Ringen um neue Koalitionsregierung nach der Wahl vor einem Monat
Chisinau/Sibiu - Der russische Gaskonzern Gasprom, von dem die Republik
Moldau 99 Prozent ihres Gases importiert, hat zum Jahresende den Preis um elf
Prozent angehoben und so an den durchschnittlichen europäischen Preis angepasst.
Das Gas wird im ersten Quartal 2011 etwa 225 Euro pro Tausend Kubikmetern
kosten. Zurzeit kostet es etwa 200 Euro, der höchste Preis, der jemals im
ehemaligen sowjetischen Raum für russisches Gas bezahlt worden ist.
Paradoxerweise stellt die Teuerung des Gases für einen Großteil der Moldauer
jedoch einen Grund zur Freude dar, wie die Deutsche Welle am Montag berichtete.
Die Gaspreiserhöhung wird als Zeichen für die Bildung eines proeuropäischen
Regierungsbündnisses wahrgenommen. Russland hatte nach den Parlamentswahlen vom
28. November eine deutliche Verbilligung des Gaspreises in Aussicht gestellt,
sollte in der Republik Moldau eine moskauorientierte Allianz mit der
Kommunistischen Partei (PCRM) als Hauptakteurin, gebildet werden. Dies scheint
nun nicht der Fall zu sein.
Die PCRM erhielt 42 der 101 Parlamentssitze, während die bisherige
prowestliche Allianz zur Europäischen Integration (AIE) auf insgesamt 59 kommt.
Beiden politischen Lagern fehlt somit die Drei-Fünftel-Mehrheit von mindestens
61 Mandaten, die sie laut Verfassung berechtigen würde, den Präsidenten zu
ernennen. Die Wahl musste vorgezogen werden, weil die Ernennung eines
Staatschefs aufgrund der Mehrheitsverhältnisse nicht möglich war. (Laura Balomiri/DER STANDARD, Printausgabe, 29.12.2009)