Erster Höhepunkt für Mitte 2013 erwartet - die vergangenen Jahre waren vergleichsweise ruhig
Paris/Graz - Nach einer - für die Verhältnisse unserer Zeit - vergleichsweise ruhigen Phase mit wenig Sonnenflecken ist in den kommenden Jahren wieder mit stärkerer Sonnenaktivität zu rechnen. Die "ruhige Phase" ist allerdings in Relation dazu zu sehen, dass die Sonnenaktivität in den vergangenen Jahrzehnten im Schnitt höher war als in den Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden davor. Wissenschafter des Sonnenobservatoriums Kanzelhöhe der Uni Graz
bestätigten Prognosen, die Sonnenaktivität sei derzeit zunehmend. NASA-Experten erwarten für Mitte 2013 einen ersten Höhepunkt.
Die Sonnenflecken gelten als Maß für die Heftigkeit der Sonnenaktivität. Je mehr dieser dunklen Zonen sichtbar sind, desto heftiger arbeitet unser Zentralstern und desto stärker sind auch die Ausbrüche, die als Strahlung und Sonnenwind auch die Erdatmosphäre erreichen. Die Sonnenaktivität unterläuft in ihrer Aktivität verschiedenen Zyklen, am bekanntesten davon ist der elfjährige Schwabe-Zyklus. Dabei handelt es sich allerdings keineswegs um einen exakten Rhythmus, die elf Jahre sind lediglich ein Durchschnittswert.
Gestaffelter Besuch von der Sonne
Ausbrüche der Sonne, sogenannte Flares, schleudern nicht nur Energie - etwa in Form von Röntgenstrahlung -, sondern auch Materie in den Weltraum, bisweilen auch Richtung Erde. Bereits wenige Stunden nach der Eruption erreichen uns schnelle Protonen und Ionen, sie können durch ihre Energie Satelliten beeinträchtigen oder die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS) gefährden.
Wesentlich langsamer bewegen sich nachfolgende Materiewolken aus Plasma, sie erreichen uns erst wenige Tage nach dem Ausbruch auf der Sonne. Gelangen sie dann bis zur irdischen Atmosphäre, kann es zu Störungen im Funkverkehr bis hin zur Zerstörung von elektrischen Einrichtungen kommen. In Österreich sind derlei Unfälle allerdings nicht bekannt. Generell sind die Vorgänge um Sonnenflecken und Flares willkommene Möglichkeiten für die Forscher, um zu ergründen, was im Inneren unseres Zentralsterns vor sich geht.
Die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die Erde sind - laut den Sonnenforschern auf der Kanzelhöhe - abgesehen von den direkten Folgen der Ausbrüche eher gering. So schwankt die sogenannte solare Konstante, also die bei der Erde ankommende Strahlung, im Bereich von etwa 1.360 Watt pro Quadratmeter (dieser Wert gilt außerhalb der Atmosphäre, Anm.) im Schwabe-Zyklus um lediglich ein Promille. (APA/red)