27C3

Microsoft von Perfektion des Stuxnet-Virus beeindruckt

Zsolt Wilhelm, 28. Dezember 2010, 15:59

Forscher-Team analysierte den Schadcode und demaskierte das Werk von Profis

In Berlin hat Microsoft im Zuge eines Vortrags auf dem  Chaos Communication Congress (27c3) erstmals Einblicke in den Kampf gegen den Computerwurm Stuxnet gegeben. Der durch die Sabotage-Aktionen am iranischen Atomprogramm bekannt gewordene Schädling wurde von einem 20 bis 30-köpfigen Team der Forschungsabteilung des Softwarekonzerns analysiert und so die Angriffsweise auf Windows-Systeme durchleuchtet. In vier Tagen konnten die Forscher rund um den leitenden Ingenieur Bruce Dang sämtliche Sicherheitslücken identifizieren, wenngleich die Stopfung der Lecks wesentlich länger - bis Anfang Dezember - dauern sollte.

Überraschend Effizient

Laut Dang habe sich Stuxnet gleich über mehrere bekannte und nicht bekannte Lücken in diversen Windows-Versionen inklusive XP und Vista Zutritt zu einem anvisierten System verschafft. Auffällig sei dabei nicht nur wie viele Lecks des Computervirus parallel ausnutzte, sondern auch wie effizient er dabei vorging. So arbeitete die Schadsoftware auf den Testsystemen mit 100-prozentiger Zuverlässigkeit und ließ die Rechner kein einziges Mal abstürzen. Gleichzeitig erfolgte der Angriff breit gefächert und wurde genauso auf Eigenarten von neueren Betriebssystemen wie Windows 7 wie auf ältere Windows-Systeme abgestimmt. Eine derart ausgeklügelte Arbeitsweise habe man bisher noch bei keinem Schädling beobachten können. Der Experte zeigte sich von der Perfektion des Codes sichtlich beeindruckt und betonte, dass daran definitiv mehrere Entwickler gearbeitet hätten. Dies zeige sich auch an den unterschiedlichen Handschriften diverser Code-Teile.

Hartnäckig

In einem infizierten System tarnte und versteckte das Virus seine Aktionen mit Hilfe eines Rootkits. Neben der differenzierten Angriffsweise Stuxnets habe sich der Wurm auch als hoch infektiös erwiesen. So gelang es der Schadsoftware über eine Druckersicherheitslücke, auf die der Antivirenhersteller Kaspersky aufmerksam machte, sich im lokalen Netzwerk innerhalb kürzester Zeit selbstständig zu verbreiten. Die alternative Einspielung erfolgte per USB-Stick.

Kein Aufschluss über die Herkunft

Aus wessen Feder Stuxnet entsprang, wolle Microsoft nicht herausgefunden haben. Man habe sich auf etwa 30 bis 40 Prozent des Codes konzentriert, der zur Infektion von Windows-Systemen bestimmt war. Jenen Teil, der zur Manipulation von Industrieanlagen vorgesehen war, habe man nicht analysiert. Über die Herkunft wolle man nicht spekulieren, so Dang. Dies sei die Aufgabe anderer Institutionen, so der Microsoft-Mitarbeiter und spielte bei seinem Vortrag auf die Enthüllungsseite Wikileaks an.

Adventures in Analyzing Stuxnet from Morton Swimmer on Vimeo.

Wie berichtet, soll Stuxnet das iranische Atomprogramm massiv geschädigt haben. Jüngsten Meldungen nach könnten mit Hilfe der Cyber-Bombe allein rund 10 Prozent der Zentrifugen in der Urananreicherungsanlage in Natanz zerstört worden sein. Zudem hätte die Schadsoftware den Prozess zur Urananreicherung dauerhaft sabotiert. (zw)

Der WebStandard auf Facebook

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pandoras box
00
"40 Mannstunden"...

