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Manch eine/r will nicht im "Hamsterrad Angestelltenjob" landen, anderen bleibt gar nichts anderes übrig - die Motive für Selbstständige sind vielfältig.
Sie sind Pfleger, Therapeuten, Berater, Kreative wie Filmschaffende oder Drehbuchautoren. Sie arbeiten im Internet als Webdesigner oder als Sicherheitsspezialist für die Informationstechnologie. Die Ein-Personen-Unternehmer und die "Neuen Selbstständigen" in Österreich sind von angestellten Beschäftigten kaum zu unterscheiden - außer, dass sie sich ihren Arbeitsplatz selbst geschaffen haben.
Die Gründe, warum es so viele von ihnen gibt, sind vielfältig - sie sind aber vor allem darin zu suchen, dass viele Firmen sehr zurückhaltend bei der Schaffung von Arbeitsplätzen vorgehen. Und dass die Wirtschaft mehr und mehr dazu tendiert, Dienstleistungen von außen zuzukaufen.
Anstatt also orientierungs- und arbeitslos auf einen angestellten Job zu warten, machen sich viele Menschen lieber mit einer Geschäftsidee selbstständig. Auch bevorzugen es ältere Arbeitnehmer ab rund 50 Jahren, sich mit ihrem großen Erfahrungsschatz selbstständig zu machen - im Wissen, dass sie am "normalen" Arbeitsmarkt mit 50 plus sowieso kaum mehr Chancen haben.
Jungunternehmer
Häufig stellen die Jungunternehmer, die oft gar nicht mehr so jung sind, fest, dass sie die Freiheiten, die die Selbstständigkeit mit sich bringt, schätzen. Dementsprechend ist bei einer Untersuchung, die die KMU-Forschung über Ein-Personen-Unternehmen in Österreich zuletzt 2009 vorgenommen hat, herausgekommen, dass diese kleinen Wirtschaftseinheiten ein hohes Maß an Marktorientierung aufweisen. Laut Wirtschaftskammer Österreich (WKO) gibt es rund 225.600 EPUs (Ein-Personen-Unternehmen).
Allerdings gibt es auch viel Schatten. Der durchschnittliche Unternehmerlohn mit 23.200 Euro brutto im Jahr ist nicht berauschend und niedriger als das durchschnittliche Einkommensniveau im Angestelltenbereich (32.000 Euro). "Die insgesamt schwächere Rentabilität im Vergleich zu größeren Unternehmen ist auf fehlende Skaleneffekte zurückzuführen", erläutert Studienautor Peter Voithofer von der KMU-Forschung Austria, fügt jedoch an, dass viele nur Teilzeit arbeiten. Doch sind 36 Prozent der Unternehmer überschuldet und können ihre Kosten nicht decken, so die Untersuchungen. Auch hat die Wirtschaftskrise etwa ein Viertel an den Umsätzen der EPUs weggeknabbert.
Doch ist der Zug Selbstständigkeit voll in Fahrt und nicht aufzuhalten. Die Politik, die sich um diese wachsende Wählerschicht lange Zeit nicht wirklich kümmerte, hat bei den letzten Steuerreformen auch an die EPUs gedacht. Elisabeth Zehetner, Bundesgeschäftsführerin der Jungen Wirtschaft in der WKO, weist darauf hin, dass es eine Jahressechstel-Regelung gibt - analog zur Steuerbegünstigung beim 13. und 14. Gehalt von unselbstständig Beschäftigten.
Steuerdruck
Dennoch klagen die Kleinstunternehmer über den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Druck, der auf sie ausgeübt wird. Hohe Beiträge zur Pensionsversicherung und andere sozialversicherungsrechtliche Abgaben sowie starke Steuerbelastung führen dazu, dass sich viele als steuerliche Melkkuh fühlen: Man müsse unternehmerisch agieren, ohne die Vorteile der angestellten Sicherheit zu haben. Eine der Forderungen ist etwa, dass Arbeitszimmer im Wohnverbund leichter abgesetzt werden können.
