Erster Einsatz für neue Medienbehörde schon am ersten Tag des Bestehens

1. Jänner 2011, 13:48
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Verfahren gegen ungarischen Sender wegen Rap-Songs - Lied von Ice-T als jugendgefährdend gewertet

Budapest - Die ungarische Medienbehörde NMHH hat die Erweiterung ihrer Befugnisse gleich am ersten Tag genutzt, um ein Verfahren gegen den Budapester Privatsender Tilos Radio einzuleiten, weil dieser den angeblich jugendgefährdenden Song "It's on" des US-Rappers Ice-T gesendet hat. Wie ungarische Medien am Samstag berichteten, nahm die sozialistische Oppositionspartei MSZP den Sender in Schutz. Ob und wie Tilos Radio bestraft wird, war zunächst unklar.

Rapper Ice-T reagierte per Twitter. "Die Welt hat immer noch Angst vor mir", schrieb er ironisch. Tilos Radio machte geltend, dass die Ungarn den US-amerikanischen Slang im Song ohnehin nicht verstünden, so dass eine jugendgefährdende Wirkung nicht zu befürchten sei.

Die Oppositionspartei MSZP fragte in einem offenen Brief an NMHH, ob die Behörde die von ihr veröffentlichte Übersetzung des Rap-Textes ins Ungarische selbst finanziert habe und ob die ungarische Textversion als "amtliche" Übersetzung zu betrachten sei. Sollte NMHH eine fremde Übersetzung veröffentlicht haben, würde dies urheberrechtliche Probleme aufwerfen, schrieb MSZP weiter.

Nach dem am Samstag in Kraft getretenen Mediengesetz kontrolliert NMHH alle ungarischen Medien, darunter auch den Inhalt ihrer Botschaften. Bei Verstößen gegen vage Vorschriften im Mediengesetz drohen hohe Geldstrafen, die für manche Medien den Ruin bedeuten können. NMHH wird von der rechtskonservativen Regierung kontrolliert. Das neue Mediengesetz ist international auf heftige Kritik gestoßen. Alle ungarischen Oppositionsparteien wollen beim Verfassungsgericht dagegen klagen. (APA/dpa)

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