27C3

Anonymisiertes Surfen über Tor-Netzwerk überwachbar

Zsolt Wilhelm, 28. Dezember 2010, 13:58
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    foto: united artists; film: "hackers"

    Onlinespione können auch anonymen Surfern auf die Schliche kommen. Bild aus dem Film "Hackers"

Forscher haben Weg gefunden, um verschleierte Internetkommunikation zu aufzudecken

Das Tor Network ermöglicht Anwendern die spurenlose Fortbewegung im Internet. Im Rahmen des Chaos Computer Club Congress 27C3 haben Forscher der Universität Regensburg nun eine Warnung an Nutzer des Anonymisierungsnetzwerks ausgesprochen, wonach das System Schwachstellen aufweise.

Unscharfe Identifizierzung

Onlinespione würden anonyme Surfer damit zwar nicht durchleuchten können, doch über die Sicherheitslücke könne ein Späher im gleichen Netzwerk - etwa ein WiFi-Netzwerkbetreiber oder ein Internet Service Provider der für die Justiz arbeitet - eine ziemlich genaue Vorstellung davon bekommen, welche Webseiten der vermeintlich anonyme User besucht.

Die Forscher appellieren an die Betreiber, man solle die Augen offen halten und Gegenmaßnahmen entwickeln. Obgleich sich dies als schwierig erweisen würde, zitiert Wired einen der Wissenschaftler.

Zurückverfolgbar

Tor verschleiert die Kommunikation zwischen einem Anwender und Webseiten, in dem es Anfragen über eine Vielzahl von Servern leitet, bis die Herkunft nicht mehr feststellbar ist. Laut den Betreibern würden täglich etwa 100.000 bis 300.000 Nutzer auf diese Weise anonym online gehen. Den Regensburger Forschern nach sei es aber dennoch möglich, den Weg einer anonymisiertes Webseitenabrufs zurückzuverfolgen. Dazu müsse ein Späher im gleichen Netzwerk von potenziellen Zielwebseiten ausgehen, startet selbst Anfragen über Tor an diese Webseiten und kann dadurch feststellen, über welche Stationen Tor die Internetkommunikation schleust. Grob gesagt, könne dadurch eine Datenbank erstellt werden, mit Hilfe derer man in Verbindung mit einer Mustererkennungssoftware mit 55 bis 60 prozentiger Wahrscheinlichkeit den Kommunikationsweg eines überwachten Internetnutzers identifizieren kann.

Verschleierungstaktik

Dies sei zwar nicht genau genug, um vor Gericht als Beweis zu bestehen. Doch könne die Methode dabei helfen, eine überwachte Zielperson zu durchleuchten.

Laut den Forschern gäbe es für Tor-Anwender allerdings eine Möglichkeit diese Art der Überwachung zu erschweren. So reiche es bereits mehr als eine Anfrage auf einmal abzuschicken, um das Erkennen eines Kommunikationsmusters erheblich zu erschweren. (zw)

Der WebStandard auf Facebook

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Wired

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 60
1 2
Stefan Lindemann
00
30.12.2010, 14:22
100% anonymitaet gibt es nicht

tor macht das ausspionieren lediglich viel aufwendiger, und das ist in vielen faellen schon ein ausreichender schutz.

void()
30
29.12.2010, 13:44
lustig eigentlich...

Vor einem halben jahr, bin ich für die selbe aussage noch übermässig rotgestrichalt worden...

cucurbitae caput
20
29.12.2010, 12:08
Nix ist unknackbar !

Wenn einer eine sichere Maskierung oder eine sichere Verschlüsselung auf den Markt bringt, gibt es 1000sende, die diese Technologie sofort wieder entschlüsseln. Die Methoden gibt es dann sofort im Internet zum Downloaden. Ja, klar, man darf diese Tools nicht downloaden. Das ist streng verboten !
Aber wer schert sich wirklich drum ? Am ehesten noch die für Internetsicherheit verantwortlichen Politiker. Denn was verboten ist kann es nicht geben.
1 zu Null für China und Russland etc.

LCD
01
28.12.2010, 23:58

Also das gilt wohl für die Kommunikation die über Exit Nodes abläuft, aber solange man im .onion Netzwerk bleibt, ist man sicher.
Man darf dann halt auf keine Links klicken, wie z.B. zu Filesurf.ru.
Aber gut zu wissen, dann muss man wohl mit einem Downloa Manager weitere Verbindungen erschaffen.

Stefan Lindemann
00
30.12.2010, 14:26

auch im .onion netzwerk ist man nicht 100% sicher.

es existieren mehrere theoretische angriffsszenarien.

Elettra
01
28.12.2010, 21:51
Was interesiert Uns

ob der Autobahnbetreiber auch Kameras hat,
wir wollen nur nicht mit dem Nummernschild ans Hirnkastl plakatiert im Einkaufszentrum auftauchen.

Es ist klar dass im Kriminal auch Tor kaum gegen Ahndung hilft, Zivilrechtliche Anonymität ist wesentlich mehr.

cucurbitae caput
00
29.12.2010, 12:10
Wann sperrt die Fliesencity endlich auf ?

DAS ist, was wichtig ist..

mistvieh666
 
01
28.12.2010, 20:42

der in der wikipedia beschriebene weg: der staat unterwandert zb das tor netzwerk mit kontrollierten knoten und "wenn eine kommunikation ausschliesslich ueber kontrollierte knoten abgewickelt wird ist sie zuordenbar" klingt praktikabler.

ein typischer standard artikel sagt wenig ueber die welt aus, sondern fordert einen nur auf, sich zu informieren, um was es da eigentlich geht, zb:
http://de.wikipedia.org/wiki/Anon... m_Internet
aber: wenn man die welt verstehen will sind die fragen wichtiger, als die antworten.

