Straßenkämpfe in Alexandria nach Bombenattentat

2. Jänner 2011, 09:19
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Ablehnung für Beileids-Botschaft von Präsident Mubarak - Tausende bei Begräbnis koptischer Anschlagsopfer

Alexandria - Nach dem tödlichen Anschlag auf eine Kirche in Alexandria in Ägypten haben tausende Menschen an der Beisetzung der 21 Opfer teilgenommen. Mindestens 5.000 Trauernde kamen am Samstag zu der Zeremonie im Kloster Marmina in King Mariut, einem Vorort von Alexandria, wie ein AFP-Reporter berichtete. Wütend unterbrachen die Trauernden den Sekretär von Kopten-Papst Shenuda III., Bischof Juanes, als er das Beileid von Staatschef Hosni Mubarak übermitteln wollte. "Nein, nein, nein", skandierte die Menge aufgebracht. Bereits am Samstagnachmittag hatten sich junge koptische Christen und Sicherheitskräfte gewaltsame Auseinandersetzungen geliefert.

Am Samstagnachmittag haben sich Hunderte wütende Demonstranten in mehreren kleinen Gruppen formiert und schleuderten Steine sowie Flaschen gegen die um den Anschlagsort postierten Sicherheitskräfte, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Die Sicherheitskräfte schossen mit Tränengas und Gummigeschossen zurück.

21 Tote

Bei dem mutmaßlichen Selbstmordanschlag vor einer Kirche im Osten der Küstenstadt wurden in der Silvesternacht 21 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Bis zum Samstagnachmittag bekannte sich niemand zu dem Anschlag in Alexandria. Allerdings hatte eine dem radikalislamischen Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehende Gruppierung, die Ende Oktober in Bagdad zahlreiche Christen getötet hatte, mit weiteren Gewalttaten gegen koptische Christen insbesondere in Ägypten gedroht. Vor rund einer Woche war eine sogenannte "Todesliste" im Internet bekanntgeworden, auf der auch Namen von in Österreich lebenden Kopten zu finden gewesen waren.

Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten. Sie machen bis zu zehn Prozent der 80 Millionen Einwohner im überwiegend muslimischen Ägypten aus. (APA/AFP)

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    foto: epa/mohamed ali
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