Annäherung zwischen Nord- und Südkorea

3. Jänner 2011, 18:17
posten

Südkorea ist offen für den Dialog, fordert aber Zugeständnisse Nordkoreas

Seoul/Wien - Auf der Koreanischen Halbinsel stehen zu Jahresbeginn die Zeichen auf Entspannung. Nachdem die nordkoreanischen Behörden in ihrer Jahresbotschaft zur Beendigung der Konfrontation zwischen Norden und Süden aufgerufen hatten, zeigte sich auch Südkorea offen für einen Dialog.

"Ich erinnere den Norden daran, dass der Weg zum Frieden noch immer frei ist. Die Tür zum Dialog steht offen", sagte der südkoreanische Präsident Lee Mynung Bak Lee in seiner im Fernsehen übertragenen Neujahrsansprache. Gleichzeitig warnte Lee den Norden vor militärischen Abenteuern. Südkorea werde es nicht zulassen, dass der Norden auch nur auf einen Zentimeter seines Territoriums Anspruch erhebe.

Trotz der rhetorischen Annäherung bleibt die Situation auf der Koreanischen Halbinsel nach einem Artilleriegefecht zwischen Nord- und Südkorea am 23. November angespannt. Dabei kamen vier Menschen ums Leben. Südkorea macht Nordkorea auch für den Untergang eines Kriegschiffes, bei dem 46 Seeleute starben, verantwortlich.

"Eine Konfrontation zwischen dem Norden und dem Süden sollte so früh wie möglich entschärft werden. Wenn ein Krieg ausbricht, dann wird es zu nichts anderem führen, als zu einem nuklearen Holocaust", hieß es in der nordkoreanischen Jahresbotschaft laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap. Nordkorea fordert vom Süden das Ende der Militärübungen.

Das völlig verarmte Nordkorea will an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die kommunistische Führung war vor mehr als zwei Jahren aus den Atom-Gesprächen mit Südkorea, den USA, China, Japan und Russland ausgestiegen. Die USA und Südkorea verlangen aber vor einer Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen, dass der Norden Schritte hin zu einer Aufgabe seines Atomprogramms unternimmt.

"Der Norden muss auf Frieden und Kooperation hinarbeiten - nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten", sagte Lee. Der südkoreanische Präsident stellte dem Norden auch den Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation in Aussicht.

Heute beginnt der US-Sonderbeauftragte für Nordkorea, Stephen Bosworth, ein Reise nach Südkorea, China und Japan, wo er Beratungen über die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel führen wird. Begleitet wird Bosworth vom US-Sonderbeauftragten für die Atomgespräche mit Nordkorea, Sung Kim. (ag, STANDARD-Printausgabe, 04.01.2011)

Share if you care.