Nationalratspräsidentin

Prammer will vorgezogene Neuwahlen abschaffen

28. Dezember 2010 13:55
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    Nationalratspräsidentin Barbara Prammer will die Wahltermine zusammenlegen und vorzeitige Neuwahlen verunmöglichen.

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    Die Klubobleute Kopf (ÖVP, li.) und Cap scheinen sich einig, dass der Spielraum des Parlaments nicht dergestalt eingeschränkt werden soll.

Cap ablehnend - Kopf gesprächsbereit für Superwahltag der Länder

Wien - Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) will die Möglichkeit der vorgezogenen Neuwahl von Nationalrat und Landtagen abschaffen. In der "Tiroler Tageszeitung" spricht sie sich für die Nicht-Auflösbarkeit der Parlamente während der Legislaturperiode nach norwegischem Vorbild aus. "So können durchaus Regierungen scheitern, aber es muss dann mit den gewählten Abgeordneten eine neue Mehrheit für eine neue Regierung gefunden werden. Ein Scheitern der Regierung heißt dann nicht Neuwahlen", sagte Prammer.

"Wahltermine behindern politische Arbeit"

Damit würde sich auch Prammers Wunsch nach einem "Superwahlsonntag" realisieren lassen, bei dem am selben Tag sowohl die neun Landtage als auch der Nationalrat gewählt werden. "Wichtig ist jedenfalls, viele Wahltermine zusammenzulegen. Denn zu viele Wahltermine behindern die politische Arbeit", meint Prammer. Sie hofft, dass die Koalition die beiden kommenden, weitgehend "wahlfreien" Jahre für Reformen - darunter auch eine Wahlrechtsreform - nutzt.

ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf ist "skeptisch", was den Vorschlag von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer betrifft, vorgezogene Neuwahlen im Bund gesetzlich zu untersagen. Das gänzlich zu verunmöglichen könne er sich nicht vorstellen, meinte er Dienstagvormittag. Allerdings ist es für Kopf denkbar, Neuwahlen zu erschweren, zum Beispiel indem man eine Abkühlungs- und Konsultationsphase einzieht, in der nach dem Platzen einer Regierung vom Bundespräsidenten Gespräche mit den Parteien geführt werden, anstatt automatisch wieder zu den Urnen schreiten zu lassen.

Kopf will zumindest Super-Wahltag der Länder

Bei den Wahlen in den Ländern ist Kopf hingegen auf einer Linie mit Prammer. Er will wie die Nationalratspräsidentin, dass die neun Urnengänge am selben Tag durchgeführt werden. Kopf hatte einen entsprechenden Vorstoß ja selbst schon im Sommer 2009 lanciert. Nun betont er, dass es für die Umsetzung gleich lange Perioden brauchen würde, womit wohl Oberösterreich seine Sechs-Jahres-Etappen an die Fünf-Jahres-Abstände in den anderen Ländern anpassen müsste.

Zudem meint Kopf, dass es in den Ländern keine vorgezogenen Urnengänge mehr geben dürfte, da sonst das ganze System nach ein paar Jahren wieder gekippt würde. Abgelehnt wird vom ÖVP-Klubchef dagegen, die Länder-Wahlen zum gleichen Datum wie im Bund durchzuführen.

Cap lehnt Vorschlag ab

Auch SPÖ-Klubchef Josef Cap lehnt den Vorschlag seiner Parteikollegin Prammer ab, eine Auflösung des Nationalrats für vorgezogene Neuwahlen grundsätzlich zu verhindern. Es gebe Situationen, wo keine Mehrheiten herstellbar seien, sagte er am Dienstag im Ö1-Mittagsjournal. Da behalte sich der Nationalrat besser das Recht, sich selbst auflösen zu können und den Wähler zu befragen, sagte Cap.

FPÖ als einzige Oppositionspartei dagegen

Die FPÖ hält als einzige Oppositionspartei nichts davon, vorgezogene Wahlen auf Bundesebene zu verbieten. Generalsekretär Herbert Kickl sieht darin einen "Demokratieabbau". Da spreche "die blanke Angst vor der Strafe der Wähler" aus Prammer, kritisierte der FPÖ-Generalsekretär.