Ein-Personen-Unternehmer sind übrigens am häufigsten in Pflegeberufen tätig. Nach einem Pflegeskandal im Jahr 2007 wurde die "Selbstständige Personenbetreuung" als eigenständiges Gewerbe eingeführt. Die zweitgrößte EPU-Gruppe ist im Bereich Unternehmensberatung tätig, gefolgt von Informationstechnologie und Werbung. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 3.1.2011)
Geringe Zuverdienstgrenzen und fehlende Kinderbetreuung in der Karenz zwingen zum reinen Hausfrauendasein
Finanzielle Barrieren für Kleinstunternehmer
Geringere Selbstbehalte treiben mehr Unternehmer zur Vorsorgeuntersuchung. Viele können sich den Arztbesuch dennoch nicht leisten
Selbstbehalte beim Arzt oder Arbeitsunterbrechung zehren Ersparnisse auf
Die Arbeiterkammer ortet in Österreich 30.000 Scheinselbstständige, von frei erwählt und echter Selbstständigkeit weit entfernt
Zwischen Arbeitnehmerinnen und Selbstständigen tut sich in der Karenz eine tiefe finanzielle Kluft auf. Das Bild der reichen Unternehmerin ist Vergangenheit
Die Sozialversicherungsanstalt lässt jeden zehnten Kleinstbetrieb exekutieren. Die meisten kommen mit Ratenzahlung davon
Sie arbeiten auf eigenes Risiko und fühlen sich im sozialen Netz gefangen: Die Zahl der Einzelkämpfer unter den Unternehmern steigt
Viele Kleinstunternehmen geraten in eine Todesspirale, Gutverdiener sind aus der Solidarität entlassen, sagt der Arbeits- und Sozialrechtswissenschaftler Martin Risak
Christa Auderlitzky hat einen Weltvertrieb für Filme in Wien gegründet - STANDARD-Serie, Teil 8
Manfred Häfele wagte nach drei Jahrzehnten bei Bösendorfer einen Neubeginn in der Klavierbranche
Stefan Lechner über das Filmemachen als One-Man-Show, den Weg zur eigenen Filmproduktion und das Zittern um neue Projekte
Edith Ploss ist Pionierin: Sie ist Vorarlbergs einzige selbstständige Sozialarbeiterin
Der Wiener Rainer Imb hat sich mit einer Firma für Webdevelopment selbstständig gemacht
Gerhard Forstner hat sich schon in allen möglichen Berufen versucht, als Brauer von Bierspezialitäten hat er seine Berufung gefunden
Der Oberösterreicher Dietmar Spöcker ging einen für Zeitungsleute nicht untypischen Weg
Ergotherapeut Christian Andergassen ist seit fünf Jahren selbstständig und hat mehr berufliche Freiheiten
... bringt die Selbständigkeit viele Vor- und Nachteile.
Natürlich: man ist "frei"/ungebunden, kann "tun und machen was man will" ... so sind die Vorstellungen.
Andererseits ist es ein verdammt harter Brocken Arbeit - der jedoch viel Spaß macht, wenn man hinter seiner Idee steht und daran glaubt!
Wir haben uns auch selbständig gemacht.
Sind ein junges Unternehmen mit viel Energie, Willen und Hoffnung.
Haben auch viele andere Jungunternehmer über Netzwerkveranstaltungen und diverse Kurse kennengelernt, die wir - abgesehen von Arbeitsplätze schaffen - in naher Zukunft tatkräftig unterstützen wollen.
Auf gutes Gelingen und ein gutes Jahr 2011!
Jeder Zug fährt auf schmalen Schienen. Zum Halten kiann er auch dadurch gebracht werden, idem er am Ende der Ausbaustrecke bei voller Fahrt entgleist. Das ist denkbar, den die Betreiber der Infrastruktur haben auf die eisenbahntechnischen Sicherungssysteme verzichtet, sie sind eingespart worden. Pech für jene Passagiere, die sich dann noch in diesem Zug Selbständigkeit befinden.
Bei dem Unsinn, den dieser Artikel verzapft, bleibt mir die Spucke weg.
Noch einmal zum Mitschreiben: Die "Neue Selbständigkeit" wurde von der Politik (ÖVP und SPÖ) geschaffen, um Unternehmern die Möglichkeit zu geben, Mitarbeiter zum Billigsttarif zu beschäftigen, anstatt ihnen Kollektiv- oder Mindestlöhne zahlen zu müssen. Außerdem kann man solche Arbeitnehmer jederzeit rauswerfen.
