Der Ort, an dem die Welt nicht untergehen soll

24. Jänner 2011, 19:01
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Bugarach soll vom Armageddon verschont bleiben - und wird überrannt

Paris/Bugarach - Das 168-Einwohner-Dorf Bugarach liegt im Schatten des gleichnamigen Tafelfelsens, der schon diverse Erdenbürger anzog: Jules Verne fand bei einem Felsloch die Idee für seine Reise zum Mittelpunkt der Erde und Steven Spielberg für seinen Film Unheimliche Begegnung der dritten Art. Frankreichs ehemaliger Präsident François Mitterrand soll aus mystischem Interesse mehrfach auf dem Pic de Bugarach hubschraubergelandet sein.

Neuestens staunen die Einwohner noch über ganz andere Erscheinungen, die mit der düsteren Prophezeiung des Maya-Kalenders zusammenhängen, der den Weltuntergang für 21. Dezember 2012 (Alternativdatum 12. Dezember) prophezeit. Vor allem auf US-Webseiten heißt es, das Einzugsgebiet des Pic de Bugarach sei vom Armageddon ausgenommen.

"Viele Leute kommen und verrichten eine Art Gebet an der Felsflanke", sagt Bürgermeister Jean-Pierre Delord. Einmal sei ihm ein splitternackter Mann begegnet. Delords Stellvertreter Gilbert Cros musste einmal sein Auto anhalten, weil auf dem Weg eine Gruppe meditierte.

Der Gasthof La Maison de la Nature empfängt heute zu zwei Dritteln Esoteriker, früher bildeten Wanderer die Hauptkundschaft.

Zudem steigen laut Delord die Immobilienpreise. Gefragt seien Gebäude, in denen Seminare für bis zu 800 Euro die Woche abgehalten werden könnten - "mit Guru, Prozession, Wassertaufe und anderem Unsinn", erläutert der 67-jährige Landwirt. "Ich frage mich, wie es 2012 sein wird - wenn die Leute sich schon jetzt hier niederlassen."

Delord fragt sich, ob er gar die Armee aufbieten müsse, um den Andrang zu regulieren. Einschlägigen Zeitschriften zufolge besteht auf dem Pic de Bugarach immerhin schon ein Ufo-Parkplatz. (Stefan Brändle/DER STANDARD-Printausgabe, 28.12.2010)

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    UFOs und der Weltuntergang nach dem Maya-Kalender stehen in dem kleinen französischen Dorf Bugarach hoch im Kurs. Die Lichterscheinung auf diesem Bild heißt "glühende Himmelsspinne" und wurde von einem Lufthansa-Pilot im November 2009 über dem Nordatlantik bei Grönland fotografiert.

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