Dank an Neugebauer

3. Jänner 2011, 18:06
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Wir müssen Fritz Neugebauer dankbar sein - Er zeigt uns, was in diesem Staat, in dieser Gesellschaft nicht stimmt

Wir müssen Fritz Neugebauer dankbar sein. Er zeigt uns, was in diesem Staat, in dieser Gesellschaft nicht stimmt.

Viele (darunter die SPÖ und die Grünen) behaupten, dass die Trennungslinie in Österreich zwischen "Reich" und "Arm" verläuft. Mindestens ebenso wahr ist aber, dass die Trennungslinie zwischen "privilegiert" bzw. "geschützt" und "nicht privilegiert" und "ungeschützt" verläuft. Das betrifft in Wahrheit viel mehr Leute, weil es bei uns nicht wirklich viele wirklich Reiche gibt, aber eine sehr große Menge von Leuten, die man der Mittelschicht zurechnen kann. Innerhalb dieser Mittelschicht gibt es aber gewaltige Unterschiede zwischen "geschützt" und "nicht geschützt". Konkret: Beamte (und zum Teil auch Vertragsbedienstete) haben nicht nur weit höhere Pensionen als vergleichbare Privatangestellte (von Arbeitern reden wir gar nicht), sondern auch weit höhere Aktiveinkommen. Und selbstverständlich sind ihre Arbeitsplätze ungleich sicherer.

Angesichts dieses grundlegenden Missverhältnisses ist es nun Herrn Neugebauer, Chef der Beamtengewerkschaft, eingefallen, gegen die bescheidenen Verschärfungen beim Pensionsrecht der Beamten, die er selbst mitbeschlossen hat, zu klagen.

Allen geht es nach dem Budgetsparpaket schlechter; nur für die Beamten darf das nicht gelten. Österreich wird dominiert von verantwortungslosen Interessenvertretern. Das hat uns Fritz Neugebauer gezeigt. (RAU, DER STANDARD, Printausgabe, 4.1.2011)

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