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Nikol Pashinyan auf einem Bild aus dem Jahr 1999
Wien/Eriwan - Nikol Pashinyan schreibt aus der Gefängniszelle. Manche mögen das nicht so gerne. Der Chefredakteur der oppositionellen armenischen Zeitung Haykakan Zhamanak (Armenian Times) wurde in den letzten Wochen viermal attackiert. Auf seinem Bett waren Spuren von Militärstiefeln und Blut zu sehen. Die Gefängnisleitung meinte, Pashinyan habe "alles nur geträumt".
Der 35-Jährige wurde im Juni 2009 inhaftiert. Ihm wird vorgeworfen bei den Protesten nach den Präsidentschaftswahlen im März 2008 zum Umsturz aufgerufen zu haben. "Bei der Gerichtsverhandlung wurden nur Zeugen aus der Miliz zugelassen", erzählte die armenische Intellektuelle Rouzan Margouni anlässlich ihres Wien-Besuchs dem Standard. Doch Pashinyan verliere den Humor nicht und bekomme Unterstützung. "Wann immer demonstriert wird, fällt sein Name", so Margouni.
Am 23. November erschienen zahlreiche armenische Zeitungen mit den Worten "Freiheit für Nikol" auf der Titelseite. Der Fall liegt nun beim Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg. "Das ist die letzte Chance, wenn die Regierung dafür bestraft wird", meint die Philologin. Die Demokratie sei in Armenien in den letzten Jahren immer mehr zugrunde gegangen. 80 Prozent der Medien seien unter Kontrolle der Regierung. (awö, STANDARD-Printausgabe, 28.12.2010)
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