Energiefluss

Russland pumpt erstmals Öl nach China

2. Jänner 2011, 19:15

Beginn einer intensiven Zusammenarbeit - Russland verringert Abhängigkeit von europäischem Markt

Peking/Moskau - Russland liefert seit dem Neujahrstag erstmals Öl über eine Pipeline nach China. Der größte Ölexporteur und der größte Energiekonsument der Welt läuten mit der Inbetriebnahme der 1.000 Kilometer langen Verbindung ein neues Kapitel in ihrer Energiepartnerschaft ein.

2010 hatte Russland einen Rekord bei der Ölförderung erzielt: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Produktion um 2,2 Prozent auf 10,15 Millionen Barrel pro Tag - den höchsten Stand seit Ende der Sowjetunion, wie das russische Staatsfernsehen berichtete.

Über die Abzweigung von der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline zum Zentrum der chinesischen Ölindustrie in Daqing werden zunächst jährlich 15 Millionen Tonnen Öl gepumpt. Die Lieferungen können noch ausgebaut werden, da die Pipeline auch doppelt soviel Öl transportieren könnte. Bisher lieferte Russland jährlich 9 Millionen Tonnen Öl per Bahn nach China.

Milliardenkredit

Für die Lieferungen über die Pipeline hatte China dem Partner Russland einen Kredit von 25 Milliarden Dollar gewährt. Außerdem will Russland mit der neuen Leitung auch seine Abhängigkeit vom europäischen Markt verringern. Fast die Hälfte der Einnahmen im russischen Staatshaushalt stammen aus dem Erdölgeschäft.

Für China ist die Pipeline von Skoworodino in Sibirien nach Daqing ein wichtiger Teil seiner langfristigen Strategie, die Ölversorgung für seine rasant wachsende Wirtschaft zu sichern und neue Lieferwege zu erschließen. Das Öl wird von der 4.700 Kilometer langen russischen Pipeline aus der sibirischen Region Irkutsk zum Pazifik abgezweigt, die bis 2014 fertiggestellt werden soll und etwa 25 Milliarden Dollar (18,7 Mrd. Euro) kosten wird.

Den Startschuss für die erste Pipeline zwischen Russland und China gab der Geschäftsführer der Pipeline Branch of PetroChina (PBPC), Yao Wei, in der chinesischen Grenzstadt Mohe (Provinz Heilongjiang). Er sprach vom "Beginn einer neuen Phase" in der Zusammenarbeit. Damit werde die Energieversorgung der zweitgrößten Wirtschaftsnation verbessert, sagte Yao Wei laut amtlicher chinesischer Nachrichtenagentur Xinhua.

Kooperation ausweiten

Kooperationspartner sind PetroChina, Chinas größter Öl- und Gasproduzent, sowie der größte russische Ölkonzern Rosneft und der russische Pipeline-Betreiber Transneft. Moskau will aber nicht nur die Lieferung von Öl, sondern auch von anderen Rohstoffen ausweiten.

Nachdem China einen Kredit über sechs Milliarden Dollar bewilligte, wird Russland auch den Export von Kohle langfristig von 12 auf 20 Millionen Tonnen steigern. Auch Gasgeschäfte sind geplant, doch konnten sich beide Länder noch nicht auf die Preise einigen. (APA)

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10 Postings
Heavyweather
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Kann man ihnen nur gratulieren. Tolles Projekt so eine Pipeline. Die Abhängigkeit von Europa wird gemindert und China kann die Energie wirklich gut gebrauchen.
Viel Gück.

Toni Gruber
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verfehlte Politik

Diese Energiemengen werden Europa abgehen, die vor den Kopf gestoßenen Länder Iran und Russland werden das lange nicht vergessen, und diese Handelswege die da eröffnet werden, werden nicht mehr zugeschüttet. Besonders schlimm wird es werden wenn die USA Marionetten in Nahost, die allesamt auf Pulverfässern sitzen, gestürzt werden, die erste wird das Mubarakregime sein.

Ivan Bukov
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Was dieser Artikel vergessen hat zu erwaehnen ist dass das Oel jetzt ueber die Pipeline transportiert wird anstatt mit Zuegen. Der Zuwachs der Liefermengen nach China haelt sich in Grenzen...

Heavyweather
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Über die Abzweigung von der Ostsibirien-Pazifik-Pipeline zum Zentrum der chinesischen Ölindustrie in Daqing werden zunächst jährlich 15 Millionen Tonnen Öl gepumpt. Die Lieferungen können noch ausgebaut werden, da die Pipeline auch doppelt soviel Öl transportieren könnte. Bisher lieferte Russland jährlich 9 Millionen Tonnen Öl per Bahn nach China.

Standard Leser4
 
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Zuwachs? Wie sollte es auch, die Erdoelfoerdung Russlands wird bis 2020 eher abnehmen, oder bei 500 Mill t stagnieren.

aaronthebaron
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Vielleicht indem RU weniger Öl nach EU liefert?

Was meinst du würde das für EU bedeuten, wenn es hier weiterhin steigenden Öl- und Gasverbrauch gibt? Weniger SUV-Fahrer? Kalte Wohnungen? Verhungernde Kinder auf den Strassen?

Ach nein, wir holen und das Öl einfach woanders, gibt ja genug Quellen.. SA vielleicht? Die haben ja noch genug. Oder wir buddeln halt wieder selber rum, im Marchfeld liegt ja auch noch bissl was..

D.S.1
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Nur keine

einseitige Abhängigkeit, weder von Lieferanten, noch von Abnehmern. Dann werden sich alle gesittet verhalten, inklusive der Transitländer.

Standard Leser4
 
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Keine Angst Russland ist weiter von Europa abhaengig, die Chinesen werden nur 3 % der Jaehrlichen Russischen Erdoelproduktion abnehmen !
Aber d muss man sich auf der Zunge zergehen lassen:
Die Chinesen geben Russland 25 Mrd USD Kredit.
Man konnte sich nicht ueber den Gaspreis einigen. klar die Chinesen beziehen bereits billiges Gas aus einem Post Sowjetischen Land, die kann man nicht so leicht erpressen wie die Ukraine oder Belarus.

oblomow II
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bin jetzt ich noch nicht ganz munter...

... oder Ihr posting wirr?

Standard Leser4
 
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Er ist um nichts zugrunde gegangen.

Oblomow was haben Sie nicht verstanden? Ich bin Stolz und moechte Ihr Leben in geregelte Bahnen lenken, ich helfe gerne weiter!

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