Heroin

Vom Hustenmittel zur klassischen Opiat-Droge

23. Dezember 2010, 14:50
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    foto: apa/boris roessler

    Das Suchtpotenzial von Heroin wurde lange Zeit nicht erkannt

"Downer" - Gefährlich durch Überdosierungen und verunreinigtes Injektionsbesteck - In Österreich haben ein bis zwei Prozent der Menschen Konsumerfahrung mit Heroin

Wien - Die Substanz (Diacetylmorphin) wurde 1874 erstmals synthetisiert. 1898 wurde Heroin von dem damals international wohl innovativsten Pharmaunternehmen der Welt, Bayer (Leverkusen/Deutschland), als Medikament zur Behandlung von Husten auf den Markt gebracht. Opiate dämpfen den Hustenreiz. Codein in Tropfenform wird hier weiterhin verwendet.

"Da Heroin zur Hustenbehandlung oral verabreicht wurde, somit langsam ins Gehirn gelangt und eine nur schwache psychische Wirkung hat, wurde das große Suchtpotenzial dieser Substanz lange Zeit nicht erkannt", heißt es dazu bei den Wiener Experten der Beratungseinrichtung "CheckIt". In Richtung Illegalität in Sachen Opiatkonsum ging es dann Anfang des 20. Jahrhunderts, als in den USA - vor allem aus "moralischen" Überlegungen - die Ablehnung des damals relativ weit verbreiteten nicht-medizinischen Konsums von Heroin zunahm. 1912 wurde das sogenannte Opiumabkommen unterzeichnet. Es sah, so die Wiener Fachleute, die regelmäßig auch Untersuchungen von Substanzen durchführen und so auch den Markt überwachen können, die "allmähliche Unterdrückung des Missbrauchs von Opium, Morphin, Kokain sowie solcher Verarbeitungen und Derivate dieser Stoffe, welche zu ähnlichen Missbräuchen Anlass geben oder Anlass geben können" vor.

1920 traten 43 Staaten dem Opiumabkommen bei. 1961 wurde das Mohnstrohkonzentrat, Opium, Rohopium, Heroin, Methadon, Morphin und Codein in die New Yorker Suchtgiftkonvention ("Single Convention") aufgenommen.

Dämpfendes Suchtmittel

Das Suchtmittel ist ein "Downer", wirkt also dämpfend. Heroin wird in mehreren Schritten aus Opium, dem eingetrockneten Milchsaft der unreifen Schlafmohnkapsel, gewonnen. Es wird entweder in die Vene gespritzt, geraucht oder auf erhitzter Alu-Folie inhaliert, eventuell auch geschnupft. Zum Injizieren wird es in einem Löffel mit Ascorbinsäure oder Zitronensaft erhitzt und durch ein Stückchen Zellstoff gefiltert aufgezogen.

Heroin hat eine stark betäubende und beruhigende Wirkung. Sämtliche Empfindungen wie Schmerz, Leeregefühl, Sorgen, Unwille, Angstgefühle werden kurzfristig blockiert und zugedeckt. Anfänglich beobachtet man eine starke Euphorie, das Selbstbewusstsein ist gesteigert. Der Rausch dauert etwa vier Stunden, bei Injektion kommt am Anfang zusätzlich noch ein intensiver "flash" von einigen Sekunden bis Minuten dazu. Sehr schnell kann Heroin körperliche und seelische Abhängigkeit erzeugen. Wird kein "Stoff" zugeführt, treten Entzugserscheinungen auf. Gefährlich sind Überdosierungen, weil dann - wie bei zu hohen Mengen an Opiaten - das Atemzentrum gelähmt wird.

Heroin-Gebrauch in Form von intravenösen Injektionen gehört zum "problematischen Drogenkonsum" und somit besonders gefährlichen Suchtmittelkonsum. Dazu gehören auch Infektionen mit verunreinigtem Spritzenbesteck und Needle-Sharing mit Aids- oder Hepatitis-Erregern. Darauf zielen alle Maßnahmen zur Schadensbegrenzung ab: Angebote von Substitutionsbehandlung mit oral einzunehmenden Opioiden auf Arztrezept, Spritzentauschprogramme und andere Maßnahmen, um die Suchtkranken möglichst gut in soziale und medizinische Betreuung zu bekommen. (APA)

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Wissen: Konsumerfahrung mit Heroin in Österreich

In Österreich haben damit maximal ein bis zwei Prozent der Menschen Konsumerfahrung. Berücksichtigt man, dass die Zahl der Menschen mit problematischem Opiatkonsum (i.v.-Drogenkonsum, zumeist Mischkonsum) bei geschätzten 25.000 bis 37.000 Personen liegt, stellen sich die Raucher und jene der Alkoholabhängigen - fünf Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren und somit rund 350.000 Menschen - in Österreich als ein wesentlich größeres Problem dar.

