Die geschützten Langläufer

2. Jänner 2011, 18:03
11 Postings

Vier Sportler der Tour de Ski we­gen auffälliger Blutwerte für fünf Tage gesperrt

Oberhof - Der Ausschluss von Vizeweltmeister Maxim Wylegschanin und drei weiteren Skilangläufern wirft einen Schatten auf die Tour de Ski (31. 12. 2010 bis 9.1. 2011, Bewerbe in Oberhof, Oberstdorf, Toblach, Val di Fiemme). Fis-Renndirektor Jürg Capol bestätigte, dass zu hohe Hämoglobinwerte Grund für eine fünftägige Schutzsperre waren. "Bei drei der Athleten haben wir schon in der Vergangenheit erhöhte Werte festgestellt. Wenn es dafür genetische Gründe gibt, kann man das eintragen lassen. Das ist aber nicht der Fall", sagte der Schweizer.

Die Fälle sorgen bei den Athleten für Spekulationen. "Wenn so etwas passiert, macht man sich immer seine Gedanken. Mehr sage ich dazu nicht. Das könnte sonst hässlich werden", sagte Doppel-Olympiasieger Petter Northug. Der Norweger hatte kurz vor Weihnachten in La Clusaz überraschend den Schlussspurt gegen Wylegschanin verloren. Für den Russen war es nach sechs Jahren im Weltcup der erste Sieg.

Wylegschanin, WM-Zweiter über 50 km und im Gesamtweltcup aktuell auf Platz vier, war vor dem Prolog in Oberhof der Start wegen erhöhter Werte verweigert worden. Dasselbe Schicksal ereilte den Slowaken Martin Bajcicak sowie die beiden Esten Kein Einaste und Algo Karp.

Das Protein Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Blut zuständig. Zu hohe Werte können auf Höhentraining, aber auch auf Doping schließen lassen. (sid, red, DER STANDARD Printausgabe, 03.01.2011)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Russe Maxim Wylegschanin hatte verdächtig viel Hämoglobin in seinem Blut.

Share if you care.