Wien

Metropole mit Defiziten

26. Dezember 2010, 18:56

Kultur ist Sache der Länder, die Republik fördert Kunst dennoch. Zudem finanziert sie die Bundesmuseen wie die Bundestheater. Und diese liegen in Wien. Die Hauptstadt ist daher bevorzugt. Es drohen aber Imageverluste.

Die Kulturbudgets der Länder stagnieren - bestenfalls. In der Steiermark befürchtet man einen "Kahlschlag": Es dürfte zu Subventionskürzungen von durchschnittlich 25 Prozent kommen. Und in Tirol rechnet man nach ersten Maßnahmen heuer auch 2011 mit Einsparungen.

Hilfe von der Kavallerie ist aber nicht zu erwarten. "Wir haben schon letztes Jahr das Budget für die regionalen Kulturinitiativen erhöht, weil sie für mich wichtige Partner für das zeitgenössische Kunstschaffen sind", so Kulturministerin Claudia Schmied (SP). Mehr ginge nicht: "Da es bei mir keine Zuwächse gibt, falle ich als Kompensationspartnerin aus."

Auch in Wien sieht die Situation wenig erbaulich aus. Zwischen 2001 und 2009 gab es zwar beachtliche Budgetsteigerungen, nun aber kam es zweimal hintereinander zu Kürzungen. Der Voranschlag 2011 liegt sogar unter dem Abschluss für 2008 (siehe Grafik links).

Wien ist jedoch in einer privilegierten Situation: In der Hauptstadt befinden sich alle Kultureinrichtungen des Bundes. Und so fließt auch das meiste Geld im Bereich Kultur nach Wien. In der Liste der größten Fördernehmer 2009 taucht die erste Bundesländer-Institution, die Salzburger Festspiele, auf Platz elf auf.

Diese Liste führt die Staatsoper an (51,5 Millionen Euro), es folgen das Burg- samt Akademietheater (47,8), die Volksoper (37,6), das KHM (23,78) und die Nationalbibliothek (23,03). Auf Platz sechs liegt das bundesweit agierende Österreichische Filminstitut (15,57), dahinter kommen erneut Institutionen in Wien: Naturhistorisches Museum (13,74), Technisches Museum (11,55), Mak (9,60) und Mumok (8,72).

Hinter den Salzburger Festspielen (8,39) liegen Albertina (7,68), Belvedere (6,91), Theater in der Josefstadt (5,93), Bundestheater Holding (5,2), Volkstheater (4,58) und Stiftung Leopold (2,73). Zwischen die Wiener Philharmoniker (2,29) und das Theater der Jugend (1,95) schiebt sich auf Platz 19 mit den Bregenzer Festspielen (2,28) die zweite Bundesländer-Institution.

Auch im Bereich der Projektförderung geht der Gutteil nach Wien. "Das hängt damit zusammen, dass in Wien sehr viele Künstlerinnen und Künstler leben", sagt Schmied. "Wir haben leider keine Statistik über das Herkunftsbundesland. Aber unter diesen Künstlern sind mit Sicherheit auch sehr viele Oberösterreicher und Salzburger, die ihre Ateliers in Wien haben." Die Bundeshauptstadt zieht eben viel kreatives Potenzial an, wie Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Interview feststellt. Und das sei wichtig: Österreich brauche einen Ort, wo sich urbanes Leben entwickelt.

Im Ranking der globalsten Städte 2010 (New York vor London, Tokio und Paris), erstellt vom Management Beratungsunternehmen A.T. Kearney, liegt Wien auf Platz 18. In der Kategorie Kultur fiel die Donaustadt von Platz 16 auf Platz 27 zurück: "Was die Anzahl der Museen betrifft, kann Wien noch mithalten", meint Robert Kremlicka von A.T. Kearney Österreich. Wenn es jedoch um andere Komponenten gehe (u. a. kulinarisches Angebot, kulturelle Großveranstaltungen), hinke Wien nach: "Gerade eine Stadt, die sich als eine der Kulturstädte schlechthin bezeichnet, muss sich wesentlich kompletter aufstellen, sonst verlieren wir den Anschluss."

Wichtigstes Projekt für Mailath-Pokorny ist die Realisierung eines größeren Wien Museums. Doch weiterhin bleibt alles vage: Es gibt bloß eine Shortlist mit möglichen Standorten (z. B. Urban-Loritz-Platz oder Morzin-Platz) - und noch immer keine Finanzierung. Ein Ausbau des bestehenden Gebäudes am Karlsplatz gilt derzeit als wahrscheinlichste Variante. (Thomas Trenkler/ DER STANDARD, Printausgabe, 27.12.2010)

Albert Ottenbacher
00
30.9.2011, 09:49
Josephinische Gartenstadt

Um 1820 liegt das Palais Schönborn noch in einer luftigen Gartenstadt. Das Wasser für Kaskade und Sprinbrunnen kommt vom Ottakringer Bach.