...entstehen formulierungstechnisch wohl wie folgt...:

"The total time taken from discovery to the final fix was between three and four days, or about 40 Microsoft staff-hours. But the effects of this sophisticated exploitation of unknown or “zero-day” Windows vulnerabilities will surely continue to resonate for months or even years to come."

wer beim übersetzen auch nachdenkt ist klar im vorteil.. ; )

seed
20
29.12.2010, 15:31
update

jetzt haben siche diese hax0rs auch noch den sps-maschinencode angeschaut. der jüngste zeitstempel ist von 24.9.2007, manche blöcke allerdings auch schon von 1996.

offensichtlich ist die steuersoftware, mit welcher tatsächlich atomanlagen gesteuert werden, von ähnlicher qualität wie so mancher WXP-code.
zitat: "lächerliches Design"

"ausserdem sei es möglich dass deutlich mehr maschinen den wurm in sich tragen als bisher ausgemacht."
http://www.heise.de/newsticke... 59659.html

wer braucht noch atombomben, wenn er hunderte atomreaktoren per software hochgehen lassen kann? :P

Enzo Canuzzi1
01
29.12.2010, 16:17

Den Unterschied zwischen Kernkraftwerk und Urananreicherungsanlage verstehen sie schon?

Im übrigen werden Kernkraftwerke selber derzeit noch zu 99% mit analoger Elektronik gesteuert. Die Digitalisierung findest eigentlich nur im letzten Meter in der Warte zur Visualisierung statt.

Stiflers Mum
01
29.12.2010, 14:37
lächerlich

setzen die Iraner jetzt Windows für Ihr Atomprogramm ein? Wie blöd sind die eigentlich?

Stahl_____666
02
29.12.2010, 15:03
.

Notgedrungen, weil WinCC (die Visualisierungssoftware für die Simatic Steuerung) nur auf Windows Systemen läuft.

Beides sind Produkte von Siemens, allerdings wurde in WinCC nur ein Fehler gefunden (fest einprogrammiertes SQL-Passwort).

Die entscheidenden Sicherheitslücken waren alle in den Windows-Servern.

Interessant wäre es in diesem Zusammenhang zu erfahren, ob derartige Steuerungen von Siemens nicht nur bei harmlosen Zentrifugen sondern auch bei Brennstäben in AKWs zum Einsatz kommen.

Enzo Canuzzi1
01
29.12.2010, 16:28

Also in den Kernkraftwerken läuft eigentlich noch Teleperm M. Die Kraftwerke sind ja eigentlich alle vor den 90ern gebaut - wurden auch nie umgerüstet, da dies sehr teuer gewesen wäre und lange Zeit auch Simatic nicht für Kernkraftwerke zugelassen war (Seimens hatte die teuren Kosten zur Zuassung gescheut, die nochmal große Sicherheitstest bedeutet hätten). Eigentlich wurde im Rahmen von Aufrüstung nur auf dem letzten Meter digitalisiert, so dass du heute Übersichtschirme für die Kraftkwerksfahrer hast (die analogen Anzeiger sind aber weiterhin parallel vorhanden). Ich weiss allerdings nicht, ob dies noch der aktuelle Stand ist, kann mir allerding nicht vorstellen dass die neuen EPR Redaktoren in Finnland mit Teleperm ausgestatted werden.

Enzo Canuzzi1
00
29.12.2010, 16:42

Hab gerade mal gegoogelt. Im EPR wird Teleperm XS von Areva verwendet (da steckt aber auch noch (?) Siemens mit drinnen).

semerchet
10
29.12.2010, 14:57
Man muss verstehen was man liest, dann kann man mitreden.

Windows ist nur der erste Schritt. Stuxnet infiziert Firmennetzwerke von Siemens-Servicefirmen. Dort sucht es nach Programmiergeräten für Simatic-Steuerungen. Wenn diese dann mal mit der eigentlichen Steuerung verbunden sind, wird die eigentliche Schadsoftware aktiv und verändert die Programmierung.

