Industrie der Euro-Länder trotzt Schuldenkrise

3. Jänner 2011, 10:33
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Gute Stimmung: Der Einkaufsmanagerindex stieg im Monat Dezember stärker als zunächst ermittelt

Berlin/London - Die Industrie in der Eurozone, vor allem in Deutschland, startet mit viel Rückenwind ins neue Jahr. Die Stimmung in der Euroraum-Industrie hat sich im Dezember etwas stärker aufgehellt als zunächst ermittelt. Der Einkaufsmanagerindex sei von 55,3 Punkten im Vormonat auf 57,1 Punkte gestiegen, teilte das Forschungsunternehmen Markit am Montag in London mit. Damit revidierte das Institut vorläufige Daten leicht um 0,3 Punkte nach oben.

Die Geschäfte liefen im Dezember auf Hochtouren. Beim Einkaufsmanagerindex gab es in Euroland im Dezember den vierten Anstieg in Folge. Er hält sich damit seit fast eineinhalb Jahren über der Marke von 50 Zählern, ab der ein Wachstum signalisiert wird.

"Deutschland bleibt der Star-Performer, gefolgt von Frankreich", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. "Es gibt aber auch Signale einer Erholung in den Peripherie-Ländern, wo der Export der Produktion angekurbelt." Ausnahme sei lediglich Griechenland, wo sich der Abschwung aber immerhin verlangsamt habe.

Weiter aufwärts

Der Aufwärtstrend dürfte in den kommenden Monaten anhalten. Die Neuaufträge stiegen fast so kräftig wie im März, als ein Drei-Jahres-Hoch erreicht wurden. Die Unternehmen stellten deshalb so viele Mitarbeiter ein wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

In Frankreich trübte sich die Stimmung nicht ganz so stark ein, wie in der Erstschätzung gemeldet worden war. In der drittgrößten Volkswirtschaft Italien hellte sich die Stimmung hingegen auf. Dort wird keine Erstschätzung durchgeführt. In Deutschland war die Stimmungsaufhellung unterdessen nicht ganz so kräftig wie ursprünglich gemeldet.

Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden.

Produktion und Auftragseingang zogen im Dezember an, während die Unternehmen ihre Belegschaften so stark aufstockten wie noch nie in der fast 15-jährigen Geschichte der Umfrage, teilten die Markit-Experten am Montag zu ihrer Erhebung unter etwa 500 Firmen mit. Die Geschäfte liefen so gut wie zuletzt im Juli.

Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex für Deutschland stieg um 2,6 auf 60,7 Punkte und liegt damit deutlich über seinem langjährigen Mittelwert von 52,1 Zählern. In einer ersten Schätzung hatten die Forscher jedoch ein noch stärkeres Wachstum für möglich gehalten. Die Firmen weiteten ihre Produktion stärker aus als in den vergangenen vier Monaten. "Damit hält das Produktionswachstum seit genau eineinhalb Jahren an", schrieben die Experten. Wichtigster Grund sei die kräftig anziehende Nachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen.

Mehr Aufträge

Der Auftragseingang legte deutlich stärker zu als im November. Vor allem aus dem Ausland kamen mehr Bestellungen: Hier war das Plus so groß wie seit Juni nicht mehr. Stark war die Nachfrage außerhalb der Euro-Zone, besonders aus Asien.

Viele Firmen stellten angesichts der hohen Nachfrage mehr Mitarbeiter ein. Sie rechnen nach Einschätzung der Markit-Forscher in den kommenden Monaten mit höheren Produktionsanforderungen und weiteten deswegen vorsorglich ihre Kapazitäten aus. "Dass die Firmen unter erheblichem Kapazitätsdruck stehen, war auch daran zu erkennen, dass die Auftragsbestände wieder stärker zunahmen als in den zurückliegenden vier Monaten", schrieben die Experten.

Zunehmend zu schaffen machen den Firmen steigende Einkaufspreise: Zahlreiche Vormaterialien schlugen stärker zu Buche, darunter Chemikalien, Kupfer, Kunststoffe und Stahl. Die Teuerung war so stark wie seit Juli 2008 nicht mehr. Einen Teil der Kosten reichten die Firmen an ihre Kunden weiter. Sie hoben ihre Preise den elften Monat in Folge an, der Aufschlag war sogar so stark wie seit September 2008 nicht. (APA/Reuters)

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    Auf Regen folgt Sonnenschein: Die Industrie der Euro-Zone geht zuversichtlich ins neue Jahr.

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