Regierung baut Hürden für Tiefsee-Ölbohrungen ab

4. Jänner 2011, 06:58
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Auf Druck der Industrie und aus den Reihen der Republikaner - Nach Ölpest wieder Bohrungen im großen Stil im Golf von Mexiko möglich

Washington - Erstmals nach dem Ende der Ölpest soll im Golf von Mexiko wieder im großen Stil nach Öl gebohrt werden dürfen. Die US-Regierung wolle für 13 Unternehmen den Weg frei machen, ihre Bohrungen fortzusetzen, die im zurückliegenden Frühjahr wegen der Umweltkatastrophe gestoppt werden mussten, teilte das Innenministerium in Washington am Montag mit. Die Behörde verzichte darauf, die bereits laufenden Projekte erneut auf ihre Umweltverträglichkeit hin zu prüfen.

Damit sind aber noch nicht alle Hürden für die Fortsetzung der Bohrungen abgebaut. Die 13 Unternehmen, zu denen neben anderen Shell und Chevron gehören, müssen zunächst noch belegen, dass sie die strengeren Sicherheitsvorschriften erfüllen, die nach der Explosion der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im April eingeführt wurden. Bei der größten Umweltkatastrophe in der US-Geschichte waren 780 Millionen Liter Rohöl ins Wasser ausgetreten.

Die Ölindustrie, Politiker aus den am Golf gelegenen US-Staaten und einige republikanische Kongressabgeordnete hatten die Regierung unter Druck gesetzt, die Tiefseebohrungen wieder zu erlauben. Große Ölgesellschaften wie Chevron oder Shell haben Milliarden in die Ausrüstung investiert, der Stillstand kostete Arbeitsplätze und bedroht die Steuereinnahmen der Anrainerstaaten. Die Regierung in Washington hatte den generellen Bohrstopp bereits im Oktober aufgehoben. Seitdem waren aber noch Arbeiten in mehr als 500 Fuß (152 Metern) Tiefe verboten. (APA)

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