Missbrauchsvorwürfe gegen Ex-Priester Martin Bormann

3. Jänner 2011, 09:49
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Ältester Sohn des gleichnamigen Reichsleiters und Sekretärs von Adolf Hitler soll über ein Jahr lang Buben missbraucht haben - Opfer ist schwerkrank

In den 1960er Jahren soll es passiert sein, länger als ein Jahr soll es gedauert haben und das Opfer leide noch heute unter den Folgen. Ein 63-jähriger Mann erhebt in der aktuellen Ausgabe des profil schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Priester Martin Bormann: Der heute 80-Jährige soll ihn damals missbraucht haben. Das angebliche Opfer hat sich bei der Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt gemeldet und von den Vorfällen im Kloster der Herz Jesu-Missionare in Salzburg Liefering erzählt.

Wie die Sachwalterin des 63-Jährigen in einem Ö1-Interview erklärte, habe der Missbrauch sein Leben verpfuscht. Es sei für ihn schwer zu verarbeiten gewesen, dass ihm weder seine Mutter, noch seine Großmutter geglaubt hätten. Dabei hätten sie mit ihm nur zum Arzt gehen müssen, er habe vier Wochen lang die Toilette nicht benutzen können.

Entschuldigung erhofft

Als Jugendlicher soll der 63-Jährige als schwer erziehbar gegolten haben und auch später als Erwachsener habe er weder Privatleben noch Beruf in den Griff bekommen. Eine Therapie habe der Mann noch nie gemacht, so seine Sachwalterin. Zudem habe der Mann lange Zeit gedacht, dass Bormann bei einer Missionarsmission im Kongo gestorben sei. Jetzt möchte das Opfer nichts außer einer Entschuldigung, oder zumindest die Gewissheit, dass nun alle von dem Missbrauchsfall Kenntnis haben.

Martin Bormann, für den die Unschuldsvermutung gilt, ist vor vierzig Jahren aus dem Orden der Herz-Jesu-Missionaeren ausgetreten, um zu heiraten. Er lebt heute in Deutschland. Sein ehemaliger Orden gab an, dass man nichts mehr von Bormann wisse, außer dass er schwer krank sei. Der ehemalige Priester ist der älteste Sohn des gleichnamigen Reichsleiters und Sekretärs Adolf Hitlers und kämpfte immer wieder gegen den Schatten seines Namens.

Im Gespräch mit profil erklärte Bormann, dass er sich weder an die Zeit im Internat der Herz-Jesu-Missionare noch an den Buben, der ihn beschuldigt, noch an ein "Kammerl", in dem er den Buben missbraucht haben soll, erinnern könne. (red)

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