Guter Vorsatz: Älter werden!

2. Jänner 2011, 19:29
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Nur noch 5,3 Jahre - dann hängt der Himmel voller Geigen

Dass wir hiermit alle ein Jahr älter sind, sollte uns, so der britische Economist, eigentlich mit tiefer Zufriedenheit erfüllen.

Wieder etliche Haare weniger am Schädel, dafür umso mehr, die aus Nase und Ohren wachsen? Ein Zeichen, dass es aufwärts geht. Ein Zittern in den Händen, Wasser in den Beinen, ein Hirn, das immer öfter vergisst, warum es grad so glücklich ist? Untrügliche Zeichen, dass die Zukunft Ihnen gehört.

Das Leben beginnt nämlich erst mit 46 Jahren, schön langsam richtig schön zu werden. Das, so der Economist, haben unsere wohlmeinenden Freunde, die Statistiker, herausgefunden: Sind die Hoffnungen, die man sich im Überschwang der jungen Jahre gemacht haben mag, erst nachhaltig enttäuscht worden, gibt es kein Halten mehr. Nur wer eingesehen hat, dass er der Welt keinen knusprigen Haxen, sondern bestenfalls ein gummiges Ohrwaschl ausreißen wird können, ist bereit für wahres Glück.

Älter werden! Das wäre doch ein Vorsatz fürs neue Jahr, der zur Abwechslung ganz gute Chancen hat, auch eingelöst zu werden. Der durchschnittliche Standard-Leser ist erst 40,7 Jahre alt - es heißt also noch ein paar Jährchen durchtauchen, bis der Himmel endlich voller Geigen hängt.

Dann aber wird die Gewissheit, dass sich das mit der Pension nie ausgehen wird, ganz sicher durch die Erkenntnis aufgewogen, dass Geld allein eh nicht glücklich macht. In diesem Sinne: Prosit Neujahr! (Severin Corti, DER STANDARD Printausgabe, 3.1.2011)

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