Als Selbständiger sieht man halt ganz genau, wie sehr einem der Staat ins Börserl greift. Dann noch Pflichtversicherungen, Steuerberater, Kfz, Miete etc., all das muß der EPU erst mal verdienen. Von 1 Euro Umsatz bleiben Ihm mit Glück 40 Cent, oftmals weniger. Ich-AG sind ein Segen für den Staat - keine Arbeitslosengelder, kaum Krankenkosten. Und im Unterschied zu mittleren-großen Betrieben haben EPU keine Chance mit dem Staat über Begünstigungen oder Subventionen zu verhandeln. Welchen Arbeitnehmer können Sie schon entlassen? Die Frage muß daher sein, ob es nicht sinnvoll wäre, die Ich-AG staatlich zu stützen?
Nicht jeder, der kein Angestellter ist, ist automatisch ein klassischer ''Unternehmer'' im Wirtschaftsbereich! Ja, es gibt sie, diese reichen Einzelunternehmer, die es sich beim Steuerberater so richtig richten können!
Für diese Leute wurden anscheinend die Steuergesetze und die Sozialversicherungsätze gemacht!
Für viele ''Neue Selbständige'' und Freiberufler, sind beispielsweise Vorauszahlungen bei der Pensions- und Sozialversicherung oder bei der Finanz und andere Dinge manchmal existenzgefähredend - weil sie weit geringere und stark schwankende Einkommen haben!
Es gibt Äpfel und es gibt Birnen! Aber Äpfel und Birnen sind nicht deswegen alle gleich, nur weil sie keine Orangen sind!
Gemeint ist: unter ''Selbständiger'' wird im Forum meist nur ein ''Unternehmer im Wirtschaftsbereich'' verstanden. Oder zu einem kleineren Teil, die sogenannten ''Scheinselbständigen'' - Arbeiter und Angestellte die outgesourct werden und billiger wieder eingekauft werden!
Mein Bruder ist einer dieser erfolgreichen Ich-AG's, er ist (schein)selbständig, arbeitet aber mit dem Werkzeug anderer auf den Baustellen anderer und muss sich seine Versicherung selber Zahlen. Er bekommt weder Krankengeld noch sonstwas.....
Toll ist das Leben als Ich AG
...es gehe gut dem working poor,
die Zeit kann er sich selbst einteilen,
mit Spaß sich neue Kunden keilen,
zu viel krank ist nicht gsund,
wer zu viel rastet geht vor´d Hund,
und Urlaub ist was für Senioren,
dort hat ein "Freier" nichts verloren,
Und steckt darin nur Frotzelei,
dem Ruzicka ist´s einerlei.
Industriellenvereinigung? Wirtschaftskammer? Eine private Pensionsversicherung, die mit dem frühen Ableben der Einzahler Geld spart? Schön, dass immer mehr Arbeitgeber gibt, die ohne die Anstellung ihrer Mitarbeiter auskommen. Ruzicka weiß: Wem das Wasser bis zum Hals steht, hat keine Wahl, arbeitet billiger als Ich-AG und traut sich bei noch so unfairen Bedingungen nicht Nein sagen.
Meinten Sie, dass man als Journalistin im Sinne eines Weltbildes, das man für widerlegt hält, schreiben muss, weil man dafür Geld kriegt? Sie bevorzugen offenbar die ungarische Auslegung von Pressefreiheit. Welches Ziel verfolgen Sie? Ich meine gesellschaftspolitisch.
dass sie die Arbeitslosenstatistik nicht mehr belasten. Die wenigsten können vernünftig davon leben! Gaaanz toll ist auch, dass diese Leute auch mit einem Herzinfarkt noch weiterhackeln, weil sie sonst das nächste Monat finanziell nicht überstehen. Das ist genauso verlogen wie die Statistik selbst - jetzt wird über ein Sinken der Arbeitslosigkeit gejubelt und das Ende der Krise beschworen - und man vergisst darüber, dass ein Großteil der 'wiedergewonnenen' Arbeitsplätze jetzt auf Personalüberlassung (= Lohnsklaverei) basieren!
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