Die Grüne Verfassungssprecherin Daniela Musiol hält von dem Vorschlag Prammers hingegen sehr viel, wie sie im Ö1-Mittagsjournal sagte. Die Wahlen der vergangenen Monate hätten gezeigt, wie sehr anstehende Wahlen die Politik auf der Bundesebene blockierten. "Unmutige Regierungsparteien, wie wir sie derzeit haben", würden dann ihre Arbeit stoppen, nur um bei Wahlen nicht schlechter abzuschneiden. Auch BZÖ-Obmann Josef Bucher sieht grundsätzlich eine gute Idee in der Zusammenlegung von Landtagswahlen. (APA)

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Mr. XX
03.01.2011 21:07

Die Idee alle Wahlen auf einem Tag durchzuführen finde ich ja ganz gut, aber die Neuwahlen abzuschaffen ist meiner Meinung nach Schwachsinn.

Ich würde es so machen das falls es zu Neuwahlen kommt die Legistaturperiode nur bis zum nächsten Wahltag dauert um einen einheitlichen Termin halten zu können.

Drive
02.01.2011 09:00

Horror ! Strache regiert u. rot-sw in op.

Economy Showdown
31.12.2010 09:12
Es kann nur ein Rotes Etwas auf so eine Idee kommen!

Unfähigkeit einzuzementieren ist ja bekanntlich eine Rote Domäne! :-(

Sind wir alle froh, ab 2013 haben die Roten in der Bundespolitik auf lange Zeit die Oposition über und werden in dieser zur politischen Unbedeutsamkeit mutieren. :-)

salzstreuerIn
29.12.2010 09:29
warum überhaupt wählen?

den politischen willen des stimmviehs jedenfalls zu gering wie möglich wirken zu lassen.

so sinds halt unsere "berufs"politiker.

mach ma doch einfach nurmehr umfragen, dann spar ma auch das geld für die wahlwerbung.

pfui teufel

Kohlhaas1
29.12.2010 16:07
Der nächste Schritt ist die Einschränkung des Wahlrechtes.

Popper
29.12.2010 06:17
Unter lauter "Verbesserungen" wurde Demokratie aufgelöst!

Das von Sozen sagen zu müssen verweist auf Stalinisten.

Gut gemeint, aber tödlich für Redlichkeit.

Wer beim Hr. Betriebsrar nicht spurt verliert seine Existenz.

So einfach funktioniert das "Sozialwesen" der Paddei!

Bergdolm
29.12.2010 10:14

Unsere Demokratie hat uns in diesen Tagen Faymann, Pröll und Strache als Publikumsmagneten beschert.

Prost, Mahlzeit

120% werder bremen
30.12.2010 09:55
Und das is demokratie

Schaun na russland da is nix mit nörgln am präsi
und die 3 herrn sind das was ma sind links mitte rechts 100% österreich und die 2 andern schwimmen mit

nicht weinen
29.12.2010 05:19
Bei diesen Wapplern von Politikern hilft gar nichts! Leider!

keep cool1
 
29.12.2010 02:24
Keine Angst vor Veränderung- gute Ideen + Umsetzung braucht das Land!

Den Superwahlsonntag halte ich für eine sehr gute Idee! Es gäbe wieder mehr Platz für konstruktive Arbeit statt ständiges Wahlkampfgetöse! Der Wähler hätte mehr Überblick für tatsächlich geleistete Arbeit und umgesetzte Reformen - statt sich laufend populistisches Parteien-Geschwafel anzuhören! Die Bundesregierung könnte mehr an Taten als an Intensität des Handschüttelns in fernen Provinzen gemessen werden!
Auch die Idee, die vorgezogenen Neuwahlen einzuschränken, dafür dem Parlament mehr Kompetenzen zur Bildung neuer Regierungen zu geben - ist ein guter demokratischer Ansatz!
Darüber hinaus könnten 3 schlanke Regionalregierungen mit einheitlichen Landesgesetzen statt 9 aufgeblasene Landtage deutlich Effizienz steigern und Kosten sparen!