Ausgeflippter Lodenfreak
88
29.12.2010, 14:56

Mehr als 90 % aller Menschen benutzen Windows-Computer. Auch wenn Apple schicker und Linux individueller ist, in der Summe der Anforderungen ist so gut wie immer Windows das Beste.
Abseits aller Ideologien lässt sich das einfach nicht bestreiten. Z.B. Sicherheit: was nützt es mir, wenn das System auf Grund seiner geringen Verbreitung sicherer ist, wenn meine Mitarbeiter damit nicht umgehen können und ich kein Personal für die Wartung bekomme und wenn auch meine Lieferanten nicht damit umgehen können. Das ist ein wenig, wie wenn ich meine Tür zumauere um meine Wohnung sicherer zu machen.

Adolf Hochhaltinger
 
00
30.1.2011, 03:29
Linux: Nicht komplizierter als Windows

Solche (unqualifizierte) Verunsicherungs-Aussagen kenne ich sonst nur aus der Microsoft-Werbung! Ich konnte einige Menschen zum 'Ausprobieren' von Linux überreden, darunter einige Hausfrauen und einen 72-jährigen Pensionisten.
Fazit: Alle sind bis jetzt (trotz Dual-Boot-Möglichkeit bei jedem Computerstart) eindeutig bei Linux geblieben.

Graph Bobby
05
29.12.2010, 16:18
Fuer die Arbeit an lebensgefaehrlichen Nuklearanlagen...

...wird man den Mitarbeitern wohl zumuten koennen, gefaelligst zu lernen, wie man ein anstaendiges Betriebssystem bedient. Man setzt ja auch nicht jeden Dorftrottel mit einem TomTom in eine 747, nur weil der zu bloed ist, die Funknavigation zu erlernen.

Es ist schon moeglich, dass der Intelligenzquotient der meisten Menschen fuer ein tiefgehendes Verstaendnis von Unix-Systemen unausreichend ist, aber ich habe absolut kein Verstaendnis dafuer, dass man die Sicherheit ganzer Staedte in die Haende von zu dummen Menschen legt.
Wer Unix nicht bedienen kann, ist eben zu dumm um in einer Militaeranlage, einem Atomkraftwerk oder einem Krankenhaus zu arbeiten, so einfach ist das.

krone-forum ist standard
 
06
31.12.2010, 13:10
für unix brauchts keinen besonders hohen iq ....

.... das merkt man an diversen posting

Bastian Balthasar Bux
16
29.12.2010, 15:44
"wenn meine Mitarbeiter damit nicht umgehen können"

äh, das trifft so ziemlich auf jedes OS zu. ;)

Ein *Anwender* der Windows *bedienen* kann, der kann auch Linux und MacOS *bedienen*.
Etwas anderes zu behaupten ist absoluter Schwachfug!

Ausgeflippter Lodenfreak
21
29.12.2010, 16:02

Es geht aber darum, mit welchem Aufwand (!) die User das System benutzen und die Administratoren es betreiben können und ob meine Lieferanten überhaupt dafür liefern. Dass da Linux und Apple große Nachteile haben, ist eben kein "Schwachfug".

gustl
 
00
10.1.2011, 22:50
Der Aufwand ein heutiges Linux zu benutzen ist auf jeden Fall geringer als bei einem Windows 7

Und mit der Administration war es ohnehin immer schon so, dass UNIX-Workstations weniger Aufwand bedeuteten als Windows-Workstations.

Wenn Ihre Lieferanten merken, welches Betriebssystem Sie im Einsatz haben, sollten SIe sich schleunigst was überlegen.
Lieferanten sollen auf ein Plattform-agnostisches Portal wie z.B. eine Webseite zugreifen um ihren Lieferstatus und diverse Lagerstände abzufragen bzw. einzutragen. Da ist es vollkommen egal was hinter der Website läuft, und mit welchem System man darauf zugreift.

