Rumpfbullen überraschen Caps

2. Jänner 2011, 21:12
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Salzburg stark verjüngtem Kader in Wien erfolgreich - KAC kommt nicht aus der Krise - Villach bestätigt Form - Verkehrte Powerplay-Welt in Linz

Wien - Eine verstärkte U21-Mannschaft von Meister Red Bull Salzburg hat das Duell um den zweiten Platz der Erste Bank Eishockey Liga gegen die Vienna Capitals sensationell und souverän für sich entschieden. Die Red-Bull-Talente fertigten am Sonntag in der 34. Runde in Wien die Capitals mit 5:3 (3:1,2:0,0:2) ab. Salzburg (46 Punkte) zog damit den Capitals (44) davon und verkürzte den Rückstand auf den strauchelnden Tabellenführer KAC (50) auf vier Punkte.

Salzburg-Trainer Pierre Page reagierte auf das einmalig intensive Programm zum Jahresstart mit zwei Spielen innerhalb von 24 Stunden auf seine Art: Page ließ fast alle Stars pausieren und gab seinen Talenten eine Chance. Nur drei routinierte Legionäre und ÖEHV-Teamstürmer Thomas Raffl waren aus dem 22-Mann-Kader älter als 21 Jahre.

Und die Jungbullen überrannten die Caps in den ersten zwei Dritteln, obwohl Philipp Pinter die Wiener programmgemäß in Führung gebracht hatte (6./PP). Doch die Salzburger ließen sich davon nicht aus dem Rhythmus bringen, machten Tempo und kamen auch verdient zu Toren. Steven Regier (13., 19.), der diesmal als Kapitän einlief, und Kevin Puschnik (16./SH, 27.), der seine ersten Saisontore erzielte, brachten die Gäste jeweils mit einem Doppelpack 4:1 voran. Tyler Holst legte im Powerplay den fünfte Treffer nach (34.).

Erst im Schlussdrittel zeigten die Wiener Einsatz und Aggressivität, mehr als eine Ergebniskorrektur durch Francois Bouchard (45.) und Pinter (60./PP) kam dabei aber nicht mehr heraus.

KAC schlittert weiter

Der KAC steckt weiter in einem hartnäckigen Formtief. Die Klagenfurter verloren vor 4.072 Zuschauern gegen den HK Jesenice mit 4:6 (2:3,0:0,2:3) und kassierten damit die dritte Niederlage in Folge, sowie die achte aus den vergangenen neun Partien. Der Vorsprung in der Tabelle auf Verfolger Salzburg ist nun bereits auf vier Punkte geschrumpft.

Im Duell des Ersten mit dem Letzten legte der Favorit einen klassischen Fehlstart hin. Schon nach fast acht Minuten stand es nach Toren von Robert Sabolic (2.) und Marjan Manfreda (8.) 2:0 für die Gäste. Christoph Brandner (11.) und Martin Schumnig (14./PP) brachten den Rekordmeister aber kurzzeitig zurück ins Spiel.

Tomi Hafner (20./PP), Marc Cavosie (43.), Brett Lysak (44.) und Klemen Pretnar (53./PP) sicherten den Slowenen den verdienten Auswärtssieg, mit dem sie die "Rote Laterne" an Fehervar abgaben. Den Klagenfurtern gelang durch David Schuller (45./PP) und Dieter Kalt (58.) nur eine Ergebniskosmetik.

Villach in Hochform

Der VSV hat auch das dritte Spiel in den jüngsten vier Tagen für sich entschieden. Die Kärntner besiegten den Tabellenachten Zagreb vor Heimpublikum klar mit 5:2 (2:1,2:0,1:1) und feierten im 17. Heimspiel den zehnten Sieg.

Aggressive Spielweise mit Forechecking ermöglichte den Kärntner die Führung durch Michael Raffl, der einem Verteidiger in der 8. Minute den Puck abluchste und einschoss. Drei Minuten später erhöhte Kevin Mitchell im ersten Powerplay per Schlagschuss auf 2:0. Danach erfingen sich die Gäste allerdings und kamen durch Frank Banham (13.) zum verdienten Anschlusstreffer.