Im Jahr 2009 befanden sich in Österreich 13.460 Opiatabhängige in Drogenersatztherapie (davon 2.955 Neuzugänge). Im Jahr 2008 waren es 11.119 (1.570 Neuzugänge) gewesen. Im Jahr 2000 lag die Gesamtzahl noch bei 4.464 Substitutionspatienten (davon 811 Neuzugänge). 

In Wien allerdings konnte die Zahl der beteiligten Ärzte über die Jahre hinweg konstant gehalten werden. Dort sind weiterhin 380 Ärzte zur Substitutionsbehandlung berechtigt, davon 320 im niedergelassenen Bereich. In der Bundeshauptstadt werden damit bereits 70 Prozent der infrage kommenden Suchtkranken erreicht, in anderen Bundesländern - so der österreichische Drogenbericht - dürften es weniger als 50 Prozent sein. In mehreren Bundesländern ging die Zahl der sich hier engagierenden Ärzte in den vergangenen Jahren deutlich zurück.

Problematische Opioidkonsumenten sind laut der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle i(EBDD) n Lissabon schätzungsweise zwischen 1,2 Millionen und 1,5 Millionen Europäer. Vier Prozent aller Todesfälle unter Europäern im Alter zwischen 15 und 39 Jahren sind drogeninduzierte Todesfälle, wobei in etwa drei Viertel der Fälle Opioide nachgewiesen werden. Etwa 670.000 Opioidkonsumenten erhalten im Jahr 2008 in Europa eine Substitutionsbehandlung. (APA)

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seibeiuns
 
03
26.12.2010, 18:24
schon alt

Paracelsus hat schon sehr treffend erkannt und gesagt: "Es kommt auf die Dosis an!" Jede Droge hat ihr Gutes, die Frage ist, wie wird sie gebraucht.

Silvio Lackner
20
26.12.2010, 14:41

Versteh nicht - soll das eine Gebrauchsanweisung sein?

Mynnia
00
28.12.2010, 12:45
Dies ist eine Zeitung...auch wenns online ist...

Daher denke ich, dass das ein Zeitungsartikel ist und er damit über den Heroinkonsum berichtet. Über Geschichte, heutige Konsumgewohnheiten, Problematik etc.

gomaxgo
 
11
25.12.2010, 13:05
ich hab mich vor jahren in thailand immer

gewundert wenn ich in eine apotheke ging warum da immer die jungs reinkamen und hustensaft kauften, immer gleich ein paar flaschen, keiner von denen hat je gehustet, bis mich ein "pharmazist" aufklaerte, nun wird das zeug "unterm" tisch verkauft. das juckt aber keinen, denn der grossteil der user, nahezu fast immer jungs zwischen 12 und etwa 30, sind zu den narkopillen aus dem "goldenen dreieck" uebergewechselt. fast jedes monat liesst man in der zeitung das wieder ein tansport von mae hong son nach bangkok geschnappt wurde, das sind fast immer ueber 3 millionen pillen. man kann sich vorstellen was da eigentlich ablaeft denn etwa 10 weiter transporte kommen durch.

beos
00
25.12.2010, 21:43

das ist codien oder paracodein oft noch gemscht mit paractemol....

hat ne0,1 potenz von morphium....

is nciht so wiild, so wie die paracodin bei uns.

Michael B
02
24.12.2010, 22:02
Heroin war als "nicht süchtig machender" Ersatz für das damals medizinisch breit angewendete Morphium entwickelt worden.

Nach dem ersten Weltkrieg gab es dann eine große Zahl an Morphinisten, die in den Militärlazaretten süchtig geworden waren. Diese stiegen dann legal auf das "harmlose" Heroin um. Bis dessen Suchtpotential auch in Europa offiziell "entdeckt" wurde.

fred mustig
235
24.12.2010, 06:39
frechheit sondergleichen!!!

verlangte vor kurzem vom dr. einen "drogenfreien" hustensaft.die kasse übernimmt dafür keine kosten,kein rezept. also wird mein verdacht gestärkt,das man das arme volk krank und süchtig macht.wieviele leute waren früher alkoholiker,heut schluckens tägl.14 pillen oder mehr. es lebe die pharma-industrie! hohohoho der weihnachtsmann is do!!!

