Carola hat keine Angst - und zwar vor nichts und niemandem
Carola ist ein ganz normales Mädchen. Ihr Lieblingskleid ist blau mit roten Blumen, und sie hat Merlin, einen Kuschelpinguin. Sie hasst Käse und liebt Kirschen. Außerdem gibt es da noch Franz, ihren Bruder. Was sie besonders macht, ist eines: Sie hat keine Angst - und zwar vor nichts und niemandem. "Wenn man sie mit einem einzigen Wort beschreiben sollte, wenn man mit nur einem einzigen winzigen Wort hätte sagen müssen, wie Carola war, dann wäre es das Wort "furchtlos" gewesen." So beschreiben Jakob Hein und Kurt Krömer das Mädchen in ihrem Buch Gute Nacht, Carola.
Ihre Unerschrockenheit ist auch in jener Nacht gefordert, welche die junge Leserschaft - gedacht ist das Buch für Kinder ab dem vierten Lebensjahr - miterleben darf. Mitten in tiefster, dunkler Nacht hört sie, wie ihr Name gerufen wird. Nur: Sie erschrickt nicht. Auch nicht, als sie unter ihrem Bett "das Böse" entdeckt. Carola irritiert das alles nicht. Sie beginnt mit dem Monster zu plaudern. Das Böse hat keine Chance. Das Lebensmotto des Mädchens könnte auch anderen Kindern in Angstnächten helfen. Denn Carola findet, "wer sich nicht fürchtet, hat mehr Zeit zum Spielen". Oder schlafen, wie in diesem Fall. Und weil "Böse" kein Name ist, wird er in Johnny umgetauft: Das Böse wohnt somit unter dem Bett. Carola findet: "Eigentlich ist es ganz nett." (Peter Mayr/DER STANDARD/Album, Printausgabe, 31.12.2010/1./2.1.2011)