Im zweiten Abschnitt brachten dann aber zwei schöne, von Raffl (24.) und Matthew Ryan (29.) abgeschlossene Kombinationen, die Vorentscheidung zugunsten der Villacher. Derek Damon (47.) stellte im Schlussdrittel nach einem neuerlich schönen Spielzug auf 5:1, Zagreb gelang wenig später durch Alan Letang (49.) nur noch Ergebniskosmetik.

Grazer überraschen im Powerplay

Die Black Wings Linz haben zu Jahresbeginn nicht an jene Form anschließen können, die sie zur besten Dezember-Mannschaft gemacht hat. Dem 2:4 in Salzburg am Neujahrstag folgte am Sonntag in der Erste Bank Eishockey Liga eine 1:2-Heimniederlage gegen die Graz 99ers. Damit endete die Linzer Serie von sechs Heimsiegen in Folge.

Die Effizienz im Powerplay war für die Grazer der Schlüssel zum Erfolg. Quinn Hancock nützte das erste Grazer Überzahlspiel zur 1:0-Führung (15.), Warren Norris brachte die Mannschaft von Bill Gilligan im zweiten Powerplay der 99ers mit 2:1 in Führung (37.). Der zwischenzeitliche Ausgleich schossen sich die Grazer auch selbst, Matthias Iberer lenkte einen Schuss von Rob Shearer ins eigene Tor (34.).

Damit entschied das bisher schwächste Powerplay-Team die Partie gegen die bisher beste Unterzahl-Mannschaft dank des Überzahl-Spiels. (APA/red)

Eishockey-Ergebnisse Erste Bank Liga mit Tabelle - 34. Runde, Sonntag, 02.01.201:

  • Vienna Capitals - Red Bull Salzburg 3:5 (1:3,0:2,2:0). Wien, Albert-Schultz-Halle, 4.350, SR Berneker/Tschebull.
    Tore: Pinter (6./PP, 60./PP), Bouchard (45.) bzw. Regier (13., 19.), Puschnik (16./SH, 27.), Holst (34./PP). Strafminuten: 21 plus 10 Disziplinar Gratton plus Spieldauerdisziplinar Lakos bzw. 15 plus Spieldauerdisziplinar Pöck.

  • EC KAC - HK Acroni Jesenice 4:6 (2:3,0:0,2:3). Klagenfurter Stadthalle, 4.072, SR Jelinek.
    Tore: Brandner (11.), Schumnig (14./PP), Schuller (45./PP), Kalt (58.) bzw. Sabolic (2.), Manfreda (8.), Pretnar (20./PP, 53./PP), Cavosie (43.), Lysak (44.). Strafminuten: 18 bzw. 18

  • Rekord-Fenster VSV - Medvescak Zagreb 5:2 (2:1,2:0,1:1). Villacher Stadthalle, 2.000, SR Fussi.
    Tore: M. Raffl (8., 24.), Mitchell (11./PP), Ryan (29.), Damon (47.) bzw. Banham (13.), Letang (49.). Strafminuten: 14 plus 10 Disziplinar Kristler bzw. 12 plus 10 Disziplinar Macaulay.

  • Liwest Black Wings Linz - Graz 99ers 1:2 (0:1,1:1,0:0). Linz, 2.950, SR Trilar.
    Tore: Shearer (34.) bzw. Hancock (15./PP), Norris (37./PP). Strafminuten: 14 bzw. 12.
  • SAPA Fehervar AV19 - HDD TILIA Olimpija Ljubljana 1:5 (1:1,0:3,0:1). Szekesfehervar, SR Gebei
    Tore: Mihaly (2.) bzw. Mustonen (5.), Pance (25./PP), Higgins (26.), Sachl (27.), Ropret (60./EN). Strafminuten: 17 plus Spieldauerdisziplinar Sofron bzw. 10
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