Der steigende Elektronikanteil in modernen Autos bedeutet mächtigere Batterien und somit mehr Sondermüll
Bisher waren vor allem die Elektronikkonzerne in der Diskussion präsent, jetzt kommt auch noch die Autoindustrie dazu: Der Schrottexport in die weniger entwickelten Länder hat mitunter schreckliche Auswirkungen auf Umwelt und Menschen, die dort leben. Zugeschüttet mit dem Müll der Wohlstandsgesellschaft, machen sie zwar das Beste draus und versuchen, die wertvollen Metalle zurückzugewinnen. Dabei sind die Methoden primitiv, die Ausbeuten gering, das Meiste gelangt trotzdem in Boden, Wasser, Luft und die Körper der Menschen.
Das Auto war bis jetzt noch relativ harmlos, mit steigendem Elektronikanteil und mächtigen Batterien wird es auch zum brisanten Sondermüll. Zwar ist es nach dem Baseler Abkommen von 1989 längst verboten, den Wohlstandsmüll in die Dritte Welt zu kippen, doch die USA haben die Konvention noch immer nicht ratifiziert, und das kriminelle Geschäft blüht ungebremst.
Wenn jetzt die Autoindustrie als weltgrößter Industriezweig auch noch als Weltvergifter in die Kritikzone zu schleudern droht, muss wirklich etwas Fundamentales zum Besseren hin passieren. Fantasie und Umsetzungswillen sind gefragt, und zwar bevor der Markt alleine alles regelt.
Die giftigen Metalle und Werkstoffe, mit der jetzt die Umwelt verseucht wird, sind relativ rar, man braucht sie ja in immer größerem Ausmaß, um neue Produkte herzustellen. Das heißt, es wäre ohnehin im Interesse der reichen Staaten, die keine Rohstoffe besitzen, jene, die mit den Produkten ins Land kommen, auch zu behalten. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/24./25./26.12.2010)