inzwischen gibt es zusätzlich auch schon andere Medikamente (Aprepitant u.a.), die eine noch bessere Kontrolle ermöglichen.

Es freut mich jedenfalls, dass es den Kollegen bei Ihrer Therapie so gut gelungen ist!

Rene Stangeler
16
Die Leute kiffen lassen,

hat zumindest bei einer Bekannten welche sich einer Chemo unterziehen musste geholfen. Keine Übelkeit, normale Nahrungsaufnahme und daher auch keine Gewichtsverlust wie sonst bei Chemopatienten üblich. Das Kiffen wurde ihr übrigens von ihrer pratkischen Ärztin empfohlen, im KH waren die behandlenden Ärzte überrascht dass sie die Chemo so gut und ohne Beschwerden überstanden hat. Sie hat im KH aber nichts über ihr Mittel zur Übelkeitsbekämpfung verraten, aufgeklärte Ärzte wissen längst dass THC in solchen Fällen äusserst wirksam ist und sie wollte nicht dass sie ein übereifriger Arzt eventuell anzeigt.

fluchtpunkt
00

THC wirkt zwar gegen Chemotherapieübelkeit und wird durchaus (und legal) eingesetzt, es gibt aber weit besser wirksame und nebenwirkungsärmere Präparate. (Die psychotrope Wirkung ist in diesem Fall eine nicht unbeträchtliche Nebenwirkung!)

Im Falle Ihrer Freundin darf IMHO ein Arzt aufgrund seiner Schweigepflicht keine Anzeige erstatten. (Wird aber sowieso keiner machen, der halbwegs bei Sinnen ist.)

Balkonbepflanzer
10

Es ist nicht nur das THC sondern die Kombination aus allen möglichen Wirkstoffen im Hanf. Nur THC gabs mal rein als Tabletten und wenn ich mich nicht täusche, gings den Probanden nicht so gut wegen vielen neg. Nebenwirkungen (wilde Halluzinationen etc).

theEdge
 
10

In den USA auf Rezept schon seit geraumer Zeit aus dem Automaten zu haben - ein Schritt in die richtige Richtung.

Bonair
10
THC ist als "Schedule I drug" in den USA klassifiziert

Das heißt:
- hohes Mißbrauchspotential
- keine wissenschaftlich anerkannte medizinische Indikaton
- Bedenken bzgl. der Sicherheit des Wirkstoffes.

Diese Einordnung stößt in den USA zwar auch auf Kritik, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Schedule I drugs in den USA nicht "aus dem Automaten" zu holen sind.

Nicht falsch verstehen, ich halte das medizinische Potential von Cannabinoiden auch für ungenutzt.

theEdge
 
10

Stimmt, da war ich wohl falsch informiert. Aus dem Automaten gibt es sie (noch) nicht.

Antonov
11

Im Jänner 2008 ist von Marihuana-Automaten in Kalifornieren berichtet worden.

http://www.spiegel.de/panorama/... 72,00.html

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