Effekt führte zu starken Regenfälle in der nördlichen Atacama-Wüste an der Peruanischen Küste
Ein internationales Forscherteam konnte anhand von marinen und terrestrischen Organismen in Sedimenten des Peruanischen Schelfmeeres das Klima vor 125.000 Jahren in der nördlichen Atacama-Wüste rekonstruieren. Es zeigte sich, dass dass El-Niño-ähnliche Phänomene während der letzten Warmzeit an der Peruanischen Küste zu lange anhaltenden starken Regenfällen führten.
Mit dem Regen und Flusswasser wurden damals Süßwasser-Kieselalgen (Diatomeen) aus Flüssen, sowie Blätter terrestrischer Herkunft und Reste von Blütenpflanzen aus der Atacama- Wüste in das Meer gespült. Die Forscher des Bremer Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie fanden zusammen mit deutschen und internationalen Kollegen die fossilen Moleküle (Biomarker) dieser Organismen in den Bohrkernen vom Ocean Drilling Project (ODP) vom Meeresboden vor der Peruanischen Küste und konnten auch den Zeitpunkt der Ablagerung bestimmen.
Die an den südamerikanischen Pazifik angrenzende Atacama gilt heutzutage als die trockenste Wüste der Welt, und sie ist fast ohne Vegetation. Die Ursache dafür liegt in den besonderen Wind- und Strömungsverhältnissen im Pazifik. Die kalten Gewässer an der Südamerikanischen Küste stammen von dem aus dem Süden kommende kalten Humboldtstrom, und dem Auftrieb von kalten nährstoffreichen Tiefenwassers. Die Nährstoffe bilden die Grundlage ganzer Nahrungsketten. Das kalte Meer kühlt die darüber liegenden Luftschichten stark ab und an den Hängen der Anden können sich deshalb keine Regenwolken bilden.
El Niño: Weniger Nährstoffe und weniger Fische
Unter normalen Wetterbedingungen türmen die im tropischen Pazifikraum westwärts wehenden Passatwinde die warmen Wassermassen im West-Pazifik auf. Da die Stärke der Passatwinde durch die Temperaturdifferenz des Oberflächewassers zwischen West- und Ostpazifik bestimmt wird, haben veränderte Meeresströmungen großen Einfluss auf dieses System. Wenn warmes äquatoriales Oberflächenwasser aus dem Westen sich ostwärts ausbreitet, verringert sich diese Temperaturdifferenz zwischen West und Ost und die Passatwinde lassen nach. In Folge kommen weniger Nährstoffe nach oben, es gibt weniger Plankton und als Folge weniger Fische. Dieses Wetterphänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre meist um den Dezember auf. Die Fischer von Peru nennen es seit Jahrhunderten wird El Niño oder "Das Christkind".
Ausschlaggebend für die starken Regenfälle in dem letzten Interglazial war ein dem El Niño ähnlicher Effekt. Aus der Datenanalyse von Bohrkernen aus dem West- und Ostpazifik auf der Höhe des Äquators konnten die Max-Planck-Forscher zeigen, dass auch damals subtropische Wassermassen die Temperaturdifferenz zwischen Ost und West verringerten und die Passatwinde abschwächten. Warme subtropische Wassermassen verteilten sich an der Küste von Peru und verhinderte den Auftrieb von kaltem nährstoffreichen Wasser.
El Nino-Effekte vor 125.000 Jahren
Das Sonnenlicht erwärmte das Oberflächenwassers um mehr als 3 Grad Celsius. Jetzt konnte feuchte warme Luft aufsteigen und Wolken bildeten sich über der angrenzenden nördlichen Atacama-Wüste. Es regnete und die Wüste blühte auf. Gleichzeitig führte die geringere Nährstoffkonzentration im Oberflächenwasser zu einer Verminderung der Primärproduktion und damit zu einem geringeren Nahrungsangebot für die Fische. Für die Forscher überraschend ist es, dass diese Klimaverhältnisse am besten durch langandauernde El Nino-Effekte während des letzten Interglazials erklärt werden können.
Die globalen Temperaturen damals sind mit den heutigen vergleichbar; sie liegen um nur wenige Grad höher. Wie die Studie, die in den Geophysical Research Letters veröffentlich wurde, zeigt, könnte ein weiterer Anstieg unserer globalen Temperaturen demnach stärker verändernd auf das Klima der Küstenregionen im Ostpazifik wirken, als bisher in Betracht gezogen wurde. (red)