Neues Pyrotechnikgesetz verärgert Fußballfans

3. Jänner 2011, 17:35
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Die Fans erkennen im Feuerwerk- verbot nur eine "Scheinsicherheit" - Das Innenministerium zieht hingegen eine zufriedene Bilanz

Wien - Während man im Innenministerium eine zufriedene Bilanz zum neuen Pyrotechnikgesetz zieht (DER STANDARD berichtete), sind Fußballfans verärgert. Das Gesetz, das seit einem Jahr gilt und etwa das Abbrennen bengalischer Feuer im Stadion verbietet, bringe nur Scheinsicherheit und müsse zumindest adaptiert werden, sagt Sebastian Kiss vom Verein "Pyrotechnik ist kein Verbrechen".

"Es hat 2010 in den Stadien öfter Pyrotechnikeinsatz gegeben als in den Jahren zuvor - passiert ist wenig überraschend wie bereits seit 20 Jahren nichts", erklärt der Sprecher des Vereins, bei dem fast alle Fanklubs des Landes sind.

Das Argument des Innenministeriums, dass man ja Ausnahmegenehmigung beantragen könne, lässt Kiss nicht gelten. "Das wurde zwar von Fans ab dem Sommer teilweise genutzt. Allerdings wurden von Spiel zu Spiel strengere Auflagen erlassen. Und am Jahresende flatterten den Verantwortlichen plötzlich Anzeigen ins Haus, obwohl es zuvor kein negatives Feedback gegeben hat."

Er vermutet auch, dass wieder mehr Fußballanhänger die bengalischen Feuer "wild" abbrennen werden. "In den Auflagen sind irrsinnige Abstände vorgeschrieben, man darf auch nur eine begrenzte Zahl gleichzeitig zünden. Spontane Freude nach einem Tor wird so unmöglich."

Für Ärger sorgt auch, dass beispielsweise bei Skirennen kaum gegen den Feuerzauber eingeschritten wird. Ein Gespräch mit dem Innenministerium will man trotzdem führen. (Michael Möseneder/DER STANDARD, Printausgabe, 4.1.2011)

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    Fußballfans vor einem Feuerwerk bei einem Match in Karlsruhe.

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