Russland sei faktisch ein "Mafia-Staat", der von korrupten Geschäftsleuten und den Sicherheitskräften kontrolliert werde
Moskau - WikiLeaks steht einem Bericht zufolge vor Enthüllungen über kriminelle Verstrickungen hochrangiger russischer Politiker. Die höchste Stufe des Landes werde in den Dokumenten mit dem organisierten Verbrechen in Verbindung gebracht, berichtete die regierungskritische Wochenzeitung "Novaya Gazeta" am Mittwoch.
Präsident Medwedew hatte die bisher durch die Enthüllungsplattform veröffentlichten US-Diplomatenberichte als irrelevant bezeichnet. "Wir scheren uns einen Dreck darüber, was diplomatische Kreise über den einen oder anderen politischen Prozess sagen", sagte Medwedew bei einem Besuch in Indien. In den Berichten hieß es, der Präsident sei blass, zögerlich und müsse seine Entscheidungen von Ministerpräsident Putin absegnen lassen. Russland sei faktisch ein "Mafia-Staat", der von korrupten Geschäftsleuten und den Sicherheitskräften kontrolliert werde.
Das Blatt arbeite mit WikiLeaks zusammen und habe unbegrenzten Zugang zu brisanten Daten erhalten - etwa zum im Westen umstrittenen Gerichtsverfahren gegen den früheren Ölmagnaten Michail Chodorkowski und dem Mord an der eigenen Reporterin Anna Politkowskaja. (APA)