Protest wegen neuer Touristensteuer in Rom

3. Jänner 2011, 14:42
7 Postings

Bis zu drei Euro pro Person verlangt man in der italienischen Hauptstadt, um leere Gemeindekassen aufzufüllen

Rom - Rom beschert seinen Besuchern zu Jahresbeginn eine böse Überraschung. Seit dem 1. Jänner 2011 ist eine sogenannte "Touristen-Steuer" eingeführt worden. Besucher, die in der Ewigen Stadt im Hotel übernachten, müssen künftig pro Nacht einen Sonderbeitrag von drei Euro an die Gemeinde zahlen. In Campingplätzen zahlt man nur einen Euro. Für Museumskarten werden Besucher einen Euro zusätzlich zahlen müssen. Dasselbe gilt für Besucher, die in die städtischen Touristenbusse einsteigen, oder einen Ausflug an Bord der Fähren am Tiber unternehmen.

"Die Touristen protestieren, sie sind über diese neue Steuer nicht informiert worden", berichtete der Präsident des römischen Hotelierverbands Federalberghi Giuseppe Roscioli. Empört zeigte sich eine amerikanische Touristin, die Neujahr in der Ewigen Stadt verbrachte. "Wir haben acht Nächte in einem Vier-Sterne-Hotel gebucht. Dies bedeutet, dass wir für unseren Rom-Aufenthalt zusätzliche 50 Euro zahlen müssen. Wir haben erst heute von der Steuer erfahren. Wir hätten früher informiert werden müssen", protestierte die Touristin.

Auch beim Eingang der größten Museen der italienischen Hauptstadt kam es zu Protesten. "Die Tickets sind ohnehin schon zu teuer. Kultur sollte jedem zugänglich sein, so werden sie für Familien und Jugendlichen einfach zu teuer", meinte ein französischer Tourist.

Klamme Kassen

Mit der Touristensteuer will die Gemeinde Rom ihren klammen Finanzen aufhelfen. Angesichts der 20 Millionen Übernachtungsgäste, die jährlich in der Ewigen Stadt gemeldet werden, könnte sich die Steuer als Segen für die Kassen der italienischen Hauptstadt erweisen.

Mit der Steuer will die Gemeinde Rom die hohen Ausgaben für die Erhaltung der Monumente und Denkmäler, der archäologischen Stätte sowie der Parks finanzieren. "Rom wird täglich von Hunderttausenden Menschen besucht, die unsere Dienstleistungen nutzen. Es ist richtig, dass sie mit einer Steuer zur Sanierung unserer Bilanzen beitragen. Die Römer müssen die Last des Massentourismus erdulden und sollten dafür eine Gegenleistung erhalten", sagte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno.

Die Touristensteuer löste einen Protest des Konsumentenschutzverbands Codacons aus. "Diese Steuer ist ein Todesstoß für den Tourismus in Rom. Es ist absurd, dass Touristen, die Rom besuchen wollen, eine Steuer zahlen müssen, unabhängig von den Monumenten und den Museen, die sie besichtigen werden", sagte ein Codacons-Sprecher. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Blechen nicht nur fürs Foto mit dem Original-Römer: Italiens Haupstadt kassiert ab Anfang 2011 eine Touristensteuer ein.

Share if you care.