USA im Konflikt mit Venezuela

Bloß Spiegelgefechte

30. Dezember 2010, 18:11

Washington und Caracas brauchen einander - Von Alexander Fanta

Es gibt einen diplomatischen Affront, und zur Abwechslung ist nicht Wikileaks daran schuld. Dass sich zwei Länder um die Besetzung von Diplomatenposten streiten, ist nicht ungewöhnlich. Bloß dass sie dies vor den Augen der Weltöffentlichkeit tun, bringt die Sache in die Nähe der Kategorie "peinliche Enthüllungen".

Begonnen hat der Streit mit einer Indiskretion. Im Zuge seiner Bestellung sprach der US-Diplomat Larry Palmer von engen Verbindungen des venezolanischen Militärs zur Farc-Guerilla in Kolumbien. Venezuelas Präsident Hugo Chávez erklärte Palmer daraufhin zum Paria, Washington antwortet nun seinerseits mit Sanktionen.

Die Reiberei ist freilich nur ein Spiegelgefecht, denn Washington und Caracas brauchen einander. Nicht nur, weil die USA der weltweit größte Abnehmer venezolanischen Öls sind. Chávez benutzt antiimperialistische Rhetorik, um im Inneren die amerikafreundliche Opposition zu schwächen und eigene Stärke zu gewinnen. In Washington hilft hingegen das Feindbild Chávez dem jeweiligen Präsidenten, die eigene Lateinamerika-Politik zu rechtfertigen.

Die USA bauen zwei Jahrhunderte nach dem Ende der Kolonialherrschaft in Lateinamerika noch immer auf Patronage und starke Militärpräsenz, etwa in Kolumbien und Peru. Die US-Diplomatie ist noch lange nicht auf Augenhöhe mit den Ländern des Südens, sehr zum eigenen Schaden. Denn so schwächt Washington seine Beziehung zu wirtschaftlich aufstrebenden Staaten. (DER STANDARD, Printausgabe, 31.12.2010)

Malkaye
10
"In Washington hilft hingegen das Feindbild Chávez dem jeweiligen Präsidenten, die eigene Lateinamerika-Politik zu rechtfertigen. "

chavez nutzt eine imperialistische militärmacht um deren korrupten vasallen im eigenen land zu enthüllen.

-die usa benutzen einen präsidenten, der für souveränität und würde steht, um "Patronage und starke Militärpräsenz" zu rechtfertigen.

...
achja, man kann nicht einfach von gut und böse reden^^.

Georg Schütt
30
"Die USA bauen zwei Jahrhunderte nach dem Ende der Kolonialherrschaft in Lateinamerika noch immer auf Patronage und starke Militärpräsenz, ..."

Nur dass die USA keine Kolonialmacht von der Qualität Spaniens, Portugals oder Frankreichs waren.

pepitant
03
Mit dem Ende der Kolonialherrschaft

in Lateinamerika können ja wohl nur die spanische und portugiesische gemeint sein.
Nur, was die USA betrifft werden die nordamerikanischen Ureinwohner das vielleicht doch anders sehen.
Was meinen Sie mit "anderer Qualität" ?

Georg Schütt
20
Nur, was die USA betrifft werden die nordamerikanischen Ureinwohner das vielleicht doch anders sehen.

Die weißen Siedler und Farmer als Kolonialherren?

papst benedikt
15

nicht vielleicht? inklusive völkermord an den ureinwohnern und jahrhundertelange importierte sklaverei...
...das hat ja mit kolonialismus nichts zu tun, oder?
:)

der mann, der zuviel wußte...
86
31.12.2010, 18:24
Starke Militärpräsenz?

Die USA haben in Kolumbien keine 1.000 Mann stehen, vermutlich nicht einmal annähernd so viel, wie es in Venezuela an kubanischen "Freiwilligen" und Militärberatern gibt.

Chavez ist ein gewalttätiger Autokrat, machen wir uns da nichts vor.

Malkaye
01
wo war chavez gewalttätig?

und wo sein militär?

Horst Holzinger
46
30.12.2010, 19:25
Ein Artikel von Fanta, ohne Peinlichkeiten?!

Hat die Redaktion ihn um 85% gekürzt?

Danke Redaktion.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.