Bastian Balthasar Bux
02
29.12.2010, 16:17

Worin besteht denn genau der Mehraufwand für einen *Anwender* einen Mausklick auf 'Textverarbeitung' durchzuführen statt auf 'Word'?
Und dass Ihr toller zertifizierter Microsoft Small Business Experte ein bisserl Mehraufwand hat, wenn er Ihre Linux-System warten soll, naja, das ist weiß Gott kein Wunder.
Und was die Lieferanten betrifft: Was sollen die denn liefern? Software? Na, dann suchen Sie sich neue Lieferanten. Softwarefirmen gibt's ja wirklich genug. Sie werden sich ja vom Kaffeeröster auch keinen Champagner liefern lassen. (außer vielleicht sie sind tschibo kunde, die verkaufen ihnen dann aber auch autos und elektrogeräte ...)

TRON++
31
29.12.2010, 15:50
Linux Benutzerfreundlich ? looool

Apple ja, aber nicht Linux. Wehe die Hardware ist neu.

Bastian Balthasar Bux
04
29.12.2010, 16:12
Ich erlaube mir, ihre 0815 aussage mal dahingehend zu interpretieren, dass sie irgendwann 2000 mal ein treiberproblem mit einer linux distribution hatten, und danach nie wieder einen gedanken daran verschwendet haben.

1. funktionieren bei mir die linux-treiber meist besser als die windows-treiber, gerade bei neuer hardware.
2. was hat die hardware mit dem *anwender* zu tun? ein anwender schaltet das gerät in der früh ein, meldet sich an, schreibt seine brieferl, mails etc. surft ein bisserl im internet, diktiert irgendwas für eine sekretärin, öffnet das eine oder andere foto oder video und schaltet den computer wieder aus.
da muss sich schon der *sysadmin* drum kümmern, dass die hardware, ob neu oder alt, korrekt arbeitet. (gerüchteweise sollte der sysadmin diese verantwortung übrigens auch auf windows übernehmen ...)

TRON++
00
29.12.2010, 16:50
Sie haben Recht

Früher hatte ich einiges mit Linux zu tun. Mag sein, dass es heute besser ist.

Aber der 0815 User ist überfordert mit Linux. Schon weil es ein duzend Desktop Systeme gibt. Die Bedienbarkeit von Windows ist relativ gut für DAU's.

darkwing
00
29.12.2010, 17:54
bin auch ein DAU...

.....und hatte kein Problem Ubuntu von USB zu installieren, den Inet-Stick zum laufen zu bringen, etc.....ein bissl schlau lesen muss man sich halt schon, aber ein bissl was muss man immer tun.

Bastian Balthasar Bux
00
29.12.2010, 17:26

was interessiert den user welches desktopsystem es gibt?
sie missverstehen da was: ich persönlich bin der überzeugung, dass es nicht die aufgabe eines betriebssystems sein kann, dass jeder benutzer dieses ohne fachkenntnisse korrekt installieren und konfigurieren kann. das geht mit allen OS unter gewissen umständen in die hose. sei es auch nur, weil es z.b. den scanner-treiber nicht mehr gibt für die neue os version etc. (beispiel eines freundes mit windows 7, nur nebenbei bemerkt).
und das hat auch nichts mit benutzerfreundlichkeit zu tun. die benutzerfreundlichkeit für den *anwender* beginnt bei mir beim fix fertig installierten und konfigurierten system.

AndiTheBest
 
00
29.12.2010, 16:05

wohl schon lange keine aktuelle distribution benutzt

Jon Tomes
00
29.12.2010, 15:32
Sorry

Themaverfehlung

Ausgeflippter Lodenfreak
00
29.12.2010, 15:56

In wie fern?

clearlake
00
29.12.2010, 15:29
sie schreiben hier über privatanwender...

in iranischen (oder auch allen anderen) rechenzentren läuft vermutlich weder windows, noch Mac OsX oder Linux....

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