Insulaner1
00
28.12.2010, 21:47
sagen wir eher

die meisten Regierungsstellen surfen heutzutage selber über Netzwerke wie Tor. Weil sie so leichter unentdeckt bleiben können.

STJ911.org
00
29.12.2010, 22:47
Quelle?

Elettra
02
28.12.2010, 21:55
speziell in der neuen IPV6 Welt

macht es Sinn dass jeder auch (s)Ein Tor Knoten Betreiber ist.

https://www.torproject.org

Der sich den Wolf tanzt
02
28.12.2010, 18:46
So reiche es bereits mehr als eine Anfrage auf einmal abzuschicken, um das Erkennen eines Kommunikationsmusters erheblich zu erschweren

könnte mir das jemand übersetzen? nur um zu überprüfen, ob ich das richtig verstehe.

danke!

cucurbitae caput
00
29.12.2010, 13:27
Da kann man sich zwar einen Wolf tanzen,

aber im Netz unsichtbar ist man Nie !
Man kann sich zwar mit Firewalls schützen gegen die kleinen Wurschteln. Aber gegen die wirklich Bösen hilft nur Eines: Abschalten.

Junk1
01
28.12.2010, 21:24
Der Angriff den die beiden vorgezeigt haben war folgender:

Du hast N Webseiten von denen du wissen möchstest ob sie angesurft werden (z.B. YouPron NetPron und FreePron).

Der machine learning Algorithmus wird jetzt mit den diesen Seiten trainiert. Das machen sie indem sie ihn mit den Paketgrössen der ein und ausgehenden Pakete füttern (das ist das charakteristische Muster -- um eine Idee zu bekommen schau mal mit Firebug den Netzwerkverkehr an).

Vom zu Überwachenden werden jetzt die Pakete mit diesem ML Algorithmus klassifiziert und der sagt dir dann obs zu einer der 3 trainierten (und nur diesen) Seiten passt.

Die Erkennrate ob das Ergebnis richtig was lag glaube ich bei ~90%. Sobald du aber gleichzeitg noch anderen Traffic dabei hast bricht die klarerweise ein.

cucurbitae caput
00
29.12.2010, 12:27
Ja, so einfach ist das.

Nur versteht das fast niemand. Der Normalmensch glaubt, wenn er daheim hockt und Pornos schaut kriegt das niemand mit, weil er ja die Fenster verdunkelt hat. Und wenn er persönliche Daten in sein Notebook eingibt ist das geheim, weil er ja allein daheim ist.
Unsere moderne Gesellschaft meint, alles im Griff zu haben. Das ist richtig. Die Gesellschaft HAT alles im Griff. Vor allem den einzelnen Bürger. Wir können nur froh sein, dass unsere Politiker immer noch nicht in der Lage sind, das Internet politisch zu verwenden. Da sind die Chinesen weit voraus.

Der sich den Wolf tanzt
00
28.12.2010, 23:19
herzlichen dank!

aber bei mir läuft sowieso im hintergrund immer ein download ;-)

nein, im ernst. danke für die info.

667 one step ahead of the devil
00
28.12.2010, 18:57

mir auch, danke!

khaleb
01
28.12.2010, 19:45
na Sie surfen in mehreren Browsertabs verschiedene Seiten an

667 one step ahead of the devil
00
28.12.2010, 19:49
lol

so einfach hab ich nicht gedacht! ;)

Ji-Sung
00
28.12.2010, 18:44
leistet es auch schutz beim DDoSn?

Muehlenmaedel
01
28.12.2010, 23:26

Nein, weilst dann einfach den Knotenpunkt DOS'ed

Ji-Sung
00
29.12.2010, 01:05
dH, das beste was man benutzen kann, wenn man sich schützen will

ist ein VPN, welches auch keinen 100%igen Schutz bietet, oder?

styp
00
29.12.2010, 15:02

Es ist bei VPN zwar nur Start- und Endpunkt bekannt was drinnen ist, es weiß aber jeder dazwischen wohin das Packet gehen soll.

cucurbitae caput
00
29.12.2010, 12:37
Wer garantiert, dass der VPN Anbieter nicht in die Daten reinschaut ?

Warum sollte er auch nicht. Auch bei VPN Anbietern arbeiten nur Menschen, die bestechlich sind. Und im Zuge einer Überprüfung der Sicherheit kann man doch zufällig auf interessante Daten stoßen, die finanziell verwertbar sind.
Hört endlich auf, in das Gute im Menschen zu glauben. Alles was geklaut werden kann wird geklaut.
Von uns natürlich nicht, da wir brav sind. Aber von allen anderen.

ois dann
 
02
28.12.2010, 17:28
An alle, die nicht ganz genau wissen um was es geht

Tor ist bei richtiger Verwendung ausreichend sicher für alles was ihr jemals machen werdet. Es ist auf jeden Fall sicherer, als ein Proxy, ein VPN oder ähnliches.

Scher bezieht sich hier auf Anonymität. Wer sich über Tor wo authentifiziert sollte sich die Frage stellen was er will.

Diese Aussage gilt vor allem, wenn man das offizielle Tor Browserbundle verwendet.

Das alles gilt auch für Leute, die sich auskennen, Informatik studiert haben, etc. Wenn man mein man hat ausreichend Wissen sollte man sich dessen ohnehin bewusst sein.

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