Der Ostflügel der barocken Anlage wird dem Durchbruch der Langegasse geopfert, der Park um ein Drittel verkleinert.

http://www.wien.gv.at/kulturpor... SQd8XlhA-b

Hinter den Fassaden der Häuserblöcke finden sich die Spuren der einst grünen Vorstadt : idyllisch bewachsene, geräumige Innenhöfe.

http://www.wien.gv.at/kulturpor... FvuBteolQY

Wie können diese Oasen behutsam miteinander in Beziehung gesetzt, für die Stadtentwicklung weiter gepflegt und erschlossen werden ?

Albert Ottenbacher
00
31.3.2011, 20:55
Instandsetzung von Schönborn'schem Park und Palais in der Josefstadt

1862 ging der Besitz in das Eigentum der Stadt Wien über. Der alte Park mit einem querovalen Umriß muß bei der Übernahme durch die Universität für Bodenkultur für Bodenkultur im Jahre 1872 noch bestanden haben. Der Garten war mit Wasserspielen, Grottenpavillon und einem Skulpturengarten ausgestattet. Der Tulpen- und Nelkenschmuck "war überragend."

Im Pachtvertrag forderte die Gemeinde Wien von der Hochschule, daß die Freifläche nicht vermietet werden dürfe und als Erholungsort öffentlich zugänglich bleiben müsse.



https://zidapps.boku.ac.at/abstracts... rty_id=107

Die Zersiedlung der Vorstadt verkleinerte die Gartenanlage. Heute wäre die Zeit reif für eine Sanierung.

Albert Ottenbacher
00
12.1.2011, 09:15
"Geschäftssterben in der Josefstadt."

Die Ursachen liegen in den Shopingcities und im zunehmenden Autoverkehr zwischen Perpherie und Zentrum. "Leer stehende Geschäftslokale und heruntergekommene Fassaden schaden dem Bezirksbild."

http://josefstadt.oevp.at/20075/?MP=61-4401

Ratsam wären Verkehrsberuhigung im Bezirk, Schönbornpark ausweiten zur Fußgängerzone bis Maria Treu, Palais Schönborn endlich sanieren und zu einem Anziehungspunkt im "Subzentrum Josefstadt" gestalten.

Ottenbacher
00
29.12.2010, 16:42
"Landmark" Palais Schönborn

In Wien fehlt ein wahres Stadt-, Kultur-, Pluriversum-, Frauen-, Assimilations-, Selbstbehauptungs- und Migrationsmuseum als „Forum in der Gegenwart mit Wirkung für die Zukunft.“ Da sind sich Museumsakademiker, -direktorin, Gebäudelehreprofessor, Kulturtheoretikerin und -wissenschaftler einig. (Falter 49/10, S. 36, 37)

Am Morzinplatz oder so. Und "Landmark" Palais Schönborn in ihrer "engen Verflechtung zwischen Bauwerk und Stadt" soll dafür nicht zu gebrauchen sein ?

Ottenbacher
00
29.12.2010, 09:31
Verfallendes Potenzial

Frau BV Mickel zur Entscheidung in der dritten Wiener Gemeinderatssitzung am 15.12.2010, das Palais Schönborn weiter verfallen zu lassen : "Ich kann nur hoffen – für das wunderschöne Palais und den Kulturbezirk Josefstadt – dass Rot-Grün ihre Entscheidung noch einmal überdenken und eine baldige Sanierung eingeleitet werden kann!“

Sonst muß der Volkskundeverein 5 Mio für die Sanierung des denkmalgeschützen barocken Bauwerkes aufbringen. Die PolitikerInnen kommen dann zur Wiedereröffnung.

byron sully
00
27.12.2010, 15:59

also daß es in wien zu wenige kulturelle großveranstaltungen geben soll, ist blanker unsinn. da liegt wien international gesehen sicher weit im vorderfeld. und das ist auch gut so. und das mit dem mangelden kulinarischen angebot versteh ich auch nicht ganz. da waren die leute von diesem beratungsunternehmen vermutlich in eisenstadt und haben gedacht, es würde sich um wien handeln. anders kann ich mir so einen unsinn schwer erklären...

systemfehler1
00
27.12.2010, 09:47
Boahh!

Die Donaustadt liegt im Kulturranking hinter Wien?

Was´n das für´n Schmafu?

Zuwenig kulinarische Angebote?
Blind?

Zuwenig kulturelle Großveranstaltungen?
Schon mal im Sommer in Wien gewesen? Jazzfest, Filmfestival, Wiener Festwochen...., Das Donauinselfest rechne ich mal nicht zur Hochkultur, is´ aber auch nix, für das man sich schnieren müßt´....

Wenn die Bundesmuseen fast alle in Wien liegen, dann werden die Museen subvetntioniert, und am WEge der Umwgrentabilität profitiert auch Wien.
Na und?

Woll´ ma jetzt die Staatsoper nach St.Pölten und das Naturhistorische nach Eisenstadt verlegen?

Statistikergeschwafel....

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