Bonair
10
27.12.2010, 14:38
die kasse übernimmt dafür keine kosten

Die Kasse übernimmt für rezeptfreie Arzneimittel fast nie die Kosten. Was ist daran jetzt so sensationell neu und echauffierend?

fred mustig
01
26.12.2010, 21:41
LAUTER SCHULMEDIZINER let´s go gen and kill the world

Samuel Mumm1
10
26.12.2010, 13:22

Man kann sichs schon leicht machen...die Pharmaindustrie hat schon ihre Schattenseiten - aber denk mal nach, wie hoch die allgemeine Sterblichkeitsrate unter den Menschen wäre, hätten wir zum Bleistift keine Antibiotika...die Liste lässt sich beliebig fortsetzen...

Knochenmann
00
26.12.2010, 07:16

Wenn ich ihr Hausartz gewesen wäre, ich hätte Ihnen ein Placebo verschreiben.

Susanne_B
00

Waere ich sein Hausarzt, haette ich ihn zum Karlsplatz geschickt...

Got Your Noes!
11
25.12.2010, 19:55

weiters sind die schäden durch die substitutionstherapie meist bei weitem geringer als der weitere drogenkonsum verursacht hätte. insofern sind 14 pillen vielleicht besser.

Got Your Noes!
11
25.12.2010, 19:54

ich bin noch nicht auf hustensaft abhängig geworden.

gehns einmal in ein kaffeehaus und verlangens einen drogenfreien espresso!

Chien de Pique
01
25.12.2010, 18:42

Jede Apothekerin wird sie auslachen, wenn Sie einen drogenfreien Hustensaft wollen; nicht einmal einen Tee können Sie haben. Eibisch, Süßholz, Eukalyptus, Spitzwegerich ... im offizinalen Sinne alles Drogen, das weiß auch der Arzt.

fred mustig
20
26.12.2010, 21:50

zwischen kräutern + drogen gibts einen drastischen unterschied.aber! die letzten beissen die hunde.apropos muss zwiebelauflagen + essigumschläge fabrizieren.in diesem sinne :wünsche viel gesundheit.

pudd!ng
00

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert jede Substanz als Droge, die in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern vermag.

Dazu zählt der Kamillentee genau so, wie der Baldriansaft oder Kokain!

Graf Robert von Donnerstag-Dachsenstein
00
28.12.2010, 15:04

Droge = tierische oder pflanzliche Substanz zur Herstellung von Arzneimittel.
Also zum Beispiel Kamille.
Und wo kauft man solche Sachen? In der DROGERIE.

Mynnia
01
28.12.2010, 12:48

Wie wärs mit einem Kräutersud von der getrockneten Schlafmohnkapsel oder einem Tee von Hanfblüten?

Sind alles keine Drogen, nur Kräuter.

fred mustig
00
26.12.2010, 21:36

zwiebel+honig od. zucker. bringts voll!

MrTee
00
25.12.2010, 11:59

Schreibt ihnen ja keiner vor das Medikament zu missbrauchen, oder?

Rauschzustände werden meistens mit höheren Dosen als der therapeutischen erzeugt. Außerdem seiens Froh das sie das Hustenmittel bekommen haben.

Trockener Reizhusten ohne Auswurf is gleichzusetzen mit einem Stacheldraht im Rachen...

hotzenplotz1001
01
25.12.2010, 02:15
Definiere Droge! Was soll das sein ,drogenfrei‘?

Ist Johanniskraut eine Droge? Oder Kamille? Droge kommt von ,drög‘ (trocken). Man meint damit getrocknete Kräuter. Inbegriff des Heilmittels. Seit 20 Jahren werden die Leute hysterisch, wenn sie das Wort für getrocknete Kräuter hören. Bitte bleibt auf dem Teppich.

no fossil in kristianstad
04
24.12.2010, 17:52

schluckens ein placebo.

das soll neuerdings helfen.

twertwert
24
24.12.2010, 12:24

Jaja.. die böse Welt.
Kein Essen mehr "ohne Chemie".. und keine Medizin mehr "ohne Drogen".

Da möchte man doch einfach nur mehr Selbstmord begehen, oder nicht?

fred mustig
00
26.12.2010, 21:37

hast voll recht! lebst eh no?

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