Neues "Propeller-Molekül" als Treibstoffhoffnung

9. Jänner 2011, 18:27
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Schwedische Forscher stellen neuartige Verbindung her: Trinitramid

Stockholm - N(NO2)3 lautet seine chemische Formel, "Trinitramid" wurde es benannt und seine Form vergleicht Tore Brinck vom Königlichen Institut für Technologie (KTH) in Stockholm mit einem Propeller: Die Forschungsgruppe des schwedischen Instituts meldet die Herstellung eines bislang unbekannten Stickoxid-Moleküls. Nur eine Handvoll Verbindungen aus dieser Gruppe sind bekannt, die meisten davon wurden bereits im 18. Jahrhundert entdeckt. Das allein macht Trinitramid schon zu etwas besonderem - überdies ist es auch noch das größte Stickoxid-Molekül.

In der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie" berichten die Forscher über Herstellung und Analyse des Moleküls. Wie stabil es in fester Form ist, muss noch geklärt werden, räumt Brinck ein. Immerhin konnte aber eine für den Nachweis ausreichende Menge synthetisiert werden. Die Verbindung, deren physikalische Eigenschaften in quantenmechanischen Studien bereits vorhergesagt werden konnten, wird als äußerst energiereich angesehen - die Forscher denken daher an ein mögliche Verwendung als Raketentreibstoff-Komponente.

Wird die Energieeffizienz von Raketentreibstoff nur um zehn Prozent erhöht, kann die Rakete die doppelte Last transportieren, rechnet Brinck vor. Treibstoff, der Trinitramid enthält, könnte aber sogar um 20 bis 30 Prozent effizienter sein als die besten heute verwendeten, glaubt der Forscher. Außerdem sei die Verbindung relativ umweltfreundlich, da sie nur aus Stickstoff und Sauerstoff besteht. (red)

  • KTH-Illustration des Trinitramid-Moleküls
    illustration: kth

    KTH-Illustration des Trinitramid-Moleküls

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