3ch0
29.12.2010 05:55
ad) gute Ideen:

Also in der österr. Politiklandschaft liefen diese Vorschläge nur auf eines hinaus:

Die Dummheit/Ignoranz/stoische Verweigerung jeglicher Vernunft des Wahlviehs wird auf einen "Super-Tag" hingetrimmt (jaja, das ist über forcierte Propaganda machbar!), und schon hat man für 5 Jahre den gewünschten Brei - ohne Chance auf vorzeitige Änderung des Grauens!

Viel schlauer wärs, die Landtage überhaupt abzuschaffen, dann spart man sich 9 Wahlen gänzlich, und im Bund darf dann RICHTIG gearbeitet werden - um Neuwahlen zu vermeiden?

Fraho
29.12.2010 09:41
Jawohl!

Landtage UND Bundesrat abschaffen, dafür bei wichtigen Agenden, wie Berufsheer oder Wehrpflicht, Gesamtschule, Studiengebühren etc., eine Volksabstimmung abhalten!
Allerdings müsste auch die Legislaturperiode wieder auf 4 Jahre max. zurück gesetzt werden.

Dump Monkey
29.12.2010 02:18

Die Wappler der derzeitigen Koalition im Parlament ghörn mal eine Stunde verkehrt aufghängt und abgwatscht, dass ihnen die Birne 14 Tage lang wackelt. Meld mich auch freiwillig als Exekutor.

Ist ja wirklich unglaublich, was wollen diese Möchtegerndiktatoren eigentlich? Strache den nächsten Wahltermin gleich aufm Silbertablett servieren? "Bitte gnä' Herr, die Vorarbeit und gesetzlichen Rahmenbedingungen haben wir schon geschaffen, jetzt liegts an ihnen"...

Sich selber die Legislaturperiode verlängern und dann dem Wähler selbst bei dauerndem Dissens die Möglichkeit zur Neuwahl verweigern... Erinnert schön langsam ans Machtklammern vom MiniMussolini in Italien, was unsere Koalition da aufführt.

Emiliano Zapata
 
29.12.2010 00:53
superwahlsonntag

ein superwahlsonntag hat schon was für sich. dafür sollten aber mehrere rahmenbedingungen geschaffen werden:
einheitliche legislaturperiode in bund und ländern, am besten 4 jahre
abschaffung der konzentrationsregierungen in den (meisten) bundesländern
wahlen können dann ja gestaffelt stattfinden, müssen ja nicht alle gleichzeitig sein (zb alle 2 jahre die hälfte der bundesländer - 4 gleichzeitig mit nr, 5 dazwischen)
gemeinderatswahlen gleichzeitig mit den landtagswahlen oder - siehe oben - gestaffelt in der mitte der legislaturperiode
evtl. direktwahl des bundeskanzlers, damit regierung und parlament tatsächlich als getrennte gewalten auftreten (funktioniert ja sehr gut seit mehr als 230 jahren in den usa...)

Emiliano Zapata
 
29.12.2010 00:49
"Ein Scheitern der Regierung heißt dann nicht Neuwahlen"

das ist aber nur gelebte praxis, die verfassung schreibt das ja nicht vor. de jure hat im fall des scheiterns einer regierung der bundespräsident die möglichkeit eine andere, neue regierung zu ernennen. bzw. einen bundeskanzler zu ernennen, der eine neue regierung zusammenstellt. die verfassung schreibt nicht mal eine mehrheit im nationalrat vor (siehe kreiskys minderheitsregierung 1970/71). und das könnte eine stärkung des parlaments gegenüber der regierung bedeuten, wenn diese beiden staatsgewalten endlich mal unabhängiger voneinander arbeiten.
aber vorgezogene neuwahlen prinzipiell zu untersagen halte ich für demokratiepolitisch bedenklich... vor allem bei der langen legislaturperiode von 5 jahren...

Knut Ogris
29.12.2010 00:22
Das scheint mal wieder symptomatisch für österr. "BerufsBolidigga" zu sein - ein guter Vorschlag, der den Wähler und Steuerzahler freut, immerhin aus den Reihen der ÜBERBEZAHLTEN Riege der vorgenannten, schon bäumen die sich auf und zeigen dem Steuer

-zahler wo der Bartl den Most holt!
Pfründe, Pfründe über alles...
- wie bei den Lehrern, die Scholiks und Rieglers und der 2. Präsidetn ist ja auch so gelagert!

Und in unserere Branche gibt´s jetzt wahrscheinlich bis zur Wahl des neuen (oder des alten) Chefs genauso Stillstand - beim ORF z.B.

Zumindest war´s bisher immer so - kenn ich auch seit Jahrzehnten - STILLSTAND als System oder WAHLKAMPF ALS LEBENSAUFGABE - WIE BEI STRACHE UND KICKL die wirklich nichts mehr anderes werden können und dann wollens halt noch PARTEIENFÖRDERUNG und rechnen die immer ein bisschen vorteilhafter und unvorteilhafter ab..

Und weil keiner sich mehr was traut, und glaubt dadurch besser durchzutauchen - "nur kane Wellen schlagen" - es ist alles PfuiGack!

naja2009
 
29.12.2010 00:15
...Prammerl,Prammerl...

ein Höhepunkt nach dem anderen.Wo soll das nur enden? Bei 20% oder wo?

Bergdolm
28.12.2010 23:40
Alle Legislaturperioden 3 Jahre - 1 Super-Wahltermin

verbunden mit Abschaffung der Bundesländer.

Alle Wahlen in Ö am 1. Sonntag im Oktober - alle 3 Jahre.

Und wenn eine Regierung - oder was auch immer - vorher "platzt", kann man die Restzeit auch aussitzen, ohne dass die Welt und Österreich untergeht.

Ich weiß schon, dass es das nicht spielen wird, weil das wäre ja nicht unvernünftig - und es käme einer Revolution gleich.

Lieber weiterwurschtln und auf ein konstruktives Arbeiten aufgrund irgendwelcher Wahlen (Bund, Länder, ...) verzichten.

Wie es derzeit läuft bei uns, ist das "Demokratie zum Abgewöhnen".

blubb66
28.12.2010 23:27
immerhin besser als die ÖVP ...

... denn die würde ja am liebsten die Wahlen ganz abschaffen.

Pro Hockey Channel im Standard Sport
28.12.2010 22:09

keine steuergelder mehr für parteien, abgeordneten gehälter an wahlbeteiligung koppeln. parteien sollen sich nur mehr durch mitgliedsbeiträge fianzieren. schon gespannt, wer 25 euro zahlt um faymann oder pröll in der stadthalle zu sehen. das sollte uns demokratie wert sein.

aberpram
28.12.2010 21:56
Ich wäre für...

Superwahltag an jedem 1. Sonntag im Oktober und das jedes Jahr. Ein Jahreszeugnis sozusagen.
Um das ganze etwas zu entschärfen könnte man ja jedes Jahr nur ein Viertel aller Abgeordneten neu bestimmen, dann hätte man für jeden Parlamentarier wieder eine Verweildauer von mindestens vier Jahren, damit sie/er auch "gscheit arbeiten" kann...

Werner Faygmann
28.12.2010 21:24
"Wahltermine behindern die politische Arbeit"...

...klingt irgendwie nach Dollfuss...

Chef_koch
28.12.2010 21:23

:D aber bundesländer abschaffen und gemeinden zusammen legen ist demokratie abbau :o)

Schere, Stein, Papier
28.12.2010 22:18

Absolut. Da bin ich auch dagegen. Jede Art von Zusammenlegen ist mittlerweile abzulehnen. Sieht man doch sehr schön an der EU, was uns das gebracht hat.
Vorgezogene Wahlen verbieten, ist genauso Demokratieabbau und dass die FPÖ als einzige Oppositionspartei nichts davon hält, verwundert auch nicht sonderlich, unter dem Aspekt, dass sie sich nun zusätzliche Wählerstimmen erhoffen.

Werner Faygmann
28.12.2010 21:20
Die VP ist sicher...

...für ein Erb-Kanzlertum von Prölls Gnaden! ... da brauch ma überhaupt keine Wahlen mehr, gell Hr. Kopf! - Hat die Fr. Prammer irgendwas im Weihnachtsessen gehabt?

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